Mehr als 1000 Exponate Sammlung an Emsland Moormuseum Geeste übergeben

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Einzelstücke aus der neu erschlossenen Sammlung betrachten Museumsleiter Dr. Michael Haverkamp, Dr. Carmen Heunisch (LBEG), Erster Kreisrat Martin Gerenkamp und Museumsmitarbeiter Ansgar Becker. Vorn ist die Schallplatte aus Torf zu sehen. Foto: Manfred FickersEinzelstücke aus der neu erschlossenen Sammlung betrachten Museumsleiter Dr. Michael Haverkamp, Dr. Carmen Heunisch (LBEG), Erster Kreisrat Martin Gerenkamp und Museumsmitarbeiter Ansgar Becker. Vorn ist die Schallplatte aus Torf zu sehen. Foto: Manfred Fickers

Geeste. Die Forschungssammlung des ehemaligen Torfinstituts Hannover ist in den Bestand des Emsland Moormuseums in Geeste-Groß Hesepe übergegangen.

Von der Schallplatte aus Torf über Materialproben bis zu schriftlichen Dokumenten — mehr als 1000 Bestandteile hat die Sammlung, die vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), vertreten durch Dr. Carmen Heunisch, an Museumsleiter Dr. Michael Haverkamp als Dauerleihgabe für das Museum übergeben wurde. Darüber hinaus gibt es mehr als 600 Fotos auf Glasplatten.

Die Sammlung der 1911 als Torfinstitut der Technischen Hochschule Hannovers gegründeten Forschungseinrichtung hat eine bewegte Geschichte. Ihr größter Teil ging im Zweiten Weltkrieg verloren, sagte Heunisch. Mit der Eingliederung des Torfinstituts gelangte die Sammlung vor mehr als 40 Jahren an das Niedersächsische Landesamt für Bodenforschung, das später im LBEG aufging. Als Dauerleihgabe gingen sie 1980 an das Schloss Landestrost, Neustadt am Rübenberge, wo Teile der Sammlung im Torfmuseum zu sehen waren, das bis 2015 bestand. 2017 wurde die Sammlung dem Emsland-Moormuseum zur wissenschaftlichen Erfassung und Auswertung überlassen. „Es wusste keiner, was an Schätzen darin vorhanden war“, staunte Heunisch über die ersten Ergebnisse dieser Arbeit.

Erster Kreisrat Martin Gerenkamp sagte, die Neuerwerbungen schlössen eine Lücke in der Museumsarbeit im Landkreis Emsland. Jetzt gebe es eine gute Grundlage für die Erforschung des Torfabbaus und der Erschließung der Moore. Diese wissenschaftliche Sammlung biete Ausgangspunkte für Ausstellungen und eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Moor.

Ergänzung

Museumsleiter Haverkamp freut sich, dass nach dem Erwerb bedeutender institutioneller und privater Bestände eine wichtige Ergänzung hinzugekommen ist. Das machte er an Beispielen aus der Dauerausstellung des Museums deutlich. Die „Versuchsanstalt für technische Moorverwertung an der technischen Hochschule Hannover“, kurze Torfinstitut, wurde 1911 gegründet, um der voranschreitende landwirtschaftlichen Nutzung der Moore die Verwertung des Rohstoffs Torf entgegen zu setzen. Noch behauptete sich in vielen Torfbetrieben die traditionelle Produktionsform. In Handarbeit gestochener Schwarztorf wurde in wenigen Industrien, wie Ziegeleien und in Haushalten zum Verfeuern eingesetzt, Weißtorf galt lange als wertlos. Ingenieure und Techniker haben im 19. und 20. Jahrhundert daran geforscht, Produkte aus dem Rohstoff Moor zu entwickeln. „Dabei entfalteten sie eine einzigartige Innovationskultur; das Torfinstitut war dabei ein Motor,“ sagte Haverkamp. So entstanden aus Weißtorf Einstreu, Dämmaterial, Textilfasern, Papier; aus Schwarztorf unter anderem Öle, Fette, Terpentine, Koks, Aktivkohle, Gas, Bremsbeläge für Autos, ja sogar Schallplatten. Dies könne jetzt ausführlicher dargestellt werden.

Mit der laufenden Erfassung und Sicherung des Bestands habe die Arbeit erst begonnen, sagte Haverkamp. Auf der Basis der Bestandskartei wird jedes Stück elektronisch neu erfasst, die Bilder digitalisiert, um die Suche in den Beständen per Computer zu ermöglichen. Dann werden die Exponate in die Bibliothek, das Planarchiv, die Foto- und Objektsammlung eingeordnet. In den kommenden Jahren werde die wissenschaftliche Bearbeitung und die Einordnung in die bekannten Forschungsergebnisse folgen. Die Museumsbesucher dürfen sich auf bislang Unbekanntes in der Dauerausstellung und in Sonderausstellungen des Museums freuen.


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