Unternehmen aus Geeste Klasmann-Deilmann macht mehr als 200 Millionen Euro Umsatz

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Der Vertrieb von Kultursubstraten hat den größten Anteil am Umsatz von Klasmann-Deilmann. Foto: Klasmann-DeilmannDer Vertrieb von Kultursubstraten hat den größten Anteil am Umsatz von Klasmann-Deilmann. Foto: Klasmann-Deilmann

Geeste. Das Unternehmen Klasmann-Deilmann wächst und investiert. Erstmals hat der Umsatz des Geester Betriebes die 200-Millionen-Euro-Marke überschritten. Der Neubau der Unternehmenszentrale am Firmensitz ist abgeschlossen.

Die beiden Klasmann-Deilmann-Geschäftsführer Moritz Böcking und Norbert Siebels blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Um annähernd 18 Millionen auf 204 Millionen Euro ist der Umsatz des Geester Unternehmens im vergangenen Jahr gestiegen. „Wir wachsen, vor allem aufgrund internationaler Märkte“, sagt Norbert Siebels.

1023 Mitarbeiter in 70 Ländern

Zur Gruppe gehören mittlerweile 25 Tochtergesellschaften. 1023 Mitarbeiter beschäftigt Klasmann-Deilmann heute in 70 Ländern. Mit rund 78 Prozent generiert das Unternehmen den Großteil seines Umsatzes mit dem Vertrieb von Kultursubstraten für den Gartenbau, wobei der Endverbraucher vor allem in Frankreich oder auch den Niederlanden eine Zielgruppe ist, weniger jedoch in Deutschland, so Siebels.

Zu den anderen Geschäftsbereichen des Unternehmens, die insgesamt 22 Prozent des Umsatzes ausmachen, gehört auch die Bioenergie. „Vor allem in Lettland gibt es traditionell viele Kraftwerke, die mit Biomasse betrieben werden“, erklärt der Geschäftsführer. Bis 2020 soll der Umsatz in diesem Bereich auf 20 Millionen Euro steigen. Weit entfernt sei man davon nicht. Auch die Waldbewirtschaftung und Vermarktung, insbesondere im Baltikum, fällt in diesen Bereich. Auch den will man ausbauen. Ein zusätzliches Geschäftsfeld ist bei Klasmann-Deilmann der Bereich Innovation. Dazu gehört nicht nur die Investition in Ideen der Mitarbeiter, sondern auch der „Growcoon“, den das Unternehmen zusammen mit einem niederländischen Partner entwickelt hat. „2020 wollen wir mit Growcoon fünf Millionen Euro Umsatz machen“, stellt Moritz Böcking in Aussicht.

162 Millionen in neun Jahren investiert

Doch nicht nur im Umsatz will das in Geeste ansässige Unternehmen, dessen Hauptabsatzmarkt in Europa liegt, wachsen. Es wird auch investiert. Zwischen 2008 und 2017 waren es insgesamt 162 Millionen Euro. „Ein Investitionsschwerpunkt war Deutschland“, so Siebels. Aber auch im Baltikum hat sich Klasmann-Deilmann in diesem Zeitraum engagiert, die Gruppe durch Zukäufe vergrößert und Fabriken gebaut.

Der Rohstoff Torf, auf dessen Basis die Substratprodukte des Unternehmens aufbauen, bleibt indes in der Kritik. Eine Alternative zu finden ist nach Angaben von Moritz Böcking jedoch schwierig. „Der Torf besitzt Eigenschaften, die Alternativen wie Holzfaser nicht vorweisen können“, erklärt der Geschäftsführer. Entsprechend brauche es das Zusammenspiel. 15000 Hektar Abbaufläche hat das Unternehmen in vier Ländern. „Wie brauchen die Flächen, gehen aber verantwortungsbewusst mit ihnen um“, betont Böcking.

Forschung nach alternativen Ausgangsstoffen

Alternative Ausgangsstoffe kommen jedoch immer häufiger zum Einsatz. 2017 hatten sie einen Anteil an der Gesamtproduktion von 9,1 Prozent. „Unser Ziel ist es, dass im Jahr 2020 15 Prozent unserer Ausgangsstoffe aus alternativen Quellen stammen“, so Böcking. Er betont jedoch auch: Ein großer Teil der von Klasmann-Deilmann hergestellten Produkte mit Torf dienen der Nahrungsmittelproduktion. Sie hatte im vergangenen Jahr einen Anteil am Gesamtabsatz von 43,9 Prozent.

Hinzu kommt für Böcking das Ziel, die Substratproduktion näher zum Kunden und den Rohstoffen vor Ort zu bringen. „Der Einsatz von Kokosfasern in Europa zum Beispiel kann man unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit skeptisch sehen.“ Denn auch dieses Thema spielt bei Klasmann-Deilmann eine große Rolle – auch hinsichtlich der bewirtschafteten Flächen. Bis 2017 hat das Unternehmen 8442 Hektar ehemaliger Gewinnungsflächen renaturiert. Auch die Emissionen der Torfgewinnung sollen gesenkt werden.

In die Zukunft schauen die beiden Geschäftsführer positiv. „Bis 2020 wollen wir unseren Umsatz auf 220 Millionen Euro steigern“, sagt Norbert Siebels. Die Mitarbeiterzahl soll weiterhin stabil bleiben. Insgesamt wolle man nicht nur Marktführer, sondern auch Innovationsführer sein.


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