Anwohner: Wie eine Partyhöhle House am See am Speichersee Geeste: Anwohner klagen über Lärm

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Zahlreiche Veranstaltungen sind in diesem Jahr am Speichersee in Geeste geplant. Foto: Julia MauschZahlreiche Veranstaltungen sind in diesem Jahr am Speichersee in Geeste geplant. Foto: Julia Mausch

Geeste. Statt an einem Wochenende wird das Festival House am See am Speichersee Geeste in diesem Jahr an zwei Feiertagen – dem 1. und 10. Mai 2018 – ausgetragen. Hunderte Feierlustige werden erwartet. Die Anwohner kritisieren das: Sie fürchten Lärm.

Bei schönem Wetter im Garten sitzen, mit Freunden grillen oder einfach nur die Sonne genießen und entspannen: In der Neubausiedlung rund um die Straßen Kottenkämpe in Geeste – nicht weit entfernt vom Speichersee – ist das auch möglich, aber nicht immer entspannend. Dieser Auffassung sind zumindest die Anwohner, die namentlich nicht genannt werden möchten. Sie fühlen sich wie in einer Partyhöhle, seit am Speichersee Veranstaltungen wie das Holi-Festival oder nun das Electro-Festival House am See ausgetragen werden. Das Wummern und Brummen aus den Lautsprechern an dem künstlichen Gewässer höre man auch deutlich in der Siedlung, die sich rund 500 Meter Luftlinie vom See entfernt befindet, berichten sie im Gespräch mit unserer Redaktion. (Weiterlesen: Geeste will 2018 der Partyinsel Ibiza Konkurrenz machen)

Gemeinde ist an neuen Veranstaltungsformaten interessiert

Mehrfach hatten sie sich im vergangenen Jahr an die Gemeinde Geeste gewandt, sich über den Lärm beschwert, den es nicht nur beim Festival House am See gab, sondern auch beim Holi-Festival, dem Käfertreffen oder bei einem Jugendzeltlager. Die Beschwerden bestätigt Reinhard Janzen, Leiter des Ordnungsamtes. Man habe sich ausgetauscht, sagt der Behörden-Mitarbeiter.

Eine Lösung für das Problem wurde nicht gefunden – und wird vermutlich niemals gefunden. Denn während die Anwohner nicht noch mehr Veranstaltungen am Speichersee haben wollen, denkt die Gemeinde etwas anders über dieses Thema. „Der Speichersee ist ein Juwel und unser Ziel war es schon immer, das Freizeitangebot dort zu fördern, zu stützen und zu erweitern“, sagt Bürgermeister Helmut Höke und ergänzt: „Wenn es 2019 neue Veranstaltungsformate gibt, die junge Menschen ansprechen, sind wir sehr interessiert daran.“

Weniger Feste im Jahr 2018

Veranstaltungen dieser Art müssten „maßvoll“ entwickelt werden. Festivals, die über fünf Tage gehen, werde es am Speichersee ebenso wenig geben, wie Veranstaltungen, bei denen auch um 3 Uhr nachts noch Musik läuft, betont Höke. Davon ist auch das Festival House am See nicht ausgenommen. „Um 22 Uhr muss die Musik dort leiser gedreht werden, ab 24 muss sie aus sein“, sagt Reinhard Janzen. (Weiterlesen: Meppener Stadtrat lehnt Goa-Festival endgültig ab)

Bei dem Festival House am See gibt‘s elektronische Musik auf die Ohren. Foto: Werner Scholz

Allgemein sei die Anzahl der Veranstaltungen überschaubar, sogar reduziert im Vergleich zum Vorjahr. Das belegt auch der Veranstaltungskalender. Während es 2017 an insgesamt 14 Tagen Feste, Festivals oder andere Treffen größerer Art gegeben hat, gibt es diese 2018 lediglich an neun Tagen. So fällt neben dem Holi-Festival in diesem Jahr das Trike-Treffen sowie das Käfertreffen weg.

Megafone auf dem Zeltplatz

Laut Helmut Höke sei es rechtlich zulässig, pro Jahr 18 sogenannte „seltene Ereignisse“ zu genehmigen – Festivals oder Feste, bei denen Musik auch in den späten Abendstunden gespielt werden darf. Im vergangenen Jahr gab es fünf dieser Ereignisse, in diesem Jahr lediglich drei. Auch wenn es die Veranstaltungen in die Kategorie „seltenes Ereignis“ fallen, müssen Immissionsrichtwerte eingehalten werden, das wird laut Janzen auch regelmäßig kontrolliert.

Das gilt für Veranstalter, ebenso für Privatpersonen, die sich am Speichersee aufhalten – wie die Teilnehmer der dortigen Zeltlager. Mit denen habe es im vergangenen Jahr Probleme gegeben, bestätigt Janzen die Kritik der Anwohner. Diese hatten sich beschwert, dass die Kinder und Jugendlichen rund um die Uhr Megafone benutzt hatten. „Das geht gar nicht“, sagt Höke. Er verstehe den Ärger den Anwohner, es müsse aber toleriert werden, dass ein Zeltplatz für Kinder da sei und man denen nicht den Mund verbieten dürfte.

Gemeinde stellt Bußgeldbescheid aus

Beschwerden werden Ernst genommen, betont Helmut Höke. Im Fall des Zeltlagers habe die Gemeinde das Verhalten der Kinder damals nicht toleriert, mit den Betreuern gesprochen. Sogar ein Bußgeldbescheid wurde ausgestellt. Nicht gegen eines der Kinder, sondern gegen Gäste des Restaurants Deichkrone am Speichersee. Diese hatten unerlaubt Feuerwerke gezündet. Diese Ausreißer versuche die Gemeinde zu verhindern. Etwas, das definitiv in diesem Jahr nicht verschwinden wird, ist jedoch das Festival House am See.


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