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60 Jahre Pauluskirche in Dalum — Festgottesdienst Feiertag im Zelt Gottes unter den Menschen

Von Willi Rave

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rav Geeste-Dalum. „Unsere Pauluskirche war ursprünglich nur als Übergangslösung geplant; doch sie hat die 50 Jahre gut überstanden“, schrieb Pastor Dietrich Kohnert vor zehn Jahren. Am vergangenen Sonntag hat die evangelisch-lutherische Paulusgemeinde den 60. Jahrestag der Weihe ihres Gotteshauses mit zahlreichen Gästen gefeiert.

Die Zahl der evangelisch-lutherischen Christen war in den Nachkriegsjahren in Dalum und Umgebung durch den Zuzug der Heimatvertriebenen und der Arbeiter in der Ölindustrie so stark angestiegen, dass die kleine Kapelle in der Siedlung Großer Sand die Gottesdienstbesucher nicht mehr fassen konnte. Am 3. März 1950 beschloss der Dalumer Gemeinderat, ihnen für die Errichtung einer Kapelle an der Schaftrift ein Grundstück zu verkaufen.

Der Preis — 1000 DM für 2500 Quadratmeter — wurde den Dalumern vom Gustav-Adolf-Hauptverein Hannover gespendet. Gespendet worden ist auch das Gotteshaus: Die amerikanische Sektion des Lutherischen Weltbundes entsprach dem Antrag des Hilfswerkes der evangelischen Kirchen und sagte den Lutheranern in Dalum-Hesepe eine sogenannte Bartning-Kirche zu.

Architekt Otto Bartning bewerkstelligte nach dem Weltkrieg als Leiter der Bauabteilung des Hilfswerkes, dass mithilfe des Lutherischen Weltbundes an vielen Orten Deutschlands Kirchen errichtet werden konnten. Er hatte ein einheitliches System aus serienmäßig vorgefertigten Bauteilen für Notkirchen, Gemeindezentren und Diasporakapellen erarbeitet. Das aus Holz errichtete Gebäude erinnert an ein Zelt, eine Jurte: an das „Zelt Gottes unter den Menschen“.

Die evangelischen Christen aus Dalum und Umgebung leisteten viel Arbeit, um das Gelände für den Kirchbau vorzubereiten. In einer Liste ist dokumentiert, dass von 134 der insgesamt 1400 Gemeindeglieder vom 20. Mai bis zum 30. September 1950 insgesamt 1550 freiwillige Arbeitsstunden geleistet worden sind. An der Einweihung am 15. Oktober 1950 nahm auch ein Repräsentant des Lutherischen Weltbundes teil.

Zum feierlichen, vom ökumenischen Gospelchor „Rejoice“ unter der Leitung von Anne-Lene Thies mitgestalteten Dankgottesdienst begrüßten Pastor Thorsten Jacobs, der seit 2003 Seelsorger der Paulusgemeinde ist, und Kirchenvorstandsvorsitzender Manfred Rogin im Gotteshaus eine große ökumenische Gemeinde, darunter Pastor Dietrich Kohnert, der 29 Jahre Seelsorger der Paulusgemeinde war. Regionalbischof Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr erinnerte in seiner Festpredigt an das Psalmwort „Herr, ich liebe die Stätte deines Hauses“. Die Angehörigen der Paulusgemeinde, so fügte er hinzu, hätten — das beweise ein Blick auf und in ihre Kirche — diese Aussage des Psalmisten bis heute beherzigt. „Werdet nicht müde, auch weiterhin zu zeigen, dass ihr diese Stätte liebt“, rief er der Gemeinde zu.

Gunda Dröge gratulierte im Auftrag des Kirchenkreises, die Sozialdezernentin Henni Krabbe für den Landkreis Emsland, Bürgermeister Hans-Josef Leinweber für die Gemeinde Geeste, Hermann-Josef Schulten für die Schulen und Heiner Schwering für den Heimatverein. „Wir verstehen uns nicht nur als Nachbarn, sondern vor allem als Geschwister im Glauben“, betonte Pastor Jürgen Altmeppen für die vier Gemeinden der katholischen Pfarreiengemeinschaft.


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