Lohnendes Ausflugsziel Mit dem E-Bike durch das Moor im Emsland

Von Heinrich Schepers


Geeste. Bei einer von der Gesellschaft zur Förderung des Emsland Tourismus organisierten Radexkursion haben 35 Vertreter des emsländischen Gastgebergewerbes einen Eindruck von der einzigartigen Landschaft des Internationalen Naturparks Bourtanger Moor - Bargerveen erhalten.

Die landschaftliche Schönheit der weiten Moorflächen und die sehenswerte Flora und Fauna des Naturparks Moor haben sich seit einigen Jahren zu einem Publikumsmagnet entwickelt. Die nachhaltige touristische Erschließung der Moorflächen, die über die deutsch-niederländische Landesgrenze hinweg als Naturschutzgebiete ausgewiesen sind, ist vor allem über den Ausbau eines intelligent angelegten Rad- und Wanderwegenetzes gelungen. Fiets-Knotenpunkte erleichtern die Orientierung entlang der Radstrecken. Rund um den Naturpark sind zudem auf der deutschen und niederländischen Seite insgesamt acht attraktive Ausflugsziele entstanden und als sogenannte Moorpforten ausgewiesen. Hier erhalten Besucher spannende Informationen rund um die Besonderheiten des Moores. Gleichzeitig dienen sie als mögliche Startpunkte für Ausflüge in das grenzübergreifende Naturschutzgebiet.

35 Teilnehmer

Dass sich ein Ausflug ins Moor lohnt, konnten insgesamt 35 Hoteliers, Anbieter von Ferienwohnungen sowie Mitarbeiter der Touristeninformationen aus den emsländischen Kommunen selbst erleben. Sie nahmen an einer von der Emsland Touristik organisierten Fahrradtour teil, um sich ein eigenes Bild von den landschaftlichen Reizen und den vielfältigen Informations- und Ausflugsmöglichkeiten des Naturparks machen zu können. „Wir möchten, dass die Teilnehmer der Tour im Anschluss ihren Hotel- und Feriengästen von ihren eigenen Erfahrungen mit diesem Ausflugziel berichten können“, sagte Judith Uthmann-Tattermusch von der Emsland Touristik. Empfehlungen für Ausflüge seien immer dann überzeugend, wenn die Erfahrung mit dem Ziel aus erster Hand gemacht wurde. Deshalb organisiere die Emsland Touristik seit einigen Jahren im Rahmen von „Tür-Öffner-Touren“ regelmäßig Ausflüge für die Vertreter des Gastgebergewerbes zu den wichtigen touristischen Zielen im Emsland. Diese habe nun erstmals mit dem Fahrrad durch das Moorgebiet stattgefunden.

Kurzführung

Ausgerüstet mit E-Bikes startete die Gruppe vom Emsland Moormuseum zu einer Erkundungstour durch das Moor. Einen ersten Halt machten die Teilnehmer beim Erdöl- und Erdgas-Museum in Twist, das zu einer der Moorpforten zählt. Eine Kurzführung mit interessanten Informationen über die Geschichte der noch heute laufenden Rohstoffförderung im Moor stand auf dem Programm. Im Anschluss führte die Tour zum Schaapskooi Bargerveen, dem größten Schafstall der Niederlande, der in mitten der Moorlandschaft bei Weiteveen mit EU-Mitteln 2017 fertiggestellt wurde. Hier informierte Naturpark-Ranger Erik Bloeming über die Zusammenhänge zwischen dem Ökosystem Moor und der Schafshaltung. Fachkundig erklärte Bloeming, wie die nachhaltige Nutzung der Moorflächen als Weidelandschaft zum Erhalt der Moore beitragen. „Wären die Schafe nicht da, würden viele Moorgebiete innerhalb weniger Jahre mit Birken zuwachsen. Die Tiere fressen aber die jungen Baumtriebe und sorgen dafür, dass die Moore erhalten bleiben“, so der Naturpark-Ranger.

Über 1000 Schafe

Der Schafsstall, in dem über 1000 Schafe untergebracht sind, habe sich zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt. Viele Radtouristen und Feriengäste machten hier einen Zwischenstopp, um die eindrucksvollen Stallungen zu besichtigen. „Wir hatten sogar schon Gäste aus China hier“, so Bloeming. Nach einem kurzen Imbiss im Restaurant Bij Wollegras begann die Gruppe unter der Führung von Bloeming eine weitere Etappe und fuhr über die Radwege entlang des Internationalen Naturparks Moor Bargerveen. Nach einigen Stopps an Grenzsteinen und Aussichtspunkten im Moor erreichten die Teilnehmer den Bibelgarten der Nazarethkirche in Twist, wo ebenfalls eine Führung angeboten wurde. Über den Moor-Energie-Erlebnispfad erreichten die Exkursionsteilnehmer nach einer Strecke von 55 Kilometern das Moormuseum. Dort bildete eine Fahrt mit der wiedereröffneten Feldbahn den Abschluss.

Begeistert

Die Teilnehmer zeigten sich ausnahmslos begeistert von der Exkursion und den vielen neuen Erfahrungen, die sie im Naturpark Moor machen durften. „Das war ein schönes Erlebnis und ich werde meinen Gästen einen Ausflug in den Naturpark gerne empfehlen“, sagte Ferienhofbesitzer Heinz Over aus Haren. Er lobte die gute Radwegeführung durch das Moor. Für Martina Timmermann, Mitarbeiterin der Touristen-Information in Sögel, stand das Kennenlernen dieses Ausflugsziels im Vordergrund. Sie habe bislang noch nicht die Gelegenheit gehabt, den Naturpark zu besuchen. „Jetzt konnte ich selbst erleben, dass eine Tour durch das Naturschutzgebiet sehr lohnenswert ist“, so Timmermann. Vor allem die schöne Landschaft habe sie beeindruckt. „Wir haben heute viel gesehen und die Tour ist von der Streckenlänge wirklich sehr gut zu schaffen. Das geht auch ohne E-Bike“, sagte Brigitte Schröder, Mitarbeiterin der Samtgemeinde Herzlake. Sie habe die Exkursion gerne genutzt, um sich selbst ein Bild vom Naturpark zu machen.


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