Maßregelvollzug angeordnet Haftstrafe für Lingener nach Einbruchsserie im Emsland

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Nach einer Einbruchsserie im Emsland muss ein Lingener für vier Jahre in Haft und wird im Maßregelvollzug untergebracht. Foto: Daniel Maurer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++Nach einer Einbruchsserie im Emsland muss ein Lingener für vier Jahre in Haft und wird im Maßregelvollzug untergebracht. Foto: Daniel Maurer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Osnabrück. Vier Jahre Haft und die Unterbringung im Maßregelvollzug – so lautet das Urteil des Landgerichts Osnabrück gegen einen 44-jährigen Einbrecher aus Lingen. Der geständige Angeklagte war im vergangenen Jahr in Ein- und Mehrfamilienhäuser und Vereinsheime in Lingen, Meppen und Geeste eingestiegen, der Wert der Beute lag bei 22.000 Euro, der des angerichteten Schadens bei 11.000 Euro. Ebenso gingen elf Autoaufbrüche auf sein Konto.

Die Unterbringung des Angeklagten im Maßregelvollzug hatte sich bereits angedeutet, nachdem im Verfahren ein Sachverständiger sein Gutachten abgegeben hatte. Der jetzt 44-Jährige habe die ihm vorgeworfenen Straftaten im Sommer 2017 im Zustand erheblich verminderter Steuerungsfähigkeit begangen, der Grund dafür sei in seiner Drogenabhängigkeit zu suchen.

Nach Ende einer 15 Jahre langen Liebesbeziehung hatte der bis dahin unbescholtene Lingener wahllos Kokain, Amphetamin und Ecstasy konsumiert, was ihn „im Verbund mit einer depressiven Episode“ zum Straftäter werden ließ. Innerhalb von drei Monaten drang er in Privat- und Mehrfamilienhäuser überwiegend in Lingen und Meppen ein und stahl, was ihm in die Hände fiel. Zur Beute gehörten Bargeld, Werkzeug, Gartengeräte, Getränke, Küchenzubehör, Staubsauger und andere Dinge des täglichen Bedarfs. Wenn sich die Gelegenheit bot, raubte er auch geparkte Pkw aus.

Diebesgut verkauft

Besonders aktiv war er dabei in Haselünne und Geeste. In Geeste schlug er die Seitenscheibe eines Pkw ein und erbeutete eine Kameraausrüstung im Wert von 3500 Euro, in Meppen nach Einschlagen einer Dreiecksscheibe Sportbekleidung und ein Navigationsgerät.

Einen Teil der Beute bot der Lingener im Internet zum Verkauf an. Andere Stücke verkaufte er auf Flohmärkten in Frankfurt, wo er einen Händler kennenlernte, der ihm später die „heiße Ware“ en bloc abnahm. Der Hehler kam extra nach Lingen, um Diebesgut abzuholen. Ein gesondert geführtes Verfahren gegen ihn endete nach Auskunft des Gerichts mit einem Freispruch.

Zu Wertersatz verpflichtet

Da nur ein unwesentlicher Teil des Diebesguts beim Angeklagten sichergestellt werden konnte, wird er für den angerichteten Schaden geradestehen müssen. Der geschätzte Wert der Beute liegt bei 22.000 Euro, der angerichtete Schaden bei 11.000. Nach Inkrafttreten eines entsprechenden Gesetzes im Sommer 2017 haben Verurteilte nun den sogenannten Wertersatz zu leisten. Auf den Fall des Lingeners bezogen bedeutet das für ihn, nach Verbüßung seiner Strafe 33.000 Euro an die Geschädigten und ihre Versicherungen zu zahlen.

Da das Gericht seine Unterbringung im Maßregelvollzug anordnete, wird der 44-Jährige vor der Haft eine Drogentherapie in einer geschlossenen Einrichtung antreten müssen. Damit hat er bereits während der Untersuchungshaft begonnen. „Voraussetzung für die Unterbringung ist, dass das Gericht an einen Erfolg dieser Maßnahme glaubt. Das ist in diesem Fall gegeben, da der Angeklagte bis jetzt gut in der Therapie mitarbeitet“, begründete die Vorsitzende der Kammer. Verläuft die Therapie erfolgreich, kann ihm die Reststrafe danach zur Bewährung ausgesetzt werden.


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