Wechselwarme feiern Hochzeit Geschwister-Scholl-Schule schützt in Geeste Kröten

Jugendliche bauen die Krötenfangzäune an der L 67 auf. Foto: Geschwister-Scholl-Schule.Jugendliche bauen die Krötenfangzäune an der L 67 auf. Foto: Geschwister-Scholl-Schule.

Geeste. Jetzt sind die Krötenfangzäune an der Landesstraße 67 beim Biotop am Speicherbecken Geeste wieder aufgebaut.

Hier organisiert die Geschwister-Scholl-Schule die Rettung von Kröten. Bei den plötzlich auftretenden zweistelligen Temperaturen taut der Boden schnell und die wechselwarmen Amphibien werden sprunghaft aktiv und begeben sich auf Hochzeitswanderung.

Erdkröten wandern zur Laichablage immer wieder zu ihrem Geburtsort zurück. In Geeste-Siedlung sind es die ehemaligen Fischteiche und Gräben entlang der Osterbrocker Straße (L 67). Zu Beginn der Laichwanderung sind es vor allem Männchen, bald machen sich auch Weibchen auf den Weg. Viele sind unterwegs bereits auf ein Männchen getroffen, das sich huckepack mitnehmen lässt.

Die Landesstraße 67 ist Autobahnzubringer und entsprechend stark befahren. So haben die Amphibien keine Wahl und es käme zu einem Massensterben, wenn nichts unternommen würde. „Es sind nicht nur die Autoreifen ursächlich für den Tod der Tiere, sondern es ist der Unterdruck unter den Pkw und Lkw, der den Tieren die Organe regelrecht platzen lässt“, erläutert Tobias Suntrup vom NABU. Gut, wenn die Jugendlichen der Schule und viele weitere Helfer Kröten retten, und tun, was zu tun ist, um die Kröten vom Überqueren der Straße abzuhalten.

In den letzten Wochen schritten sie gemeinsam mit Senioren unter fachkundiger Anweisung von Heinke Glameyer-Fleischmann zur Tat, um den Krötenschutzzaun entlang der Straße zu errichten. Im Anschluss daran wurden die Teichumzäunungen der Ersatzlaichgewässe r, in denen die Kröten umgesiedelt werden sollen, gründlich repariert und hergerichtet. Es ist inzwischen deutlich zu sehen, wie sich die Natur das brachliegende Land an der Bundesstraße 70 zurückholt. In nicht allzu ferner Zukunft könnte sich das Gebiet um die fünf Teiche zu einem Naherholungsidyll entwickeln.

Im Anschluss ging die Hauptarbeit erst richtig los. Der Zaun ist der Auftakt für die erneute Sammelaktion. Und wer retten will, muss früh aufstehen. So stehen viele Helfer schon vor dem Unterricht parat.In den kommenden Jahren wird sich Barbara Kruse als Nachfolgerin von Heinke Glameyer-Fleischmann im Namen der Schule für den Krötenschutz engagieren und die Aktion mit Hilfe vieler Ehrenamtlicher fortführen. pm


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