Maritime Musik am Seestrand 20.000 Besucher beim Shanty-Open-Air in Geeste

Von Heiner Harnack


Geeste. Mehr als 20.000 Besuchern hatte das Shanty-Open-Air am Speichersee in Geeste. Neun deutsche und niederländische Chöre sangen auf drei Bühnen.

Zum achten Mal hat das Shantychor Open Air am Speicherse e stattgefunden und wieder wahre Zuschauermassen angelockt. Schon um kurz vor 12 Uhr mittags war die Blechlawine so lang, dass wohl auch der Schirmherr, Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone, nicht rechtzeitig zur Eröffnung erscheinen konnte. Stattdessen übernahmen Landkreis-Dezernent Marc-André Burgdorf und Bürgermeister Helmut Höke die Aufgabe.

Kaum fassen konnten die Zufahrtsstraßen und die Parkplätze rund um den Speichersee die Fahrzeuge, die bis aus dem Ruhrgebiet und den Niederlanden zum Festival angereist waren. Ganze Busladungen mit shantyhungrigen Musikfans waren angereist und nahmen bei eher angenehmen Temperaturen den Fußweg zu den drei Spielorten auf sich. Veranstalter Peter Ludewig hatte sich für Menschen mit Behinderungen etwas Besonderes ausgedacht und so fuhr das Geeste Mobil im Pendelverkehr zumeist Rollstuhlfahrer zur Deichkrone und wieder zurück. Eine besondere Ehrung, Urkunde und goldene Ehrennadel, erhielt der Leiter des Shantychores, Gerd Ruhl, für seine 50-jährige Tätigkeit im Musikbereich. Bürgermeister Helmut Höke dankte den Organisatoren für deren ehrenamtlichen Einsatz, die seit vielen Jahren diese Veranstaltung möglich machen. „Stolz macht uns alle, dass Ihr Geeste in die Welt hinaus tragt“, meinte Höke in Anspielung auf manche Radioauftritte und Konzerte weit über die emsländischen Grenzen hinaus.

International

„Dieses Festival hat einen internationalen Charakter, ist aber zugleich eine Werbeveranstaltung für unser Emsland“, sagte Dezernent Marc-André Burgdorf vor vielen tausend Gästen, die sich an der großen Hauptbühne eingefunden hatten. Bereits um 14 Uhr war die Zuschauermarke von über 20.000 Besuchern laut Veranstaltern geknackt worden und es herrschte kaum noch ein Durchkommen, als die ersten Musikstücke über die Bühnen gingen. Alleine aus den Niederlanden waren vier Shantychöre angereist. Die Musiker aus Emmer-Compascuum, Wedde, Drachten und Emmen zeigten, dass auch die Nachbarn im Westen einst eine große Seefahrernation waren. Dazu gesellten sich die Chöre aus Vegesack bei Bremen, Rheine, Gronau, Lohne und die Gastgeber des Geester Shantychors, die all die Lieder zum Besten gaben, die von den Zuhörern an den drei Bühnen zum großen Teil mitgesungen werden konnten.

Wer in den vielen Stunden bei handgemachter Musik mit Akkordeon, Mundharmonika und Gitarre noch etwas flanieren wollte, konnte dies auf dem Trödelmarkt auf der Deichkrone tun, wo allerlei Nützliches und manches weniger Brauchbare angeboten wurde. Allerdings gab es hier oft genug kaum ein Durchkommen, so das der Begriff ‚Schieben‘ eher angebracht war. Das Shanty Open Air am Speichersee dürfte mittlerweile zu einer der erfolgreichsten Musikveranstaltungen in der Region geworden sein. Peter Ludewig und seine Truppe versprachen eine Neuauflage für das Jahr 2019.


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