Emsländer verurteilt Geldstrafe nach Sachbeschädigungen und Taxibetrug

Von Gerd Albers

Das Amtsgericht Meppen hat einen 24-jährigen Mann aus Geeste wegen Sachbeschädigungen und Taxibetrug zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt. Foto: Volker Hartmann/dpaDas Amtsgericht Meppen hat einen 24-jährigen Mann aus Geeste wegen Sachbeschädigungen und Taxibetrug zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt. Foto: Volker Hartmann/dpa

Meppen. Das Amtsgericht Meppen hat einen 24-jährigen Mann aus Geeste wegen Sachbeschädigungen und Taxibetrug zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann vier Straftaten vorgeworfen. Demnach soll es zwischen ihm und zwei Bewohnern der Flüchtlingsunterkunft in Geeste zunächst zu einer verbalen, später dann zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen sein. Einer der Beteiligten hatte über längere Zeit Schmerzen, nachdem er vom Angeklagten in die Seite getreten wurde. Später dann beschädigte der Angeklagte mit einer Eisenstange, die Eingangstür, Fenster und eine Schalusie.

Eine weitere Straftat wurde ihm vorgeworfen, weil er mit einem Taxi von Meppen nach Geeste fuhr und dem Fahrer das Entgelt für die Fahrt schuldig blieb. Bei der letzten Straftat handelte es sich erneut um eine Sachbeschädigung, bei der er laut Anklage seiner Nachbarin mit einem Messer die Eingangstür zerstach.

In seiner Erwiderung räumte der Angeklagte, der aus der Justizvollzugsanstalt Oldenburg vorgeführt wurde, die beiden Sachbeschädigungen ein. Hinsichtlich der Körperverletzung führte er aus, dass sein Gegenüber ihn nach einem Streit plötzlich geschlagen habe und er sich dagegen zur Wehr setzte. Der als Zeuge vorgeladene Geschädigte behauptete genau das Gegenteil, demnach will er vom Angeklagten mit dem Fuß gegen die Hüfte getreten und ins Gesicht geschlagen worden. Dabei sei seine Brille zerstört worden.

Als der Richter ihn aufforderte, zu zeigen wie er, von dem neben ihm Sitzenden getreten wurde, wurde schnell klar, dass es so nicht gewesen sein konnte, da es schwer war, aus der geschilderten Sitzposition den Geschädigten zu treffen. Weiterhin verwickelte sich der Geschädigte in Widersprüche, sodass seine Glaubwürdigkeit in Frage gestellt werden musste und dieses Verfahren gegen den Angeklagten eingestellt wurde.

Hinsichtlich der Taxifahrt behauptete der Angeklagte, dass er nicht mitgefahren sei, es müsse sich um eine Verwechslung handeln. Der als Zeuge geladene Taxifahrer erkannte den jungen Mann als seinen Fahrgast wieder und schilderte, dass dieser versucht habe, sich die 27,40 Euro bei seiner Nachbarin zu leihen. Diese bestätigte es und erklärte, dass sie zu dem Zeitpunkt nicht so viel Geld im Haus gehabt hätte, sonst hätte sie ihm den Betrag geliehen.

„Unter Alkohol gefährlich„

Die Nachbarin schilderte den Angeklagten als einen sehr lieben Jungen, der allerdings unter Alkoholeinwirkung gefährlich sei und manchmal ausraste. Das Strafregister des Angeklagten wies zwei Vorstrafen aus. Nach Kenntnis des Gerichts seien aber noch weitere Strafverfahren anhängig, wegen derer er sich zur Zeit in Untersuchungshaft befinde.

Die Staatsanwältin führte in ihrem Plädoyer aus, dass sie die Geständnisse und die Entschuldigungen sowie die Geldzahlungen, die er an die Geschädigten geleistet habe als strafmildernd ansehe. Auch die Tatsache, dass er unter Alkoholeinfluss gehandelt habe, wolle sie berücksichtigen. Deshalb forderte sie wegen zweimaliger Sachbeschädigung und des Betruges zum Nachteil des Taxifahrers eine Geldstrafe von 1800 Euro. Ebenso habe er die Kosten des Verfahrens zu tragen.

Die Verteidigung sah den Tatbestandes des Betruges als nicht erfüllt an, da der Angeklagte keinen betrügerischen Vorsatz gehabt habe. Deshalb beantragte ebenfalls eine Geldstrafe, die Höhe stellte er in das Belieben des Gerichts. Der Richter schloss sich weitgehend der Staatsanwältin an, ermäßigte die Geldstrafe auf 1200 Euro.


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