Komödie mit hohem Spaßfaktor endet als Krimi Großes Disco-Feeling im Dalumer Theater up platt

Von Heiner Harnack

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Geeste. Die 1970er und 1980er Jahre waren die große Zeit der Discos in aller Welt. Man tanzte zu Abba, Modern Talking oder den Bee Gees. Die emsländische Antwort waren die „Glitterboys“, jedenfalls wenn man dem plattdeutschen Stück „För immer Disco“ der Plattdeutschen Theatergruppe Dalum Glauben schenken darf.

Andreas Fiesebarg, ein mittlerweile herrlich langweiliger Ehemann (Hermann Drosten), war zusammen mit seinem Kumpel Bodo Käselau (Josef Kohne) einst Traumstar der Weiblichkeit in allen Tanztempeln. Irgendwann kommt Eventmanagerin Regina Rautenstengel (mit viel Durchsetzungsvermögen: Sandra Begerow) auf die Idee, das längst nicht mehr befreundete Duo wieder auf Tournee zu schicken.

Andreas‘ Ehefrau Birgit (Ursula Schomakers) entwickelt sich von der gelangweilten Hausfrau zur knallharten Managerin der beiden ehemaligen Disco-Stars und holt sogar eine der ungezählten TV-Kochshows ins heimische Wohnzimmer. Die Bühne füllt sich mit einem arrogant-schleimig daher kommenden Viktor Winsel (Leon Schomakers), einer C-Prominenten, Coco Cabana (Edith Knief), sowie der Fan-Club-Leiterin Elvira Puvogel (Christina Mensen) Schon allein die Namen sind so herrlich ausgewählt, dass es die wahre Freude ist, die Akteure zu beobachten.

Tanztraining für Altstars

Die Proben der beiden ehemaligen Stars geraten auch eher daneben, und so grämen sie sich mit den Nebenwirkungen von Botox und durch Dr. Richard Wurm (Konny Ziolowski) verabreichten Hormonkuren. Aus Männern mit zuviel Bauchansatz und eher wenigen Haaren lässt sich Staat aber nur noch mittels Perücke und gräuslich aussehenden, aber absolut passenden Klamotten machen, die eher an verarbeitete Gardinenvorhänge erinnern.

Töchterlein Lena (Jorina Teipen) kommt auch auf die Idee, Karriere machen zu müssen, und so tauchen eher anrüchige Fotos im Internet auf. Den optischen Vogel schießt aber Heinz Blaauw, auch Regisseur des Stücks, ab. Hossa Rotriguez heißt der Choreograf, der den beiden alternden Musikern, falls sie denn jemals solche waren, ein paar Tanzschritte beibringen soll. Dass dabei manch ein Traum doch eher zerplatzt, war von Anfang an zu befürchten. Interessant wird es zum Schluss, als sich die vermeintliche Komödie in einen spannenden Kriminalfall verwandelt.

Erinnerungen werden geweckt

Wer dann aber wen jagt, davon sollten sich die Zuschauer im Gasthof Aepken am Mittwoch, 14. März, Freitag, 16. März, und Samstag, 17. März 2018, um 19.30 Uhr selbst ein Bild machen. Die letzte Vorstellung gibt es am Sonntag, 18. März, um 15 Uhr bei Kaffee und Kuchen. Heinz Blaauw ist es mit seiner Theatertruppe gelungen, ein vergnügliches Stück auf die Bühne zu bringen, das bei vielen Gästen sicher die eine oder andere Erinnerung an die eigene Disco-Zeit mit ebenso peinlichen Klamotten erzeugt. Der Kritiker nimmt sich da selbst nicht aus.


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