Schon mehr als 100 Nutzer Geeste mobil braucht mehr ehrenamtliche Fahrer

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Koordinatorin Britta Glasker am Geeste mobil. Das Modellprojekt läuft noch bis Ende nächsten Jahres. Foto: Manfred FickersKoordinatorin Britta Glasker am Geeste mobil. Das Modellprojekt läuft noch bis Ende nächsten Jahres. Foto: Manfred Fickers

Geeste. Geeste mobil, ein Fahrdienst für Senioren und kranke Menschen, die nicht über ein Auto verfügen, wird immer beliebter.

Koordinatorin Britta Glasker vom Malteser Hilfsdienst macht dies mit Zahlen deutlich. Im vergangenen Jahr wurden 512 Fahrten getätigt, in diesem Jahr waren es bis zum 25. September 681. Gab es am Jahresende 2017 gut 80 regelmäßige Nutzer, sind es jetzt mehr als 100 geworden. Daher werden jetzt weitere ehrenamtliche Fahrer gesucht. 

Am Anfang des Modellprojekts stand die Erkenntnis, dass mangelnde Mobilität in Landgemeinden zur Vereinsamung führt. Einkaufen, Arztbesuche und Kontakte zu Bekannten in anderen Ortsteilen sind mit großem Aufwand verbunden. Denn das Netz des öffentlichen Nahverkehrs ist nicht besonders dicht, Taxifahrten können sich Menschen mit geringem Einkommen nur selten leisten, Freunde und Verwandte haben nicht immer Zeit, als Fahrer zu dienen.

Es handelt sich um keine Konkurrenz zu Taxiunternehmen. Denn wer seitens der Krankenkassen Anspruch auf Fahrten hat, wird darauf hingewiesen. Die Fahrtziele befinden sich nicht nur im Gemeindegebiet. Fahrgäste ließen sich zu Fachärzten nach Lingen, Meppen, Haselünne, Nordhorn, Emsbüren und Twist fahren, außerdem zu den neuen Praxen im Ortsteil Dalum. Therapiebesuche gab es in Groß Hesepe, Dalum, Lingen und Meppen. Aber es ist nicht allein die Gesundheit, die Anlass für Fahrten bietet. Mit dem Geeste mobil geht es zum Einkaufen und zu Besuchen bei Freunden und Verwandten, die selbst in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.

"Das Angebot wird gut angenommen, weil es den Alltag vieler Menschen erleichtert", sagt Glasker. Dank kam von einem Einwohner, der bislang einen großen Teil seines Jahresurlaubs damit verbrauchte, einen älteren Angehörigen bei wichtigen Anlässen zu fahren. Da bietet Geeste mobil Entlastung. Eine Gruppe Damen vereinbart inzwischen gemeinsame Arzttermine. Bei der Fahrt und im Wartezimmer kann man so die Freundschaft pflegen. Für Glasker ist dies ein Beweis, dass etwas gegen die Vereinsamung geleistet wird.

"Die Ehrenamtlichen Fahrer müssen Freude am Umgang mit Menschen haben", nennt die Koordinatorin als wichtigste Voraussetzung. Ansonsten ist ein aktuell absolvierter Erste-Hilfe-Kurs verlangt, der beim Malteser Hilfsdienst für die Freiwilligen kostenlos erteilt wird. Ihre Einsatzzeiten können die Fahrer selbst festlegen.

Im Januar ist das bis Ende 2019 laufende Modellprojekt, gefördert vom Amts für regionale Landesentwicklung aus dem Programm Demografie-Projekte gestartet. Alles wird dokumentiert, damit Empfehlungen für andere ländliche Gemeinden gegeben werden können. Die Betriebskosten werden aus Spenden aufgebracht. Weil die Gemeinde Geeste und der Malteser Hilfsdienst das Projekt zu einer dauerhaften Einrichtung machen wollen, suchen sie Fördermöglichkeiten und Sponsoren.

Die Koordinatorin Britta Glasker ist dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr im Rathaus in Dalum persönlich zu erreichen, Tel. 05937/ 68183. Darüber hinaus per E-Mail:  geeste.mobil@ malteser.org 


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