Wolfsmond und Rotkäppchen Kunstwerke ergänzen Wolf-Ausstellung im Moormuseum

Von Iris Kroehnert

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Geeste. Die Schüler des Kunstleistungskurses der Jahrgangsstufe 11 am Gymnasium Marianum in Meppen haben das Thema „Der Wolf – Ein Wildtier kehrt zurück“ künstlerisch aufgegriffen. Sie stellen ihre Arbeiten im Moormuseum Geeste aus.

Ansgar Becker, stellvertretender Museumsleiter, lobte die Ergebnisse der künstlerischen Auseinandersetzung, die die bis zum 13. Mai zu sehende Sonderausstellung zum Thema Wolf aufgreift. „Es ist ein ganz anderer Ansatz und eine bemerkenswerte Umsetzung“, sagte Becker.

Kursleiter Andreas Hoveling unterstrich die Aktualität des Themas: „Der Wolf spielt inzwischen eine große Rolle, er hat seinen festen Platz im Alltag eingenommen und kommt fast täglich in den Medien und in den Gesprächen der Menschen vor“, sagte er. Dem Emsland-Moormuseum dankte er für die Möglichkeit der Präsentation der Schülerarbeiten. „Es ist schon etwas Besonderes, von einem Museum in gewisser Weise eine Auftragsarbeit zu erhalten“.

Hoveling berichtete über das eigentliche Thema des Kunstleistungskurses. „Wir haben uns mit der sogenannten Land Art befasst, die in den 1960er-Jahren in den USA entstand und dann auch nach Deutschland kam.“ Typisch für Land Art sei, dass Naturmaterialien in das Kunstobjekt einbezogen werden. „Insofern stellte das Thema Wolf für uns eine echte Herausforderung dar“, betonte er.

Vergänglichkeit

Auch beinhalteten alle Arbeiten „einen Hauch von Vergänglichkeit“. Gleichzeitig lobte Hoveling den Mut seiner Schüler: „Alle sind sehr engagiert und kreativ an die Aufgabe herangegangen.“ Manchmal sei es sogar notwendig gewesen, eine Leinwand zu zerstören, um einen neuen Sinn zu bekommen und diesen zu vermitteln.

Einen zunächst leisen, dann doch immer lauteren Beitrag zur Ausstellung leistet die Installation der Schüler Noah Korfage, Lennart Jansen und Leonel Fischlein. Eingangs ist das Geräusch kaum vernehmbar, doch schreitet der Besucher durch die Schau, vernimmt er ein fernes Wolfsgeheul. Fast ein wenig unheimlich wirkt es. Schließlich steht man vor einer Kiste, und die Laute eines Wolfes sind deutlich vernehmbar.

Gefahr

„Wir wollten das Gefährliche dieses Wildtieres festhalten“, erklärt Noah Korfage. Die Geräusche fanden die jungen Künstler im Internet. In die Kisten bohrten sie Löcher und installierten nicht nur das Abspielgerät für die CD mit dem Wolfsgeheul, sondern auch kleine LED-Leuchten, die rotes Licht durch die Löcher nach außen dringen lassen. Mit Ketten und Schlössern wurde die Kiste zugesperrt, sodass der Eindruck entsteht, dass in ihr ein Wolf dingfest gemacht sein könnte. „Das rote Licht sowie rote Farbspritzer auf vermeintlichen Zeitungsartikeln soll Blut symbolisieren“, erläutert Lennart Jansen.

Auch Sophie Engelmann arbeitet mit LED-Lämpchen. Ihr Werk hat sie „Wolfsmond“ betitelt. Die Basis ihrer Arbeit bilden fünf Schichten aus Spanplatten, die zu einer gebirgigen Landschaft verschmelzen. Es ist eine dunkle Szene, auf der unten links ein schwarzer Wolf zu sehen ist, der den leuchtenden Mond anheult. Die Sägearbeiten werden durch Holzstückchen abgegrenzt. „Das sind meine Naturmaterialien“, erklärt Engelmann.

Rotkäppchen

Die Schülerin Guilaine Mongoin nennt ihre Arbeit „Das andere Ende von Rotkäppchen“. Sie habe zunächst an das Märchen der Gebrüder Grimm gedacht und dann viele Skizzen gemacht. Schließlich sei die Idee entstanden, einen roten Umhang selbst zu nähen, mit Erde zu beschmutzen und den Stoff durch Risse zu zerstören. Auch die von ihr bearbeitete Leinwand weist entsprechende Spuren auf, die an Kratzspuren eines wilden Tieres erinnern.

„Aufeinandertreffen mit einem Wolf“, lautet die Namensgebung von Jennifer Kloster für ihr Werk. „Ich wollte unbedingt mit Leinwand arbeiten“, sagt sie. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass es ihr besonderes Anliegen ist, die bildliche Fläche zu durchbrechen. Ihr Gemälde ergänzte sie durch Pappmaché und fertigte aus diesem Material eine Pfote und die Schnauze des Wolfes an. Der 3-D-Effekt, der dadurch vermittelt wird, lässt beim Betrachter des Kunstwerks den Eindruck entstehen, als würde das Tier das Bild verlassen wollen.

Für den musikalischen Rahmen der Ausstellungseröffnung sorgte Leonie Grave am Cello. Die Schülerin besucht ebenfalls den Kunstleistungskurs. Für Museumspädagogin Janna Gerkens steht jetzt schon fest: „Die Ausstellung ist ein rundum gelungenes und ganzheitliches Ergebnis und Museumserlebnis.“ Neben den geschilderten Werken laden zahlreiche weitere Arbeiten zum Betrachten, Bestaunen und Nachdenken ein.


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