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11.05.2018, 15:30 Uhr KOMMENTAR

Journalisten berichten im öffentlichen Auftrag

Kommentar von Manfred Fickers

Das House-am-See-Festival 2016, ein direkter Blick auf die Strandbühne mit dem See dahinter. Foto: ScholzDas House-am-See-Festival 2016, ein direkter Blick auf die Strandbühne mit dem See dahinter. Foto: Scholz

Geeste. Weil eine unabhängige Berichterstattung nicht möglich war, gibt es keinen Bericht vom zweiten Teil des Festivals House-am-See in Geeste.

Künstler- und Konzertagenturen wollen gern bestimmen, was die Öffentlichkeit über Veranstaltungen erfährt. Es wird zunehmend Druck auf Medienvertreter ausgeübt, nur noch genehme Inhalte und Bilder zu verbreiten. Damit diese gar nicht erst zustande kommen, wird die Arbeit von Fotografen und Berichterstattern eingeschränkt.

Aktuell hat der Deutsche Journalisten-Verband die Künstler- und Konzertagenturen aufgefordert, die Zulassung von Bildjournalisten zu Konzerten nicht an Knebelverträge zu koppeln. Denn es geht um mehr als um schöne Bilder und lobende Worte für Nena, Florian Silbereisen, Helene Fischer, Die Toten Hosen und die Scorpions, deren Agenturen vom Journalisten-Verband angesprochen werden.

Journalisten haben einen gesetzlich vorgegebenen öffentlichen Auftrag. Wo Steuergeldern ausgegeben werden, haben sie die Aufgabe, kritisch über deren Verwertung zu berichten. Dies ist bei öffentlichen Veranstaltungen der Fall. Denn die Steuerzahler finanzieren den Rahmen, in dem die Festivals am Speichersee Geeste stattfinden. Zum öffentlichen Auftrag gehört darüber hinaus, die Meinungsbildung der Bevölkerung zu unterstützen, auch zum Wert von Großveranstaltungen. Das geht nur, wenn unabhängig berichtet werden kann.


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