Helfer gesucht Start der Umsiedlung von Amphibien in Geeste

Einer der Helfer mit etwa 803 eingesammelten Kröten und Fröschen. Foto: Heinke Glameyer-FleischmannEiner der Helfer mit etwa 803 eingesammelten Kröten und Fröschen. Foto: Heinke Glameyer-Fleischmann

Geeste. Erstmals wurden in dieser Saison die gefangenen Amphibien zu ihren neuen Laichgewässern nördlich der Landesstraße 67 hinter den Hof Iben gebracht und nicht, wie bisher, in das Biotop am Speicherbecken Geeste.

Notwendig wurde dieser Schritt, weil die bisherige Leiterin der Krötenschutzaktion, Heinke Glameyer-Fleischmann, in den Ruhestand geht. Sie ist Lehrerin an der Geschwister-Scholl-Schule in Geeste. In den vergangenen 20 Jahren rettete sie zusammen mit ihren Schülern unzählige Erdkröten, Molche, Gras- und Wasserfrösche vor dem Überfahren.

Gefahrvoller Weg

Die Amphibien wandern jedes Frühjahr von ihren Winterlebensräumen in Wäldern und Gärten zurück zu den Gewässern, in denen sie geboren worden sind. In diesem Fall führte sie ihr gefahrvoller Weg über die stark befahrene Landstraße 67. Ihr Ziel war das Naturschutzgebiet am Speicherbecken Geeste.

Hilfe der Gemeinde

Da Glameyer-Fleischmanns Ruhestand näher rückt und sie die Amphibien in den kommenden Jahren nicht länger sicher über die Straße tragen kann, entschloss sich die Gemeinde Geeste zu helfen. Sie ließ fünf neue Teiche auf der gleichen Straßenseite anlegen, auf der sich die Winter- und Sommerquartiere der Tiere befinden. Nun müssten die Amphibien die gefährliche Straße nicht mehr überqueren, um zu einem Laichgewässer zu gelangen. Leider ist ihr Instinkt, zu ihrem Geburtsgewässer zurückzukehren, so stark, dass sie ohne menschliche Hilfe den Weg zu den neuen Gewässern nicht finden. Es werden also weiterhin dringend Helfer gesucht, die die Tiere am aufgestellten Krötenzaun an der Landstraße 67 beim Naturschutzgebiet am Speicherbecken Geeste einsammeln und zu den neuen Teichen tragen, bis die Amphibien in einigen Jahren neue Populationen aufgebaut haben, die instinktiv in diese „ungefährlichen“ Gewässer zurückkehren.

Erdkröten, Frösche und Molche

In dieser Saison wurden etwa 3.000 Erdkröten, Frösche und Molche von Glameyer-Fleischmann und ihren Schülern gerettet. „Oft helfen auch ehemalige Schüler und ihre Eltern an den Wochenenden mit“, berichtete sie. Sorgen macht sich die Lehrerin über die Zukunft der Tiere, denn wenn keine freiwilligen Helfer gefunden werden, die die Kröten aus den aufgestellten Eimern am Fangzaun an der L 67 einsammeln und zu den neuen Laichgewässern tragen, drohen sie überfahren zu werden. Unterstützt wird die Aktion von der Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland, indem sie die Kosten für den Amphibienzaun fördert und den Zaun auf- und abbauen wird.

Wer sich für die vielen Erdkröten, Frösche und Molche engagieren möchte, kann sich bei der Geschwister-Scholl-Schule unter Tel. 059 37/70 9800 oder per E-Mail Rektor@oberschule-geeste.de oder der Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland unter Tel. 05931/44-1578, E-Mail maike.hoberg@emsland.de melden, um dort nähere Informationen zu erfahren.


Wissenswertes

Erdkröten wickeln ihre 2.000 bis 4.000 Eier wie Perlenschnüre um Wasserpflanzen. Nach etwa zwei bis vier Wochen schlüpfen die ersten Kaulquappen. Nach zwei bis vier Monaten haben sie sich in Jungkröten verwandelt und verlassen das Gewässer. Sie bleiben zunächst im Landlebensraum, zum Beispiel in nahe gelegenen Wäldern und schließen sich erst im Alter von drei Jahren (Männchen) bzw. vier bis fünf Jahren (Weibchen) den Wanderungen an. Erdkröten können sehr alt werden.