2439-mal Hoffnung für Mathilda Imposante Resonanz auf Typisierungsaktion in Geeste

Von Ann-Christin Fischer

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So einfach geht es: Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein. Tausende ließen sich am Wochenende in Geeste typisieren. Foto: Ann-Christin FischerSo einfach geht es: Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein. Tausende ließen sich am Wochenende in Geeste typisieren. Foto: Ann-Christin Fischer

acf Geeste. „Die kleine Maus muss das schaffen. Und jeder andere, der diese scheiß Krankheit hat, auch.“ Harte und wahre Worte, die Simone Karl bei der Typisierungsaktion der DKMS in Geeste von sich gibt, doch sie erntet nur bejahendes Kopfnicken von den umstehenden Menschen.

Für die vierjährige Mathilda und andere Erkrankte haben viele Tausend Emsländer und Familien aus dem Umland zusammengehalten. Unter der Schirmherrschaft des Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann ließen sich exakt 2439 Frauen und Männer in der Turnhalle in Geeste typisieren. Mathilda hat einen unbändigen Lebenswillen. Zwei Jahre lang kämpfte sie gegen den Krebs. Besiegte ihn. Nun ist er zurück. Sie muss wieder kämpfen. Doch nicht alleine. Die Genesungswünsche, Gedanken, und Gebete von Tausenden Menschen stehen hinter ihr. Sie alle haben sich für Mathilda und andere Kämpfer typisieren lassen. Denn nur eine Stammzellenspende kann das Leben der Erkrankten retten.

200 fleißige Helfer

„Natürlich machen wir das für Mathilda, aber auch für alle anderen“, sagt Werner Schräer, der am Sonntagnachmittag nicht in seiner Funktion als Haselünner Bürgermeister die Nachbargemeinde besucht – sondern als Familienangehöriger auf dem rund 1000 Quadratmeter großen Areal steht und dabei einer von rund 200 fleißigen Helfern ist. „Eigentlich mussten wir gar nicht fragen, manchmal mussten wir die Hilfsangebote sogar ablehnen, weil schon alles organisiert war. Der Zusammenhalt in der Gemeinde und unter den Mitwirkenden ist unglaublich“, meint Schräer und lässt seinen Blick über die Köpfe spielender Kinder und zufrieden Kaffee trinkender Erwachsener schweifen.

Herzliches Dankeschön

„Auch im Namen der Familie möchte ich Danke sagen und ohne jemanden explizit zu nennen, trotzdem die Freiwillige Feuerwehr, örtliche Firmen und Sponsoren, Nachbarschaftshilfen, Freundeskreise, die Kirchengemeinde und die Gemeinde Geeste für ihr Engagement und die große Hilfsbereitschaft loben.“ Genauso lässt er den Verein Flugkraft, ein Foto- und Hilfsprojekt für Krebskranke, die Elterninitiative, die Sonnenkinder und natürlich die DKMS nicht unerwähnt. Sie sind nun alle typisiert und somit potenzielle Lebensretter.

Besondere Flitterwochen

Raphael und Kathrin Vorjans genießen an diesem Sonntag den letzten Tag ihrer Flitterwochen. Und anstatt die Zeit zu zweit zu verbringen, machen sie „etwas Sinnvolles“, wie Kathrin Vorjans mit einem dicken Grinsen im Gesicht sagt. „Wir wollen einfach helfen, und darum sind wir hier.“ Zusammen mit ihren Freunden Elisabeth Vorjans und Marco Ahillen, beide kommen aus Herzlake, reihen sie sich in die nicht kürzer werdende Schlange vor der Turnhalle ein. Bereits um kurz vor 11 Uhr standen hier die ersten Typisierungswilligen, und bis 17 Uhr ließ der Andrang nicht nach. Elisabeth Vorjans meint beeindruckt: „Es ist toll, dass so viele Leute gekommen sind. Natürlich wurde im Vorfeld auch viel darüber berichtet, und in den sozialen Medien kam man um das Thema nicht herum, aber das Ergebnis hier ist schon beeindruckend.“ Etwas weiter vorne in der Schlange stehen Marcel und Jaqueline Engelmeyer aus Meppen. Das Ehepaar ist sich einig: „Es kann jeden treffen, und wir haben lange mit dem Gedanken gespielt, ob wir uns typisieren lassen, und nun sind wir hier.“

Echter Wahnsinn

Jens Lake sitzt währendessen auf einem der 50 Stühle in der Turnhalle und fragt Personalien ab, erklärt das Prozedere der Typisierung. Er sei aus familiären Gründen hier, viele Verwandte tummeln sich unter den Helfern, aber sie alle sagen immer wieder: „Das ist nicht nur für Mathilda, das hier ist für jeden, der in Not gerät.“ Theresa Lampen und Mareike Buse gehören zum Verwandten- und Freundeskreis der Familie. Theresa weist gerade einem potenziellen Spender den Weg, als ihre Freundin sagt: „Wahnsinn, was hier passiert. Mit so einem Andrang hätte ich wirklich nicht gerechnet.“


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