Kinder zeichnen Karten Vermessung des Emslandes damals Meilenstein für Region

Von Heiner Harnack

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Geeste. Heute nicht mehr wegzudenken sind die Navigationsgeräte in Autos. Kaum ein Fahrer hat noch eine Straßenkarte an Bord. Im Moormuseum in der Gemeinde Geeste konnten Ferienpasskinder sehen, wie kompliziert es einst war, maßstabsgetreue Karten zu zeichnen.

Zu Beginn der kleinen Expedition erklärte Annett Meiners den Kindern die alten Karten im Moormuseum, die vor langer Zeit von Experten in mühevoller Kleinarbeit angefertigt worden waren. Daneben ein eher schmuckloser Stab, der die Darstellung eines Urmeters zeigt, auf dessen Maß man sich im Jahre 1795 zum ersten Mal in Frankreich geeinigt hatte.

Daumendickes Holz

Von der Historie innerhalb des Museums ging es dann nach draußen, wo die Kinder sehr schnell sehen konnten, wie schwierig es ist, nur ein kleines Häuschen halbwegs maßstabsgetreu auf ein leeres Blatt Papier zu bekommen. Sie benötigten mehrere Vorgänge, um den kleinen Backsteinbau mit all seinen Ecken genau zu vermessen. Völlig daneben liegt man mit der Bezeichnung ‚Zollstock‘, wusste auch Meiners zu berichten. Ein Zoll bedeutet in der Realität etwa 2,54 cm und so müsste dieser ausklappbare Messstab eigentlich 2,54 Meter lang sein. Ist er aber nicht und bringt es lediglich auf exakt 2,00 Meter. Einst stand der Begriff ‚Zoll‘ für ein Stück abgeschnittenes Holz und sollte lediglich einen Daumen breit sein, was wiederum passte.

Stock und Stift statt GPS

„Die Vermessung des Emslandes war ein Meilenstein für die Entwicklung der ganzen Region“, sagte Annett Meiners. So habe man auch eine effektive Verwaltung einsetzen können, die dann wusste, wo alle Dörfer und Straßen lagen. Man habe sehr genaues Kartenmaterial gefertigt, mit dessen Hilfe auch die Erschließung der Moorflächen habe vorangetrieben werden können. „Wir wollen mit den Kindern in die Schuhe der ehemaligen Landvermesser steigen und aufzeigen, wie es ist, mit Stock, Stift und Blatt ins Gelände zu gehen.“ Dabei konnten sie sehr schnell feststellen, wie es ist, wenn kein GPS-Signal über den Satelliten zur Verfügung steht. „Ich finde es interessant, dass man Karten lesen kann und auch weiß, wie ein Kompass funktioniert“, meinte Ronja Brink, die es ein wenig nervig fand, dass Jungen in der Schule meist nur über Computerspiele redeten.


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