Neue Gewässer voller Leben Erfolg für die Krötenschutzaktion in Geeste

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Geeste. Die Ersatzlaichgewässer in Geeste, die Tieren das gefährliche Überqueren der Landesstraße 67 ersparen sollen, werden von Fröschen und Insekten gut angenommen.

Im Rahmen von Kontrollgängen um die neuen Feuchtbiotope, die die Gemeinde zur Unterstützung der Amphibienumsiedlung im September 2016 anlegen ließ, stellte Heinke Glameyer-Fleischmann fest, dass sich die Grasfrösche zahlreich vermehrt haben. Grasfrösche führen im Frühjahr eine Laichwanderung durch. Im Rahmen der Krötenschutzaktion der Geschwister-Scholl-Schule im März und April dieses Jahres wurden erstmalig alle aus den Sammeleimern entnommenen Amphibien innerhalb der Umzäunung von zwei Teichen ausgesetzt, darunter etliche Grasfrösche. Sie sind aber weniger ortstreu als Erdkröten. So haben sie selbstständig von ihrem Winterquartier aus die nicht umzäunten Teiche im hinteren Bereich des neuen Wildschutzgebietes hinter dem Hof Iben als Laichgebiet „erobert“. Nach einer zweieinhalb- bis dreimonatigen Entwicklung, abhängig von äußeren Bedingungen, konnte man viele kleine Grasfrösche am Rand der Teiche beobachten. Sie werden im Alter von zwei bis drei Jahren geschlechtsreif.

Anfang August beobachtete Heinke Glameyer-Fleischmann bei den vier hinter dem Hof Iben liegenden Teichen zahlreiche junge Grünfrösche, vor allem Kleine Wasserfrösche, beim Verlassen der Teiche. Zu den Grünfröschen gehören der Kleine Wasserfrosch, der Seefrosch und der als hybrider Bastard aus der Paarung von Individuen der beiden Arten hervorgegangene Teichfrosch. Der Kleine Wasserfrosch ist auf der Oberseite grasgrün mit einer variierenden Zahl von braunen bis schwarzen Flecken, die auf den Oberschenkeln noch stärker ausgeprägt sind.

Grünfrösche sind ab März aktiv, die Paarungszeit beginnt allerdings erst Ende April und kann bis in den Juli reichen. Entsprechend verlassen die jungen Grünfrösche später das Gewässer. Sie halten sich anschließend den ganzen Sommer über am Gewässer auf und springen mit einem großen Satz ins Wasser, wenn man sich ihnen nähert. Grünfrösche wurden in größerer Zahl am fünften Teich, der am Waldrand überwiegend im Schatten großer Bäume liegt, angetroffen. Im Wasser konnte man Kaulquappen in der Übergangsphase zum Frosch beobachten.

Erdkröten wurden im Sommer nicht in der Nähe der neuen Teiche gesehen. Sie wandern einige Zeit nach Beendigung der Eiablage zu ihren Sommerquartieren in Waldgebieten. Um ihnen das zu ermöglichen, wurden die Umzäunungen rechtzeitig geöffnet. Die Nutzung der Teiche als Laichgebiet durch diese Amphibienart wird sich erst in drei bis fünf Jahren zeigen, wenn die Kaulquappen, die in diesem Jahr geschlüpft sind und sich zu Erdkröten entwickelt haben, geschlechtsreif sind.

Libellen

Des Weiteren konnten Vertreter verschiedener Libellenarten, wie Vierfleck, Große Königslibelle, Große Pechlibelle und Großer Blaupfeil über den in der Sonne liegenden Teichen beobachtet werden. Bei den Vierflecklibellen findet eine schnelle Paarung im Flug statt, danach legt das Weibchen die Eier mit wippenden Bewegungen ins Wasser. Außerdem waren Wasserläufer und Rückenschwimmer auf dem bzw. im Wasser unterwegs. Über dem größten Teich waren eine Reihe von Mehlschwalben sowie einzelne Rauchschwalben bei der Jagd nach Insekten zu sehen.

Trotz der Trockenheit befand sich in allen Teichen Wasser, der Wasserspiegel war im Vergleich zum Frühjahr deutlich gesunken und teilweise war die Algenbildung sehr stark. Bleibt zu hoffen, dass Regenfälle den Wasserstand wieder steigen lassen und sich die Tier- und Pflanzengemeinschaft weiterhin zum Positiven entwickeln kann, sagt Glameyer-Fleischmann.


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