Für Artenvielfalt und Naturschutz Ein Jahr mit den Junior Rangern am Emsland Moormuseum

Moorentdeckertouren führten die Junior Ranger auch in die Niederlande. Foto: Emsland MoormuseumMoorentdeckertouren führten die Junior Ranger auch in die Niederlande. Foto: Emsland Moormuseum

Geeste. Blühstreifen anlegen und Insektenhotels bauen - die Junior Ranger des Emsland Moormuseums lernen bei ihren Aktionen nicht nur einiges über Umweltschutz und Artenvielfalt, sie werden auch selbst aktiv.

Die Junior Ranger sind eine beständige Gruppe von Kindern zwischen 7 und 12 Jahren, die sich monatlich treffen und gemeinsam am Moormuseum und im gesamten Internationalen Naturpark Moor-Vennland aktiv sind. Im November gab es nun am Moormuseum die letzte Veranstaltung in diesem Jahr. Es wurde gemeinsam entkusselt, das heißt, junge Birkentriebe wurden von der Moorfläche entfernt. Birken rauben dem Moor sein Wasser und ohne Wasser kein Moor. Auf der anschließenden Weihnachtsfeier wurde noch einmal reflektiert, was es für die Junior Ranger 2019 alles zu entdecken gab, heißt es in einer Pressemitteilung. 

Besonders war in diesem Jahr die eigenständige Planung und Durchführung eines Projektes rund um die Streuobstwiese des Emsland Moormuseums. Die Junior Ranger beschäftigten sich 2019 immer wieder mit dem Thema Streuobstwiese und motivierten sich und andere im Naturschutz aktiv zu sein. Denn Streuobstwiesen zählen mit über 5.000 Tier- und Pflanzenarten zu den artenreichsten, aber auch zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas. 

Streuobstwiesen für Artenvielfalt 

Die Junior Ranger setzten sich mit verschiedenen Aktionen für den Erhalt von Streuobstwiesen ein, schufen und bewahrten so kulturelle und biologische Vielfalt. Diese Vielfalt will nicht nur erforscht, sondern auch gefördert werden. Hierfür wurde, dank der Förderung der BINGO Umweltstiftung Niedersachsen, ein Blühstreifens angelegt und Insektenhotel gebaut. Im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung entwarfen die Junior Ranger Möglichkeiten, ihr Wissen und ihre persönlichen Erfahrungen auf der Streuobstwiese auch langfristig an die Gäste des Emsland Moormuseums und in ihrem privaten Umfeld weiter zu geben. Hierzu veranstalteten sie auf dem Herbstmarkt des Emsland Moormuseums eine Streuobstwiesen-Erlebnisrallye und verkauften selbstgemachte Streuobstwiesen-Marmelade.

Moorentdeckertouren führten die Junior Ranger unter anderem zum Veenloopcentrum Weiteveen in den Niederlanden. Bei Schneeregen sei es im Januar lausig kalt und ungemütlich gewesen. Davon ließen sich die Kinder aber nicht beirren. Vom Naturinfozentrum Veenlopcentrum wanderten sie zum Schaapskooi, durchs Naturschutzgebiet Bargerveen und wieder zurück. Im Schafstall war es warm, trocken und sehr spannend. Die Schäfer und ihre Hunde konnten bei der Stallarbeit mit den Schafen beobachtet werden. Die im Sommer zur Landschaftspflege genutzten Schafe verbringen die kalten Wintermonate meist in dem 2018 eröffneten Stall und bringen ihre Lämmer zur Welt.

Erdöl und eine Moorleiche

Auch dem Erdöl-Erdgas-Museum Twist statten die Junior Ranger einen Besuch ab. Torf, Erdöl und Erdgas sind fossile Energiequellen. Das Emsland sei nicht nur Teil des größten Hochmoorgebietes Mitteleuropas, sondern liege mit dem Rühler Moor auch auf dem größten Erdölfeld des deutschen Festlandes. Im Museum und rund um den Schulteich erkundeten die Junior Ranger die Entstehung, den Abbau und die Weiterverarbeitung der endlichen Rohstoffe und machten sich Gedanken über einen nachhaltigen Umgang mit Energie. Bei einem Ausflug ins Drents Museum in Assen (NL) wurden die dortigen Moorleichen bestaunt. Das Mädchen von Yde und seine Gefährten seien doch gruseliger gewesen als gedacht. 

Foto: Emsland Moormuseum

Bei einem Treffen erkundeten die Junior Ranger den Fullener Waldweg und die verschiedenen Erlebnisstationen. Sie gingen der Frage nach, wie Wald und Moor zusammengehören. Hier testeten Förster, ob Bäume zu einem Forst heranwachsen, wenn man Moor mit Sand mischt. Daher gab es viele verschiedene Baumarten zu entdecken, das Bodenprofil im Moorwald und einen Wettbewerb an der Tierweitsprunggrube, welcher Junior Ranger am weitesten springen kann.

World Ranger Day 

Am 31. Juli war der Internationale World Ranger Day und die Junior Ranger besuchten Naturpark Ranger Erik bei den Staatsbosbeheer Het Veenland in Zwartemeer (NL). Dies ist die niederländische Behörde für Naturschutz. Sie bekamen die Gelegenheit dem dort arbeitenden Ranger über die Schulter zu schauen und konnten ihn über seine Arbeit in einem Großschutzgebiet ausfragen. Eines wurde den Junior Rangern schnell klar, dass die Themen und Tätigkeitsfelder der Ranger mindestens so abwechslungsreich sind, wie ihre eigene Arbeit. Naturkundliche Beobachtungen, Landschaftspflege, das Teilen von Wissen und Erfahrungen und nicht zuletzt der praktische Naturschutz gehören hierzu.

Foto: Emsland Moormuseum

Bei strahlendem Sonnenschein fand ein Besuch des Deutsch-Niederländischen Bienenzentrums in Haren statt, so konnten die Junior Ranger reges Treiben an den Bienenstöcken und Wasserstellen des IMME-Zentrums beobachten. Im Inneren der Königin-Suite, einer überdimensional großen Beute, genossen sie den Schatten und bestaunten die Trennung in Brut- und Honigkammern. Auch in einen echten Bienenstock konnten sie schauen. Natürlich wurde auch der Honig gekostet.

Zur Sache

Mitmachen bei den Junior Rangern
Weitere Informationen zu den Junior Rangern am Emsland Moormuseum unter www.moormuseum.de. Die Junior Ranger Gruppe für Kinder zwischen 7 und 12 Jahren erfährt regen Zulauf. Bei Fragen und Interesse können per E-Mail über gerkens@moormuseum.de oder per Telefon unter 05937-7099916 direkt an die Betreuerin Frau Janna Gerkens gerichtet werden.


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