Berufsschule ist bald fertig Kirchengemeinde in Geeste fördert Bildung in Tansania

Gesprächsrunde beim Kirchenkreis Emsland-Grafschaft Bentheim, von links: Walter Schulz, Elibariki Mcharo, Superintendent Bernd Brauer, Samweli Mcharo, Jacoba Schulz und Pastor Thorsten Jacobs. Foto: KirchenkreisGesprächsrunde beim Kirchenkreis Emsland-Grafschaft Bentheim, von links: Walter Schulz, Elibariki Mcharo, Superintendent Bernd Brauer, Samweli Mcharo, Jacoba Schulz und Pastor Thorsten Jacobs. Foto: Kirchenkreis

Geeste. Mit Hilfe aus dem Emsland ist in Hamai, Tansania, eine Berufsschule entstanden.

1988 sind die evangelisch-lutherische Paulusgemeinde in Geeste-Dalum und die Gemeinde Hamai im Missionskreis Kondoa, der mit dem Kirchenkreis Emsland-Bentheim zusammenarbeitet, Partner geworden.  Federführend in der Partnerschaftsarbeit in Dalum sind Walter und Jacoba Schulz. Bei ihnen war jetzt ihr Ansprechpartner aus Hamai, Elibariki Mcharo begleitet von seinem Sohn Samweli Mcharo zu Gast. Er sorgt ehrenamtlich dafür, dass Spendengelder korrekt verwendet werden. Bei seinem Besuch berichtete er nicht nur über die Fortschritte beim aktuellen Projekt, dem Bau einer Berufsschule, sondern es gab einen Erfahrungsaustausch zwischen den Christen aus Europa und Afrika.

Deshalb gehörte ein Besuch bei Superintendent Bernd Brauer in Meppen dazu. Dabei erkundigte sich Brauer  über das laufende Projekt in Hamai, die Problematiken und die Eindrücke der Gäste von der Kirchengemeinde, dem Kirchenkreis und Deutschland überhaupt. Als Geschenk haben die beiden Afrikaner ihm einen typischen traditionellen Massaiumhang mitgebracht. 

In einer Gesprächsrunde mit dem Ehepaar Schulz, den Pastören Diedrich Kohnert und Thorsten Jacobs in Dalum wurde eine Bilanz der Reise gezogen. Elibariki Mcharo ist von harten Kontrast zwischen seiner Heimat und Deutschland beeindruckt. Der Glaube gebe den Menschen in seiner Heimat Hoffnung und Kraft, in Deutschland werde dies über den materiellen Reichtum nicht erkannt, hier sollten die Menschen offener für Gott sein.

Bei der Situationsbeschreibung von Hamai sind sich Walter Schulz und sein Gast einig. Jugendliche wandern vom Land in die Städte ab, was zum allmählichen Zerfall der Großfamilien führt, die den Menschen bislang Halt gaben. Daher haben die Partner beschlossen, durch den Bau einer Berufsschule etwas dagegen zu tun. Diese wird Anfang nächsten Jahres ihren Betrieb aufnehmen.

Aus Sicht von Pastor Kohnert, der als Ruheständler die Kontakte nach Tansania weiter pflegt, ist dies die folgerichtige Fortsetzung der Hilfe, die mit dem Bau einer Kindertagesstätte und einer allgemein bildenden Schule begonnen hat. Kohnert ist wichtig, dass alle drei Bildungseinrichtungen offen für alle Dorfbewohner sind, denn hier leben überwiegen Muslime. Die politische Gemeinde trage die Vorhaben der christlichen Minderheit vorbehaltlos mit.

Über die Kirchengemeinde hinaus und von privater Seite findet das Partnerschaftsprojekt Unterstützung. Jacoba Schulz nennt als Beispiel die siebenjährige Martha Helms, die zum zweiten Mal das Geld, dass sie zum Geburtstag geschenkt bekam, gespendet hat. Die Schule in Hamai, Partnerschule der Bonifatiusschule Dalum, soll erweitert werden, die Klassengröße wird von 100 Schüler auf 40 gesenkt. Mit Spenden beteiligt sich die katholische Kirchengemeinde in Dalum, außerdem arbeiteten Schüler der Berufsbildenden Schulen Lingen auf der Baustelle der Berufsschule in Hamai mit. Pastor Thorsten Jacobs meint: "Eindrucksvoll, was das Partnerschaftskomitee leistet."

Elibariki und Samweli Mcharo haben mehrere landwirtschaftliche Betriebe im Emsland besucht. Sie nehmen Ideen mit, wie die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln verbessert werden kann. Ebenso waren sie von den mittelständischen Gewerbebetrieben beeindruckt. Absolventen der Berufsschule sollen nach diesem Vorbild Starthilfen für den Schritt in die unternehmerische Selbstständigkeit bekommen. Das hat ja auch im Emsland die Abwanderung junger Leute gebremst.




Partnerschaft zwischen Hamai und Dalum

Der Kontakt von Dalum zum Missionskreis Kondoa begann mit der Tätigkeit des ehemaligen Dalumer Gemeindepastors Reinhard Riemer, 1974 in Tansania als  Schulpastor. Zurück in Deutschland regte er eine Zusammenarbeit mit dem afrikanischen Land an, woraus die Partnerschaft zwischen dem Kirchenkreis Emsland-Bentheim und dem Missionskreis Kondoa entstand. Die Paulusgemeinde Dalum bekam die Gemeinde Hamai als Partner zugesprochen, im Hochland Zentraltansanias gelegen.

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