Tag der Öffentlichkeit JVA Groß Hesepe gewährt Blick hinter Gefängnismauern

Von Werner Scholz, 11.09.2018, 12:20 Uhr
Bernd-Carsten Hiebing auf seinem Weg hinter Gitter. Hier durchschreitet der Landtagsabgeordnete einen Metalldetektor. Foto: Werner Scholz

ws Geeste. Gruppenweise und unter hohen Sicherheitsvorkehrungen haben jetzt rund 250 Angehörige von JVA-Bediensteten Gelegenheit gehabt, sich umfassend über den Alltag hinter den Gittern der Justizvollzugsanstalt (JVA) Lingen, Abteilung Groß Hesepe, zu informieren.

Zum „Tag der Öffentlichkeit“ kamen zudem über 400 Interessierte aus der näheren Umgebung. Zu den Besuchern zählte auch der CDU-Landtagsabgeordnete Bernd-Carsten Hiebing. Beim jeweils zweistündigen Rundgang durch die Abteilungen standen die Bediensteten den Besuchern Rede und Antwort. Der stellvertretende Anstaltsleiter Werner Muntel dazu: „Meine Kollegen und ich wollten den Angehörigen und der interessierten Öffentlichkeit zeigen, wie sich das Leben hinter Gittern wirklich abspielt. Vielleicht konnten wir durch diese Transparenz auch teilweise vorhandene diffuse Ängste nehmen. Ich bin sehr stolz, dass so viele Bedienstete neben ihrer alltäglichen Arbeit diese beiden Tage so hervorragend organisierten. Ich habe von den Besuchern rundum positive Rückmeldungen über den Vollzug und unsere Arbeit erhalten.“ Viele sagten, dass sie sich so den Strafvollzug nicht vorgestellt hätten.

270 Haftplätze

Die Abteilung Groß Hesepe verfügt über 270 Haftplätze, die überwiegend belegt sind. Der geschlossene Vollzug sei insgesamt in Niedersachsen voll ausgelastet. Lediglich im offenen Vollzug gebe es noch freie Haftplätze. Leider seien immer weniger Gefangene für den offenen Vollzug geeignet. „Aufgrund von Suchtmittelabhängigkeit oder anderen Problematiken ist einfach die Gefahr zu groß, dass sie aus dem offenen Vollzug flüchten oder diesen sogar zur Begehung von neuen Straftaten nutzen“, gab Muntel zu bedenken.

Aufnahme von Gefangenen

Ein besonderer Schwerpunkt neben der sicheren Unterbringung sei die Hilfe für Gefangenen bei der Aufnahme, während des Vollzuges und zur Entlassungsvorbereitung. Idealerweise arbeite ein Gefangener in der Weise im geschlossenen Vollzug an seinen Problematiken, sodass zur Vorbereitung der Entlassung eine Verlegung in den offenen Vollzug verantwortet werden könne. „Die entsprechenden Angebote unserer Fachdienste sind vorhanden. Die Gefangenen müssen nur die gebotenen Chancen ergreifen und mitarbeiten“, betonte Muntel.

Transport von Gefangenen

Neben dem Besucherraum und der Kammer, dem Gesundheitsdienst und dem JVA-Betrieb sowie Hochsicherheitsbereich standen die Unterbringung der Gefangenen, die Kirche und Seelsorge, der Freizeitbereich und die Arbeitstherapie mit auf dem Programm.

Zudem boten JVA-Bedienstete Einblicke in die Art und Weise, wie Gefangene transportiert werden.

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