Bilder von Schönheit und Würde Fotos aus dem Hohen Venn im Moormuseum Geeste

Von Heiner Harnack

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Geeste. Fotos aus dem deutsch-belgischen Naturpark Hohes Venn werden jetzt im Emsland Moormuseum in Geeste-Groß Hesepe gezeigt.

Im Emsland eher unbekannt ist das Hochmoorgebiet Hohes Venn, das teilweise auf deutschem Boden in der Eifel und auf belgischem Boden in den Ardennen liegt. Das Emsland Moormuseum lädt mit Bildern des niederländischen Fotografen Michel Lucas bis Sonntag, 5. August, zu einer spannenden Begegnung mit dieser einzigartigen Naturlandschaft ein.

Das Hohe Venn ist eines der letzten Hochmoore in Europa und galt ebenso wie das Moor in der Region Emsland eher als lebensfeindlich. „Der ehemals unwirtliche Lebensraum Moor wurde von den Menschen trockengelegt, urbar gemacht, der Torf abgebaut, verpackt und in alle Himmelsrichtungen verkauft“, resümierte Festredner Willi Rolfes, selbst weit über die Grenzen des Emslands hinaus ein anerkannter Naturfotograf, die nicht immer positive Einstellung des Menschen gegenüber dem Moor.

Heute habe ein neues Bewusstsein eingesetzt, da die verbliebenen Moore als letzte Rückzugs- und Lebensräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten stünden, sagte Rolfes. Er lobte die großformatigen Bilder seines niederländischen Kollegen, da dieser sich mit ganzer Leidenschaft, seiner Zeit und Kreativität dem Hohen Venn gewidmet habe.

Lucas hat sich mit seinen Farbfotografien übrigens besonders auf Herbst und Winter in der Moorlandschaft konzentriert. So wirken einige Bilder fast wie Bleistiftzeichnungen, was sich aber bei näherem Hinsehen dann doch als einzigartiges Farbfoto herausstellt. „Naturfotografie dokumentiert, ruft auf, erklärt und fasziniert“, meinte Rolfes, um anzufügen, dass es mit Bildern möglich sei, ohne große Worte Brücken ins Bewusstsein des Menschen zu bauen und dieses nachhaltig zu prägen. Die eigene Ausrüstung betreffend, gab Rolfes allen Fotografen mit auf den Weg: „Weniger ist mehr!“.

Von den Naturfotografen verlangte der Redner, im Zeitalter der digitalen Fotografie ein Versprechen einzulösen, dass sich die Momente so auch in der Natur zugetragen hätten. „Naturfotografie hat den Auftrag, von der Schönheit, Verletzbarkeit und Würde der Schöpfung eindringlich zu berichten.“ Rolfes zeigte auf, wie wichtig es sei, immer wieder den Blick auf Landschaften, Pflanzen und Tierwelten zu richten.

Bürgermeister Helmut Höke erinnerte daran, dass man mit dem Emsland Moormuseum die in Europa führende Einrichtung zu diesem faszinierenden Thema vorhalte. „Das Museum überzeugt nicht nur durch seine Ausstellungen, sondern auch durch die einzigartigen Exponate“, erklärte Höke. Man sei sehr zuversichtlich, durch weitere Bauvorhaben wie die Moorbahn, weiter an Attraktivität zu gewinnen. Höke erinnerte an die Geschichte seiner eigenen Familie, als Vater und Großvater einst ins Moor gefahren seien, um auf einer kleinen, zugeteilten Fläche Torf zu stechen und als Brennmaterial zu nutzen.


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