Stammzellenspender gesucht Leukämie ist zurück: Mathilda aus Geeste kämpft wieder um ihr Leben

Von Carola Alge


Geeste. Mathilda war ein kleines zweieinhalbjähriges Mädchen wie viele andere. Plötzlich wurde bei der Geesterin Leukämie festgestellt. Gegen die kämpfte sie zwei Jahre, besiegte den Krebs. Jetzt ist er zurückgekommen. In hoch aggressiver Form. Mathilda muss wieder kämpfen und benötigt nun eine Stammzellenspende.

  • Im Alter von 2,5 Jahren erkrankte Mathilda an Leukämie
  • Zwei Jahre lang kämpfte sie tapfer und besiegte den Krebs
  • Nach nur vier Monaten die schreckliche Diagnose: Der Krebs ist zurück
  • Nur ein Stammzellenspender kann das Leben des Mädchens retten
  • Eine Typisierungsaktion findet am 26. August in Geeste statt

Entdeckt wurde die Leukämie zum ersten Mal, als Mathilda stark erkältet war und der Verdacht auf Lungenentzündung bestand. Die üblichen Medikamente und weitere medizinische Maßnahmen griffen nicht. Umfangreiche Untersuchungen begannen, die die schreckliche Diagnose ergaben. Die Zweineinhalbjährige nahm mit Unterstützung ihrer Familie und von Freunden den Kampf gegen die Krankheit auf. Mehrere Monate Klinikaufenthalt folgten. Obwohl ihr die Chemotherapien, die Medikamente schlimm zusetzten, war die kleine Emsländerin tapfer. „Sie hat ein großes Kämpferherz gezeigt“, sagt ihr Onkel Werner Schräer.

Krebs schien besiegt

Im März 2018 schien die Krankheit besiegt. Mathilda, deren Bewegungsmöglichkeiten infolge der Krankheit vorübergehend stark beeinträchtigt waren, genoss es, endlich all das tun zu dürfen, was Gleichaltrige so machen. Sie ging wieder in den Kindergarten, hatte Riesenspaß am Spielen. Niemand glaubte in dieser Phase, der Krebs würde zurückkommen. Auch eine Kontrolluntersuchung vor vier Wochen gab Entwarnung.

Nach einem Urlaub mit der Familie aber war Mathilda wieder leicht erkältet. Auch da dachte die Familie nicht an einen schlimmen Rückfall. Den jedoch hatte das Mädchen, das zurzeit in einer Kinderklinik in Oldenburg akut behandelt wird.

Aggressive Form

Der Blutkrebs hatte sich in Mathildas kleinem Körper wieder breitgemacht. Er ist so aggressiv, dass nur ein passender Stammzellenspender ihr Leben retten kann. Bislang ist die weltweite Suche nach einem „genetischen Zwilling“ erfolglos.

Familie und Freunde hoffen, einen Spender mit der Typisierungsaktion nun schnell zu finden. „Mathilda gibt nicht auf, aber alleine kann sie den Kampf nicht gewinnen. Sie braucht die Hilfe der gesamten Bevölkerung. Nur wer sich registrieren lässt, kann als Spender gefunden werden.“ Dieser Aufruf zur Teilnahme an der Aktion steht auch auf Flyern, den die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) aufgelegt hat.

Haupttätigkeitsfeld dieser gemeinnützigen Organisation ist die Unterstützung von Knochenmarkspenden, um die Heilungschancen der an Leukämie und anderen lebensbedrohlichen Erkrankungen des blutbildenden Systems Betroffener zu verbessern. Sie motiviert Menschen zur Registrierung, um Blutkrebspatienten weltweit eine zweite Chance auf Leben zu geben. Das ist wichtig, denn: Nur ein Drittel aller Blutkrebspatienten findet innerhalb der Familie einen passenden Spender. Mathilda gehört leider zu den anderen zwei Dritteln.

Aktion am 26. August 2018

Für sie, aber auch für andere Erkrankte findet unter der Schirmherrschaft des Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann die Registrierungsaktion am Sonntag, 26. August, 11 bis 17 Uhr, in der Turnhalle Geeste, Wilhelmstraße 4 in Geeste, statt. 150 ehrenamtliche Helfer werden die Aktion vor Ort begleiten. Diese breite Unterstützung dort, aber auch in sozialen Netzwerken, ist Mathildas Familie eine große Hilfe“ Das macht Mut, so eine Aktion durchzuführen“, sagen die Organisatoren im Gespräch mit unserer Redaktion. Ihr Dank gilt im Namen von Familie und Freunden ausdrücklich der Gesellschaft Flugkraft sowie der Gemeinde Geeste und den lokalen Vereinen und Verbänden.

Große Tapferkeit

Mathilda trägt ihren Rückfall mit großer Tapferkeit, wie ihre Familie sagt. Alle hoffen, über die Registrierung den Lebensretter der Vierjährigen zu finden. Darauf vertraut auch der Werder-Bremen-Fanklub „Werder 12 Emsköppe“. Er ruft – neben vielen anderen – in sozialen Medien dazu auf, bei der Aktion mitzumachen. „Mathilda ist erneut am heimtückischen Blutkrebs erkrankt. Nun haben sie und ihre Familie wieder einen schweren Gang vor sich, der aber alles andere als hoffnungslos ist. Wir alle können dabei einen kleinen, aber sehr entscheidenden Beitrag leisten und müssen lediglich wenige Minuten dafür investieren.“ Als Dankeschön verlost der Fanklub ein signiertes Werder-Trikot und eine Eintrittskarte für das Spiel Werder Bremen gegen Bayern München.


Wie funktioniert die Registrierung?

Die Registrierung geht einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird beim Spender ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen durchgeführt, damit seine Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Spender, die sich bereits in der Vergangenheit bei einer Aktion registrieren ließen, müssen nicht erneut mitmachen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung.

Die DKMS ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich dem Kampf gegen lebensbedrohliche Blutkrebserkrankungen verschrieben hat. Unser Ziel ist es, so vielen Patienten wie möglich eine zweite Lebenschance zu ermöglichen. Dabei sind wir weltweit führend in der Versorgung von Patienten mit lebensrettenden Stammzelltransplantaten. Die DKMS ist außer in Deutschland in den USA, Polen, UK und Chile aktiv. Gemeinsam haben wir mehr als acht Millionen Lebensspender registriert. Darüber hinaus betreibt die DKMS wissenschaftliche Forschung und setzt in ihrem Labor, dem DKMS Life Science Lab, Maßstäbe bei der Typisierung neuer Stammzellspender.

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