Noch zeitgemäß – oder nicht mehr? Diskussion in Geeste-Dalum über katholische Soziallehre

Von Gerd Mecklenborg

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Die katholische Soziallehre im Kontext mit aktuellen gesellschaftlichen und sozialen Umbrüchen stand im Mittelpunkt des Vortrages von Frederik Heidenreich. Foto: Gerd MecklenborgDie katholische Soziallehre im Kontext mit aktuellen gesellschaftlichen und sozialen Umbrüchen stand im Mittelpunkt des Vortrages von Frederik Heidenreich. Foto: Gerd Mecklenborg

Geeste. Auf Einladung der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) und der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB) Dalum waren interessierte Zuhörer zu einem Vortrag über die katholische Soziallehre in das Haus Emmaus nach Dalum gekommen. Referent Frederik Heidenreich, Sekretär der KAB Osnabrück, diskutierte anschließend mit den Besuchern.

Was begründet die katholische Soziallehre, hat sie Einfluss auf Politik und Gesellschaft, und ist sie überhaupt noch zeitgemäß? So lautete die Fragestellung, mit der Josef Westhuis von der KAB Dalum die Gäste und den Referenten begrüßte.

Antworten hatte Frederik Heidenreich, der zunächst über den Ursprung der katholischen Soziallehre informierte. Dazu gab es einen kurzen geschichtlichen Rückblick in die erste industrielle Revolution. Einen erheblichen Einfluss auf die Soziallehre hätten die sogenannten „Roten Kaplane“, Wilhelm Emmanuel von Ketteler, Franz Hitze, Carl Sonnenschein „und natürlich Adolf Kolping“ gehabt, sagte der Referent.

Im Prinzip beruhe die Lehre aber auf den päpstlichen Sozialenzykliken, „die die soziale Frage erstmals in den Fokus gestellt haben“. Christliche Arbeitervereine hätten die praktische Umsetzung und Hilfestellungen realisiert. „Dabei standen Bildung, Hilfe zur Selbsthilfe, aber auch Rechtsberatung im Vordergrund“, sagte der KAB-Sekretär. So habe sich im Laufe der Jahre in der Kirche – und aufgrund der päpstlichen Sozialenzykliken – eine Gesamtbetrachtung manifestiert.

„Mit viel Leben gefüllt“

Heute sei die Soziallehre der katholischen Kirche „mit viel Leben gefüllt, Verbände wie KFD und KAB sind dafür das beste Beispiel und sorgen für eine zeitgemäße Gestaltung dieser Lehre“, so Heidenreich. Dort setze man sich auch mit neuen Herausforderungen auseinander, „wie die Digitalisierung, mit der wir uns intensiv beschäftigen“ und die auch Gefahren, etwa moderne Formen der Tagelöhnerei, mit sich bringe. Man stehe insgesamt vor großen Umbrüchen, „da sich viele Sozialsysteme schwertun, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen“.

Diese Meinung teilten auch die Teilnehmer der Veranstaltung und stellten „ gewisse Parallelen zu den ‚alten Themen‘ der katholischen Soziallehre“ fest. Allgemeine christliche Sozialethik habe gleichwohl der Gesellschaft noch viel zu geben und man könne „damit noch einiges an Schätzen heben“, war man sich in der Runde einig.


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