Ein Gotteshaus auf der Heide Festgottesdienst in der Johanneskapelle in Dalum

Von Katharina Grewe

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Geeste. Die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Dalum hat das 80-jährige Bestehen der Johanneskapelle im Ortsteil Großer Sand gefeiert. Landessuperintendent Detlef Klahr, Regionalbischof des Evangelisch-lutherischen Sprengels Ostfriesland-Ems, hielt die Predigt.

„Egal, ob die große Frauenkirche in Dresden, der Petersdom in Rom oder die kleine Johanneskapelle hier in Geeste-Dalum, wir feiern als Christen immer im Namen des einen Gottes, der für uns als Vater, Sohn und Heiliger Geist erfahrbar wird“, betonte Klahr in seiner Predigt. Der Regionalbischof sprach vor einer voll besetzten Kapelle sowie etwa 50 Personen, die draußen über Lautsprecher zuhören konnten. „Draußen kann man zwar gut hören, aber man sieht nicht so viel, jedoch ist die Luft wesentlich erfrischender als in der kleinen Kapelle“, stellte der Regionalbischof fest.

„Der Anfang ist immer das Staunen über den Gott, der uns liebt. Darum haben die Menschen vor 80 Jahren hier ein Gotteshaus gebaut, damit sie einen Ort haben, an dem sie Gottes gute Botschaft hören und zu ihm beten können“, stellte Klahr in seiner Predigt weiterhin heraus. Noch heute umgeben von Feldern wurde die Johanneskapelle 1938 im Dalumer Ortsteil Großer Sand von den ersten evangelischen Siedlern errichtet.

„Wir feiern heute Trinitatis, das Fest der Heiligen Dreifaltigkeit, wir feiern aber auch, dass wir vor 80 Jahren unsere Johanneskapelle einweihen durften, aus der dann unsere lutherische Kirchengemeinde Dalum gewachsen ist“, betonte Thorsten Jacobs, Pastor der Dalumer Gemeinde, in seiner Begrüßungsrede und dankte insbesondere dem Ehrenamtlichenteam um das Küsterehepaar Wöhl, die sich um den Erhalt und die Gestaltung der Johanneskapelle kümmern.

Darüber hinaus dankte Jacobs der Siedlergemeinschaft Großer Sand für den Bau der neuen Wetterschutzhütte neben der Kirche. „Dies ist ein ganz besonderes Geschenk für die Region und diesen besonderen Ort“, so der Pastor. Im Anschluss an den Gottesdienst wurde die Schutzhütte von Jacobs und Pfarrer Jürgen Altmeppen von der Katholischen Pfarreiengemeinschaft Geeste in ökumenischer Weise gesegnet.

Im Zeichen der Ökumene wurde die neue Altarbibel eingesetzt, die Superintendent Bernd Brauer vom Kirchenkreis Emsland-Bentheim als Jubiläumsgeschenk an die Dalumer Kirchengemeinde mitgebracht hatte. Denn im Gottesdienst übergab Brauer die Bibel an Pfarrer Altmeppen, der hieraus das Evangelium verlas. Altmeppen und Brauer waren es auch, die am Ende des Gottesdienstes neben dem Geester Bürgermeister Helmut Höke Grußworte sprachen.

Neben Pastor Thorsten Jacobs wirkten dessen Vorgänger in der Dalumer Gemeinde Diedrich Kohnert, Pfarrer Jürgen Altmeppen, die Lektorinnen Edeltraut Prange und Jessica Wilken sowie Gottesdiensthelferin Renate Wöhl bei dem Festgottesdienst mit. Die musikalische Gestaltung übernahmen der Gospelchor „Inspiration“ unter der Leitung von Peter Alexander Herwig sowie Albina Rachmanin an der Orgel.

Ein Essen im Martin-Luther-Haus, dessen 25-jähriges Bestehen ebenfalls an diesem Tag gefeiert wurde, bildete den Abschluss des Festtages.


Ab 1936 entstand auf einer Heidefläche am Rand des Dalumer Moores die Siedlung großer Sand. Hier fanden neben katholischen auch lutherische Christen eine neue Heimat. Nachdem zunächst in einer „Langer Jammer“ genannten Baracke Gottesdienst gehalten wurde, begann der Bau einer Kapelle. Am 15. Mai 1938 die kleine Johanneskapelle durch Bischof August Marahrens (1875 - 1950) eingeweiht. Als diese für die stetig wachsende Gemeindegliederzahl nicht mehr ausreichte, baute man 1950 die heute denkmalgeschützte Pauluskirche in Dalum und 1967 die Markuskirche in Groß Hesepe - Torfwerk.

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