Abbau – Interpretation einer Wirtschaftslandschaft Neue Fotoausstellung im Moormuseum Emsland eröffnet

Martin Gerenkamp (rechts) im Gespräch mit weiteren Besuchern. Was im Vordergrund wie ein überdimensionales Brot aussieht, ist Torf. Foto: Werner ScholzMartin Gerenkamp (rechts) im Gespräch mit weiteren Besuchern. Was im Vordergrund wie ein überdimensionales Brot aussieht, ist Torf. Foto: Werner Scholz

Geeste. Ab sofort ist im Emsland Moormuseum ein Fotoprojekt zu sehen, das sich mit dem Thema Torfabbau und Renaturierung befasst. Entstanden ist das Projekt „Abbau – Interpretation einer Wirtschaftslandschaft“ von Jost Wischnewski in Zusammenarbeit mit dem Overbeck-Museum Bremen.

Die Ausstellung, die bis zum 31. Oktober stattfindet, kontrastiert historische Malereien von Fritz und Hermine Overbeck, die die Schönheit der Kulturlandschaft im Teufelsmoor bei Worpswede betonen, mit der Realität der Gegenwart. Dabei zeigt die Ausstellung eine Landschaft, in der einerseits bereits Torf metertief ausgehoben wurde und in der gegenwärtig intensiv genutztes Hochmoorgrünland, Torfabbau und Moorschutzflächen nebeneinander liegen.

Am Rande der Schau: Katja Pourshirazi und Jost Wischnewski (rechts). Foto: Werner Scholz


Der Erste Kreisrat und Kulturdezernent Martin Gegenkamp hielt die Eröffnungsrede. „Es freut mich, dass erneut eine so renommierte Ausstellung am Emsland Museum eröffnet wird“, betonte er und brachte auch gegenüber der Emsländischen Sparkassenstiftung und der Stiftung Niedersachsen gegenüber seinen Dank zum Ausdruck. „Der Dank gilt allen Beteiligten, auch besonders dem Museumsteam für die vorbereitenden Arbeiten und den Damen aus dem Museumscafé für die Bewirtung“, so Gerenkamp.

Teufelsmoor

Anschließend führte die Leiterin des Overbeck-Museums, Katja Pourshirazi, in die „Thematik ein: "Ein Sehnsuchtsland! Ein Götterland!’ hatte die Malerin Paula Modersohn-Becker das Teufelsmoor rund um Worpswede genannt. Und hier nun die ‚Interpretation einer Wirtschaftslandschaft’. Schon allein die Formulierung holt uns aus dem malerischen ‚Himmel, welcher alles, selbst das Unbedeutendste adelt’, wie der Maler Fritz Overbeck einmal begeistert schrieb auf den Boden der Tatsachen zurück“, gab Pourshirazi zu bedenken.


Eime der Darstellungen, die in dem Museum zu sehen ist. Foto: Werner Scholz


Wischnewski zeige uns, „was ist, was diese Landschaft heute für uns bereithält. Er öffnet uns in mehrfacher Hinsicht die Augen: nimmt uns mit auf ein Gelände, das nicht öffentlich zugänglich ist, das er selbst nur dank einer Sondergenehmigung betreten darf“, erläuterte Pourshirazi weiter und fügte hinzu: „Jost Wischnewski lässt zu, dass die Zeit in seinen Fotografien fast bis zum Stillstand gerinnt. Die weiten Flächen des Himmels und des Moores liegen ebenso regungslos da wie die vielen unterschiedlichen Maschinen und Gerätschaften. Kaum könnte man glauben, dass die verwitterten Häuschen, die Gleise und Maschinen, die wir sehen noch benutzt werden. Die Spuren sind es, die uns in die Gegenwart holen, die Spuren der Kettenfahrzeuge und Bagger“.

Die Ausstellung lädt ein, genügend Zeit mitzubringen, um die völlig unterschiedlichen, mitunter geradezu gegensätzlichen Bilder in Ruhe auf sich wirken zu lassen, um an den mannigfaltigen Eindrücken, die das Teufelsmoor dem Fotografen Wischnewski vermittelt hat, teilhaben zu können. Das gilt nicht minder für die historischen Arbeiten von Fritz und Hermine Overbeck


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