Ausbildung in Tansania Einweihung der Berufsschule Hamai dank Hilfe aus dem Emsland

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Die Einweihung der Berufsschule in Hamai, Tansania. Foto: JacobsDie Einweihung der Berufsschule in Hamai, Tansania. Foto: Jacobs

Geeste Das Gebäude für die Berufsschule in Hamai, Tansania, ist mit Hilfe aus dem Emsland fertiggestellt worden.

Es war ein Tag großer Freude im kleinen Ort Hamai in Tansania, berichtet Pastor Thorsten Jacobs vom Höhepunkt seiner Afrikareise. Das von der Pauluskirchengemeinde Dalum initiierte und in Kooperation mit der Berufsschule in Lingen realisierte Berufsschulgebäude ist fertiggestellt und eingeweiht worden.

3000 Kilometer durch das Land

Der Partnerschaftsausschuss der Gemeinde mit Pastor i. R. Diedrich Kohnert, dem Ehepaar Walter und Jacoba Schulz sowie Pastor Thorsten Jacobs und dessen Sohn Mathis, Angelika Kater, Christoph Wöste, Hannelore Schulz, Anita und Walter Bernotat und Pastor Görner aus Zöblitz nahmen an der Einweihung teil und verbrachten drei Wochen in Tansania. Sie reisten rund 3000 Kilometer durch das Land, lernten Menschen und Hilfsprojekte kennen. Knapp eine Woche weilte die Gruppe in Hamai. Dies unter sehr einfachen Lebensbedingungen, die die Teilnehmer sehr beeindruckten und berührten.

„Die Fahrt hat meinen, unseren Blickwinkel verändert und verschärft – vieles, was ich selbst so oft auf Fotos von vergangenen Delegationsreisen gesehen habe: Die Gebäude, die Projekte, selbst die Menschen, die Patenkinder und ihre Situationen blieben doch eher abstrakt. Viele der Schulpatenkinder nun live zu treffen, die von Privatpersonen oder unserer Gemeinde in ihrer Ausbildung unterstützt wurden und werden, war ebenso eindrücklich, wie die Gebäude einmal live zu sehen, die „wir“, unsere Kirchengemeinde Dalum, dort gebaut haben: Den Kindergarten in Hamai, das Evangelisten-Haus, die Kirche in Hamai – alles auf einem sehr gepflegten und abgezäunten Gelände gelegen“, berichtet Pastor Jacobs und stimmt damit einer Aussage von Christel Brenken zu: „Da wurde ein kleines Paradies geschaffen.“

Schulbetrieb

„Ich fand es spannend, die Grundschule Hamai zu erleben, für die ich selbst ja so oft von unserer Bonifatius-Schule hier in Dalum beim St. Martins-Singen gesammelt habe,“ sagt Mathis Block-Jacobs. 120 Schüler in einer Klasse! „Coba Schulz hatte uns damals in der Grundschule oft Bilder davon gezeigt. Die Lehrer in Hamai erzählten uns, dass der Schulbetrieb, von diesen Spenden aus Dalum stark oder gänzlich abhängig sei. Das war mir – uns so nicht bewusst, dass es diese Abhängigkeit gibt.“

Spenden und Hilfsgelder

„Ich war stolz und beeindruckt, was da gebaut und geleistet wurde – mit vielen privaten und öffentlichen Spenden und Hilfsgeldern in Kooperation mit Bingo-Lotto, mit der Berufsbildenden Schule in Lingen, wo Schüler und begleitende Lehrer mitgearbeitet haben, mit Brot für die Welt und all das unter der Federführung unseres Partnerschaftsausschusses,“ sagt Pastor Jacobs über die neue Berufsschule. „Ich kann nur meinen allergrößten Respekt aussprechen vor dem, was ‚mein‘ Partnerschaftsausschuss, Familie Schulz und mein Vorgänger Pastor Kohnert, da geleistet haben!“ Hier wurde konkrete Hilfe zur Selbsthilfe geleistet. Der Tag der Einweihung der Berufsschule mit vielen Bürgern, Pastoren und dem Bischof, begann mit einer Prozession, singend und tanzend ging es an der Moschee vorbei. „Erstaunlich und Mut machend, dass es ein ganz friedliches und konstruktives Miteinander von Christen und der überwiegend muslimischen Bevölkerung und den muslimischen Dorfältesten und dem Bürgermeister von Hamai gibt, die alle ganz selbstverständlich an der christlichen Zeremonie der Weihe teilgenommen haben“, meint Thorsten Jacobs.

Gastgeschenk

Die Berufsschule und der Schulbetrieb wurden an die Diözese übergeben. Dazu reiste Bischof Amoni Manase Kinyunyu eigens aus Dodoma an. „Als Gastgeschenk überreichten mein Sohn Mathis und ich für die Delegation dem Bischof für die neue Schule ein Bronzekreuz, und per Handschlag besiegelten Walter Schulz und ich die Partnerschaft mit dem Bischof,“ berichtet Pastor Jacobs. Lehrer Ludger Jaske übergab eine Urkunde an den Bischof, die den Willen nach einer Schulpatenschaft zwischen der BBS Lingen und er BBS Hamai zum Ausdruck brachte.

„Neben der bestehenden Kooperation mit der BBS Lingen werden wir versuchen, weitere Partner ins Boot zu holen. Ich bin einfach dankbar für diese drei Wochen, für die Zeit mit der Gruppe, für die besondere Zeit mit meinem Sohn Mathis, für alle Eindrücke und Begegnungen, die gute Organisation und Fürsorge von Ehepaar Schulz uns ‚Neulingen‘ gegenüber, die Erfahrung einer ganz anderen Welt und für das bewusste Wahrnehmen der Notwendigkeit zur Hilfe, um Selbsthilfe zu ermöglichen“, lautet das Resümee von Pastor Jacobs.


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