Die Politik trägt Schuld Josef Wulf wehrt sich gegen Gemeinde Geeste

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Der Eingang zum Ferienhausgebiet Emspark Auenwald am Speicherbecken Geeste. Foto: Manfred FickersDer Eingang zum Ferienhausgebiet Emspark Auenwald am Speicherbecken Geeste. Foto: Manfred Fickers

Geeste. Im Streit um das Dauerwohnen in Ferienhausgebieten hat sich Architekt Josef Wulf, der den Emspark Auenwald in Geeste geplant hat, zu Wort gemeldet.

Wulf weist die Vorwürfe aus dem Gemeinderat zurück. Er sieht die Verantwortung für das Dauerwohnen aufseiten der Politik.

Man habe ihn regelrecht gedrängt, am Speichersee ein Wochenendhausgebiet zu errichten. Der Gemeinde sei 2004 ein marktgerechtes Angebot unterbreitet worden, Versprechungen habe er keine gemacht. Dann sei zehn Jahre lang nichts geschehen, die von den politisch Verantwortlichen versprochene Entwicklung am Speicherbecken blieb aus. „Die Politik hat ihre Versprechungen nicht gehalten“, sagt Wulf in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Erst 2014 wurde durch eine Änderung des Bebauungsplans eine notwendige Anpassung vorgenommen. Inzwischen habe sich im Bereich der Deichkrone viel getan, um den See touristisch attraktiver zu machen.

Für das Scheitern seines Hotel- und Campingplatzprojekts hat Wulf eine einfache Erklärung: „Keine Nachfrage, keine Investoren“. Die Kunden, die Grundstücke und Ferienhäuser erwarben, habe er stets darauf hingewiesen, dass es sich um Wochenendhäuser handelt.

Am Dauerwohnen in Ferienhausgebieten trage die Politik die Hauptschuld. Es gebe einen Mangel an kleinen Grundstücken, an kleinen möblierten Wohnungen und an preiswertem Wohnraum. Die Preise, die die Gemeinde Geeste für erschlossenes Wohnbauland nimmt, seien zu hoch, „das ist nicht marktgerecht“. Und die Bebauungspläne ließen kleine preiswerte Häuser auf kleinen Grundstücken gar nicht zu.

Im Gespräch mit seinen Kunden im Emspark Auenwald habe er erfahren, dass manche jüngere Erwerber die Häuser vorübergehend als festen Wohnsitz nutzen, bis sie sich ein größeres Eigenheim leisten können. Es gebe hier außerdem Senioren, die eine kleine Wohnung mit etwas Gartenfläche wünschen und in den seniorengerecht gestalteten Ferienhäusern finden. „Bei deren kleinem Einkommen bleibt nur eine Sozialwohnung als Alternative“, sagt Wulf.

Der Architekt meint, dass die Gemeinde solch eine vorübergehende Dauernutzung dulden sollte, weil es an bezahlbaren kleinen Wohnungen fehlt. Sie sollte Bebauungspläne machen, die sich nach den Bedürfnissen der Bevölkerung richten. Als Vorbild empfiehlt Wulf den von ihm konzipierten Seniorenwohnpark am Heideweg in Meppen. Die Wohnungen hier seien sehr begehrt.


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