Zu wenige Besucher in 2017 Geeste: Feldbahn am Moormuseum startet im Herbst

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Dieser Klasmann-Zug pendelte früher zwischen Meppen und Torfwerk und ist im Emsland Moormuseum in Groß Hesepe zu bestaunen. Die zukünftige Torfbahn wird eine schmalere Gleisspur besitzen. Foto: Hermann-Josef MammesDieser Klasmann-Zug pendelte früher zwischen Meppen und Torfwerk und ist im Emsland Moormuseum in Groß Hesepe zu bestaunen. Die zukünftige Torfbahn wird eine schmalere Gleisspur besitzen. Foto: Hermann-Josef Mammes

Geeste. Bereits seit einigen Jahren muss das Moormuseum Emsland in Geeste auf eine Attraktion verzichten. Die Feldbahn konnte aufgrund des maroden Gleisbettes nicht fahren. Museumsleiter Michael Haverkamp hofft, dass im Spätsommer die ersten Gäste mit der Bahn wieder die Moorlandschaft erkunden können.

Auf der Mitgliederversammlung des Vereins „Emsland-Moormuseum“ am Mittwoch sagte er: „Wir bauen eine neue Strecke auf einer Länge von 2,8 Kilometern mit vier Haltepunkten.“ Zukünftig könnten auch gehbehinderte Menschen einsteigen. Es werde vier Haltepunkte geben. Laut Haverkamp stünden die Erdarbeiten nach der Ausschreibung „kurz vor der Vergabe“. Auch die Gleisarbeiten würden in Kürze ausgeschrieben. Der Baubeginn soll in vier bis sechs Wochen erfolgen. Er sei „guter Dinge“, dass die Arbeiten im August oder September abgeschlossen werden können. Die alten Gleise würden zudem entfernt.

Zwei zusätzliche Holzbohlenwege sollen den Besuchern als Erkundungswege in der Moorfläche dienen. Die Kosten für eine Moorerlebniszugfahrt bezifferte der Museumsleiter auf zwei Euro. Dabei erhielten Besucher in Zukunft über einen Kopfhörer während der kleinen Zugfahrt mit der Feldbahn Erläuterungen zur Fauna und Flora. Der Begleiter sei dank dieser technischen Hilfe über ein Mikrofon während der Fahrt gut zu verstehen. „Wir bieten auch Führungen auf Englisch und Niederländisch an“, ergänzte Haverkamp.

Insgesamt erhofft er sich vom neuen Angebot wieder steigende Besucherzahlen. „Im vergangenen Jahr verzeichneten wir 19.405 Besucher“, sagte Haverkamp. Das waren exakt 148 mehr als 2016. Erfreulich sei die Entwicklung der niederländischen Gäste. So fanden aus dem Nachbarland 3336 Interessierte den Weg ins Moormuseum und damit rund 1000 mehr als im Vorjahr. Hier mache sich die grenzüberschreitende Zusammenarbeit u.a. mit dem Klooster Ter Apel bezahlt.

Landrat Reinhard Winter kritisierte in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des Vereins aber auch: „Faktisch haben wir aus Deutschland einen erneuten Rückgang von fast 1000 Besuchern zu verzeichnen.“ Vereinsmitglied Heiner Reinert fügte hinzu: „Das Emsland Moormuseum ist von überregionaler Bedeutung, aber laut Statistik kommt der ganz überwiegende Teil der Gäste aus der Region.“ Ziel müsse es sein, auch Besucher aus anderen Landkreisen und Bundesländern nach Groß Hesepe zu locken. Winter fügte hinzu, dass gerade die angrenzenden Landkreise wie Cloppenburg, Leer, Grafschaft Bentheim und Osnabrück früher große Moorflächen besaßen und im Moormuseum etwas über Historie erfahren könnten. Der Museumsleiter konterte, dass das Moormuseum in diesen Regionen leider keine Werbemaßnahmen wie Zeitungsanzeigen schalten könne: „Wir haben hierfür keinen Werbeetat.“ Der Geester Bürgermeister Helmut Höke sagte jedoch: „Wir als Gemeinde werben an allen Ecken und Enden für unsere beiden touristischen Highlights - das Moormuseum und den Speichersee.“

Einstimmig verabschiedet wurde unterdessen der Haushalt des Moormuseums für 2018. Die Einnahmen sollen sich nach dem Entwurf auf 613.450 Euro belaufen (2017: 666.500 Euro). Die wichtigsten Einnahmequellen sind Zuschüsse des Landkreises Emsland (250.000 Euro) und der Gemeinde Geeste (110.000 Euro). Die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern werden wie im Vorjahr mit 80.000 Euro veranschlagt. Entsprechend werden die Ausgaben für dieses Jahr mit 613.450 Euro (2017: 666.500 Euro) kalkuliert. Größter Posten sind die Personalkosten mit 251.000 Euro. Winter ergänzte: „Wir müssen mittelfristig überlegen, wie wir das Moormuseum zum Beispiel bei größeren Sanierungsmaßnahmen in die Zukunft führen und diese finanzieren.“

Die Außenanlagen des Museums erhielten ein neues Leitsystem. Die Stelen informieren die Besucher über die Exponate und Moorflächen und zeigen zudem den exakten Standort im 30 Hektar großen Außengelände an. Noch bis zum 13. Mai zeigt das Moormuseum die Ausstellung „Der Wolf - ein Wildtier kehrt zurück“.


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