Austausch mit Tansania Partnerschaft von Dalum mit Hamai hat Impulse bekommen

Vor der Wartburg bei Eisenach. Von links: Walter Schulz, Mathis Block-Jacobs, Bürgermeister Mohamed Mayingu, Jacoba Schulz, Brigitte Koch, Bischof Amon Kinyunyu und Pastor Thorsten Jacobs. Foto: KirchengemeindeVor der Wartburg bei Eisenach. Von links: Walter Schulz, Mathis Block-Jacobs, Bürgermeister Mohamed Mayingu, Jacoba Schulz, Brigitte Koch, Bischof Amon Kinyunyu und Pastor Thorsten Jacobs. Foto: Kirchengemeinde

Geeste. Aus der Hilfe für eine Gemeinde im afrikanischen Staat Tansania ist ein reger Erfahrungsaustausch geworden. Dies ist die Bilanz des Partnerschaftskomitees der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Dalum, das seit 25 Jahren den Kontakt nach Hamai im Kirchenkreis Kodoa pflegt.

Zum Partnerschaftsjubiläum waren der Bischof der Diözese Dodoma Amon Kinyunyu und der muslimische Bürgermeister der Partnergemeinde Hamai, Mohamed Mayingu zu Gast. "Es ist sicherlich ein wunderbares und besonderes Zeichen gelebter und weltweiter Ökumene und guter Kooperation über die Religionsgrenzen hinweg, dass ein lutherischer Bischof und ein muslimischer Bürgermeister nicht nur die Hilfsprojekte vor Ort in Afrika gemeinsam unterstützen, sondern nun auch gemeinsam ins Emsland reisten, um uns hier zu besuchen", berichtet Pastor Thorsten Jacobs. Drei Wochen lang wohnten die Gäste bei den beiden Partnerschaftsbeauftragten Jacoba und Walter Schulz in Dalum. 

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"Seit kurzem", so Walter Schulz" ist auch die uns pfarramtlich verbundene Nazarethkirchengemeinde Twist in die Partnerschaftsarbeit der Dalumer Gemeinde eingestiegen und unterstützt diese wichtige Hilfe zur Selbsthilfe unter anderem durch Schulpatenschaften." "Wir sind dankbar für die Kooperation mit der Berufsschule in Lingen bei der Realisierung des Berufsschulprojekts in Hamai, für die umfangreichen Unterstützungen durch Bingo-Lotto, die Pater-Beda-Aktion, die Hilfe von Brot für die Welt, für Unterstützung durch das niedersächsische Kultusministerium und die unzähligen Firmen und privaten Förderer", ergänzt Jacoba Schulz.

Ehepaar Schulz und Pastor Thorsten Jacobs hatten ein Programm für die beiden afrikanischen Gäste vorbereitet. Neben Besuchen innerhalb der Kirchengemeinden und Besichtigungen wie die des Bibelgartens der Nazarethkirchengemeinde Twist und einer Bootstour auf der Ems entlang der Meyer-Werft gab es viele Begegnungen und Treffen mit Kooperationspartnern, Freunden und Förderern der Partnerschaft und Besuche bei den politischen und kirchenleitenden Gremien. Ein lebhafter Austausch über die Partnerschaftsarbeit und die Situation lutherischer Kirchen in Afrika im Vergleich zu Deutschland fand bei den Begegnungen mit der lutherischen Kirchenleitung, Regionalbischof Detlef Klahr und dem Superintendenten des Kirchenkreises Emsland-Bentheim, Bernd Brauer statt. 

Über die Arbeiten am Aufbau der Berufsschule in Hamai wurde in der Berufsschule Lingen mit Schuldirektor Jürgen Korte und Projektleiter Wilfried Etmann gesprochen. Im Windthorstgymnasium in Meppen schilderten die Besucher den Schülerinnen und Schülern die Lebenssituation in ihrer Heimat. Umfangreiche Einblicke gewannen die beiden Gäste auch bei einem Besuch im Elisabeth-Krankenhaus in Thuine, initiiert vom Arzt Christian Prause. 

"Höhepunkt des Besuches war sicherlich die Fahrt zu den Wurzeln lutherischer Geschichte", berichtet Pastor Jacobs weiter. Es ging nach Wittenberg, Hauptwirkungsstätte und Begräbnisort Martin Luthers. Torgau mit Schloss Hartenfels und dem ersten protestantischen Kirchenbau, das Augustinerkloster in Erfurt, die Wartburg und Eisenach stan denauf dem Besuchsprogramm.   "Dinge, Lebensschauplätze Luthers, die ich nur aus dem Lehrbuch kenne, nun real zu sehen und zu erleben, berührt mein Herz", resümierte der leitende Geistliche der Diözese Dodoma in Tansania. Als Zeichen der Ehrerbietung legte er eine Rose am Grab Luthers in der Wittenberger Schlosskirche nieder. 

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Ohne Berührungsängste und Vorbehalte nahm der muslimische Bürgermeister an dem Besuchsprogramm und an den christlichen Gottesdiensten teil.

"Es war eine sehr schöne und intensive Zeit mit einem regen Austausch über die Religionen, die Lebensformen und -umstände und die Kirchensituationen in einem sehr unterschiedlichen und teils auch sehr konträren Kontext", folgert Jacobs im Rückblick auf den für ihn sehr eindrücklichen Besuchsaufenthalt.


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