Rückzugsort für Fische Warum lagen am Speicherbecken Geeste so viele Rohre am Strand?

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Am Speicherbecken Geeste lagen in den letzten Tagen rund 30 Rohre im Strandgebiet. Eigentlich sollten sie unter Wasser sein. Foto: Malte GoltscheAm Speicherbecken Geeste lagen in den letzten Tagen rund 30 Rohre im Strandgebiet. Eigentlich sollten sie unter Wasser sein. Foto: Malte Goltsche

Geeste. Beim Spaziergang um das Speicherbecken in Geeste fiel in den letzten Tagen eines auf: Rund 30 Rohre liegen im Strandgebiet herum, einige von ihnen sind zerbrochen. Warum liegen sie dort, und wer wäre dafür zuständig, sie wegzuräumen? Wir haben beim Besitzer des Sees, die RWE, und dem ansässigen Tauchclub nachgefragt.

Die Rohre, so viel steht fest, waren kein Müll, den jemand dort einfach abgeladen hat. Stattdessen sind sie wohl als Einrichtung für die Fische im See gedacht. Der Landkreis Emsland teilt auf Anfrage mit, dass die Rohre dem Surf- und Tauchverein gehören, die damit die Fischpopulation fördern wollten.  Yves-Rando Diek vom ansässigen Tauchclub Hydra Lingen vermutet, dass sie schon seit der Befüllung des Speicherbeckens in den 1980er Jahren im Wasser liegen könnten. Aus zahlreichen Tauchgängen sei hervorgegangen, dass die Rohre vor allem den im See lebenden Aalen als Rückzugsort dienen. 



Wenig Wasser im Speicherbecken

Besuchern des Speicherbeckens bot sich durch die Rohre zuletzt kein schöner Anblick. "Normalerweise liegen die Rohre aber auch ein paar Meter unter der Wasseroberfläche", sagt Taucher Diek. Bedeutet also: es ist aktuell deutlich weniger Wasser im Speicherbecken als es sonst der Fall wäre, was auch an den Wasserlinien am Strand und an den Betonwänden rund um den See zu sehen ist. Das bestätigt wiederum der Landkreis. Der Wasserstand sei derzeit rund acht Meter tiefer als sonst üblich.

Diese Ente scheint sich von den herumliegenden Rohren nicht stören zu lassen. Foto: Malte Goltsche

Das hat mehrere Gründe. Die RWE ist Besitzer und Betreiber des Speicherbeckens. Es wurde als Ergänzungsgewässer zur Ems angelegt. Falls diese nicht genug Wasser führen sollte, um das Kraftwerk in Lingen mit Kühlwasser zu versorgen, kann die RWE Wasser aus dem Speicherbecken entnehmen. Das habe die RWE in den letzten Wochen und Monaten mehrfach getan, um den Kühlbetrieb am Kraftwerk Lingen aufrechtzuerhalten, bestätigte die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit am Kraftwerk, Anna-Lena Meyer. Der niedrige Wasserstand sei aber auch auf die "normale Verdunstung" während des langen Sommers zurückzuführen. Die Befüllung des Speicherbeckens, auch Aufgabe der RWE, sei nur im meteorologischen Winter und bei ausreichender Wasserführung der Ems zulässig, erklärte Meyer. Bis dahin muss das Speicherbecken also mit Regenwasser auskommen und der Wasserstand wird sich nicht wesentlich erhöhen.  

Teilweise waren die Rohre auch zerbrochen. Foto: Malte Goltsche


RWE ist für die Wartung zuständig

Als Betreiber ist die RWE auch für die Instandhaltung und Wartung des Speicherbeckens zuständig. Die Sauberkeit des Sees ist also eigentlich die Aufgabe des Konzerns. Meyer sagt dazu: "Die Instandhaltung und Wartung ist eine dauerhafte Investition des Unternehmens. Das was wir warten müssen, wird regelmäßig gewartet." Wenn am Strand des Speicherbeckens Scherben wie zum Beispiel die der kaputten Tonrohre lägen, sei es auch Aufgabe der RWE, diese zu entfernen.

Weil auch die Taucher des Tauchclub Hydra ein Interesse an einem sauberen Gewässer haben, führen sie regelmäßig eine Säuberungsaktion durch. Am vergangenen Wochenende haben sie rund 25 Kilo Müll aus des See gefischt. "Vor allem Glas, PET-Flaschen und Plastikbesteck waren dabei", erklärt Diek. Generell sei an der Wasserqualität nichts auszusetzen, sagt Yves-Rando Diek. "Der See ist insgesamt in einem sehr, sehr guten Zustand."

Rohre am Donnerstag entsorgt

Seit Donnerstagmittag liegen die Rohre wieder im See. Im Auftrag der RWE entsorgte die Firma Mainka die zerbrochenen Rohre, die heilen legten die beiden Mitarbeiter Matthias Wessels und Manfred Aldeschulte wieder in das Wasser. "Seit dem heißen Sommer 2003 war der Wasserstand nicht mehr so niedrig", berichtet Wessels. Durch die Aufräumaktion ist die Verletzungsgefahr für Spaziergänger und Badegäste beseitigt. Auch die Fische können sich freuen. Sie haben ihre Rohre zurück.


Manfred Aldeschulte (links) und Matthias Wessels haben die Rohre am Donnerstag wieder in das Wasser gelegt. Foto: Malte Goltsche



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