Am 29. Juli mit Jutta Over und Uwe Westphal Tierstimmen, Lyrisches, Musik im Moormuseum Groß Hesepe

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„Moorklang – Flussgesang“ heißt es am 29. Juli 2018 mit Jutta Over und Uwe Westphal in Groß Hesepe. Foto: Over„Moorklang – Flussgesang“ heißt es am 29. Juli 2018 mit Jutta Over und Uwe Westphal in Groß Hesepe. Foto: Over

Geeste. Können Menschen die Sprache der Vögel verstehen? Uwe Westphal sagt man das nach. Sein Talent stellt er gern bei Vorträgen und Auftritten unter Beweis. Am 29. Juli ist er wieder einmal im Emsland zu Gast. Von 16 bis 18 Uhr präsentiert er gemeinsam mit Jutta Over aus Meppen das gemeinsame Projekt „Moorklang – Flussgesang“ während des Buchweizenfestes im Moormuseum in Groß Hesepe.

Seit 1978 leitet Westphal naturkundliche Exkursionen und Seminare. „Es macht mir große Freude, meine Begeisterung für die Natur mit anderen Menschen zu teilen. Aber auch diejenigen, die bisher vielleicht einen weniger intensiven Kontakt zur Natur haben, möchte ich für unsere natürliche Umwelt begeistern.“ Dem gebürtigen Hamburger, seines Zeichens Diplombiologe, Fachredakteur und Buchautor in Personalunion, ist es ein Anliegen zu zeigen, wie erholsam, ja heilsam ein Aufenthalt in der Natur gerade in Stresssituationen sein kann. „Es ist ein idealer Ausgleich in unserem oft hektischen Alltag“.

Was kreucht und fleucht

Schon als Kind war Westphal „von allem begeistert, was kreucht und fleucht“. Seine Großeltern hatten einen kleinen Bauernhof mit Kühen und Schweinen, Hühnern, Hund und Katze und vielen wilden Mitbewohnern. „Ich freute mich an den Schwalben in der Diele und staunte über das riesige Hornissennest auf dem Kornboden. In einem alten Schuppen hatten Fledermäuse ihr Tagesquartier, und der Storch klapperte auf Nachbars Scheunendach. Ich streifte durch Felder und Wiesen, beobachtete Rehe und Hasen, Rebhühner und Kiebitze.“

Sein besonderes Anliegen ist es, naturwissenschaftliche Forschung und intuitives Erfahrungswissen zu einem „neuen alten“ Naturverständnis zu vereinen. Im Laufe vieler Jahre intensiver Naturbeobachtung eignete er sich die Fähigkeit an, die Laute zahlreicher Vögel, Säugetiere, Amphibien und Insekten naturgetreu zu imitieren und ihre jeweilige Bedeutung zu verstehen. „Diese Fähigkeit, die ich schon häufig in Funk und Fernsehen sowie bei zahlreichen öffentlichen Auftritten demonstrieren durfte, hat noch einen erstaunlichen Nebeneffekt: Ich erlebe es immer wieder, dass insbesondere meine Vogelstimmen-Imitationen die Herzen ganz vieler Menschen berühren.“

Im Grünland des Tages

Westphals Gabe inspirierte die Meppenerin Jutta Over. Die Diplombiologin engagiert sich seit mehr als 20 Jahren beim Naturschutzbund Emsland/Grafschaft Bentheim und ist seit einigen Jahren künstlerisch unterwegs. Die Sprache hält nach Überzeugung der Biologin „eine unerschöpfliche Menge an Spiel- und Gestaltungsmaterial bereit“. Diese nutzt sie beruflich in der Überzeugungsarbeit für die Notwendigkeit des Naturschutzes und privat zur poetischen Beschreibung von Stimmungsbildern der Natur. Ihre Lyrik erzählt von großen und kleinen Ereignissen im Grünland des Tages und im Schwarzland der Nacht sowie über das vielfältige Geschehen im Grauland der Dämmerung.

Krankenhausaufenthalte können, vor allem für Kinder, ja so quälend langweilig sein. Das ging Jutta Over nicht anders, als sie als Achtjährige ein paar Tage in der Klinik lag. Beim Blick auf ihren flauschigen Bettgenossen kam ihr eine Zeit vertreibende Idee: Sie schrieb für ihren Stoffbären ein Schlaflied. Von da an griff die Meppenerin immer wieder zur Feder. Jüngstes Ergebnis: das Buch „Der Wobbegong“. Seit 2004 beschäftigt sie sich in ihrer Freizeit intensiver mit Literatur.

Auf Westphal wurde sie durch ihren Mann aufmerksam. „Er sah ihn in einer Fernsehsendung und rief mich sofort dazu“, erinnert sich die gebürtige Göttingerin. Die Imitationskünste, die sie dort verfolgte, begeisterten sie. „Ich habe dann Kontakt aufgenommen und ihn vom Nabu aus für einen Auftritt im Heimathaus Twist eingeladen. Da kamen wir ins Gespräch und haben festgestellt, wie gut wir uns ergänzen könnten – Uwes Tierstimmen und meine Texte.“

Duo der anderen Art

Das Duo der etwas anderen Art wurde geboren, als Overs Buch „Der Wobbegong“ herauskam. „Wir haben Nägel mit Köpfen gemacht und sind in die konkrete Planung gegangen.“ Vier Stunden dauerte das Telefonat, „bei dem wir die meiste Zeit gelacht und sehr viele Ideen entwickelt haben“. Premiere hatten die beiden in Neuenkirchen beim Biosphärenreservat Schaalsee. Es folgten Auftritte in der Lüneburger Heide und in Hannover.

Nun freuen sich Over und Westphal auf ihren ersten gemeinsamen Auftritt im Emsland ganz besonders. „Viele meiner Texte sind inspiriert von den Landschaften hier im Emsland“, sagt Over. In Groß Hesepe will sie gemeinsam mit Westphal die Atmosphäre verschiedener Lebensräume durch Klänge und Texte erlebbar machen. „Zunächst begegnen uns in den Sümpfen seltsame Wesen, die quiekende oder hupende Laute von sich geben“, verrät Over.

Weiter geht es ins Moor. Auch hier erklingen wieder besondere Laute, diesmal aus der Luft, von seltsamen Moorvögeln. Über das Moor habe ich einen Song geschrieben, den Morfsong (Morf ist ein Kunstwort aus Moor und Torf), den ich zu aufgenommener Klavierbegleitung singen werden.

Gekrabbel unter unseren Füßen

Gar nicht so selten in Moor und Sumpf sind die Mücken. „Mit denen werden wir uns vor der Pause etwas ausführlicher beschäftigen und der Frage nachgehen, warum sie tanzen und vor allem, warum sie so nervig sirren, bevor sie zustechen.“ Weiter geht es mit dem Gekrabbel unter unseren Füßen, den Kleintieren und den großen Tieren, die im Boden wühlen, den Wildschweinen, über die ich ein Sonett geschrieben habe.

Auch der Wolf – als natürlicher Feind der Wildschweine – darf in dem Programm nicht fehlen. „Da läuft es einem schon mal kalt den Rücken herunter, wenn Uwe das Geheul imitiert“, sagt Over.

Zum Abschluss des Nachmittags berichten Over und Westphal über Tiere, die sich ohne Paarung vermehren können.

In der Pause und nach der Veranstaltung haben die Besucher Gelegenheit, Bücher und CDs Westphals sowie Overs Gedichtband zu erwerben.

„Moorklang – Flussgesang“ mit Jutta Over und Uwe Westphal, 29. Juli, 16 bis 18 Uhr, Emsland Moormuseum in Groß Hesepe, Kinosaal. Eintritt: drei Euro für das gesamte Rahmenprogramm.


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