Emsland-Moormuseum attraktiver Geeste: Moorerlebnisbahn startet im Frühjahr 2019

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Meppen. Normalerweise tagt der Gemeinderat Geeste im Rathaus in Dalum, dieses Mal ging es hinaus zum Geestmoor des Emsland-Moormuseums. Die stellvertretende Ratsvorsitzende Lara Evers konnte als Gäste den Ersten Kreisrat Martin Gerenkamp und Museumsleiter Michael Haverkamp begrüßen.

Bei einem eineinhalbstündigen Rundgang erläuterte der Museumschef den Kommunalpolitikern die Neuheiten im Außengelände. So laufen die Erdarbeiten für den 2,8 Kilometer langen Rundkurs der Moorerlebnisbahn. Mit dem „Abschluss der Arbeiten“ rechnet er im Herbst. Allersdings gehe das Emsland-Moormuseum Ende Oktober auch in die Winterpause. Es sei also fraglich, ob dieses Jahr noch Fahrgäste in den Genuss einer Moorerlebnisbahnfahrt kommen. Eventuell werde sich dies bis zur Saisoneröffnung im Frühjahr verzögern.

Zug für 45 Personen

Die Kosten für eine Zugfahrt bezifferte der Museumsleiter auf zwei Euro. Dabei erhielten maximal 45 Besucher in Zukunft über einen Kopfhörer während der kleinen Zugfahrt mit der Feldbahn Erläuterungen zur Fauna und Flora. Der Begleiter sei dank dieser technischen Hilfe über ein Mikrofon während der Fahrt gut zu verstehen. „Wir bieten zudem Führungen auf Englisch und Niederländisch an“, ergänzte Haverkamp. Morgens seien eine Bahnfahrt und nachmittags mehrere im Stundentakt vorgesehen. Die zeitliche Verzögerung begründet Haverkamp mit „Ausschreibungsproblemen“. Die Mehrkosten der Schienenverlegung von 70.000 Euro übernehme der Landkreis Emsland.

Neue Holzbohlenwege

Haverkamp erinnerte daran, dass die alten Gleise stark abgesackt waren und die Trasse seit Jahren nicht mehr befahrbar war. Die neue Trasse führe nicht mehr direkt durch die Hochmoorflächen und erhalte eine zusätzliche Schotterschicht. Zudem gebe es entlang des Rundkurses mehrere Haltepunkte. Von dort aus könnten Besucher die Moorflächen erkunden. Dabei sollen zwei zusätzliche Holzbohlenwege den Besuchern als weitere Erkundungswege in der Moorfläche dienen. Diese wurden u.a. mit Kaninchendraht überzogen, um gerade bei Nässe einen gefahrlosen Gang zu ermöglichen. Mit diversen Maßnahmen entlang der Wege soll das Außengelände (insgesamt 30 Hektar) des Emsland Moormuseums zu einem barrierearmen ‚Naturpark im Kleinen‘ weiter entwickelt werden.

Neue Moorflächen

Eine weitere Maßnahme soll dazu beitragen, dass eine weitere Moorfläche wiedervernässt wird. Bislang verfügt das Emsland-Moormsueum über eine 18 Hektar große Hochmoorfläche. Dank neuer Wälle und Spundwände kann der Gast das Prinzip der Wiedervernässung vor Ort kennenlernen. „Ich hoffe, dass wir damit der Verbuschung durch Birken Herr werden“, so der Museumsleiter. Zum Rundgang über das Gelände gehört u.a. die Begegnung mit der Diepholzer Gans, dem Bunten Bentheimer Schwein und Bentheimer Schaf. Gerade die Schafe sollen in den Moor- und Heideflächen den Baumaufwuchs verhindern. Im Rahmen des Rundganges können Gäste an einem Weiher Station bei einem Picknick machen.

Kreuzottern zu sehen

Auffällig sind Quadratmeter große Wellblechstücke in der Moorlandschaft. Hierunter finden sich wegen des feuchtwarmen Klimas oft Schlngnattern und Kreuzottern ein“, erläutert Haverkamp. Auch diese sollen gerade den Kindern gezeigt werden. „Dabei haben viele noch nicht einmal ein Schwein in ihrem Leben gesehen.“

Hohe Ausgaben

Abschießend sagte CDU-Sprecher Franz-Josef Sahnen. „Das Moormuseum ist nicht zum Nulltarif zu haben. Es kostet sehr, sehr viel Geld.“ So sind die Gesamtausgaben allein in diesem Jahr selbst ohne die großen Investitionen mit 614.500 Euro kalkuliert. Die größten Finanzierer seien der Landkreis und an zweite Stelle die Gemeinde Geeste. „Das stößt an unsere Grenzen“, sagte der CDU-Politiker. Er richtete an Haverkamp den Wunsch: „Die Besucherzahlen müssen steigen.“ Auch über zusätzliches ehrenamtliches Engagement könnten die Kosten reduziert und gleichzeitig die Attraktivität gesteigert werden. Sahnen aber auch SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Kramer dankten dem Landkreis Emsland für dessen „finanzielles Engagement“. Kramer ergänzte: „Museen sind immer ein Zusatzgeschäft.“


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