Jahresprogramm des Emsland Moormuseums Wölfe, Venn und das schwarze Tuch des Moores

Von Iris Kroehnert

Viel Interessantes bietet das Moormuseum in Groß Hesepe mit seinem neuen Programm. Ausstellungen gehören dazu. Archivfoto: Horst Heinrich BechtluftViel Interessantes bietet das Moormuseum in Groß Hesepe mit seinem neuen Programm. Ausstellungen gehören dazu. Archivfoto: Horst Heinrich Bechtluft

Geeste. Um mehr als 30 Prozent erweitert hat das Emsland Moormuseum in Groß Hesepe sein Jahresprogramm.

Dies stellt Museumsleiter Michael Haverkamp in einem Gespräch mit der MT-Redaktion heraus. „Wie gehabt richten wir uns an Kinder, Jugendliche und Erwachsene, aber wir setzen auf ein deutliches Plus an Sonderveranstaltungen und haben erstmalig drei Sonderausstellungen und eine Dauerausstellung in diesem Jahr“, betont er.

„Ein Wildtier kehrt zurück“

Am Sonntag, 4. März, 11 Uhr wird die Ausstellung „Der Wolf – Ein Wildtier kehrt zurück“ eröffnet. „Wölfe sind wieder heimisch geworden in Niedersachsen“, sagt Haverkamp und ergänzt, „doch die Lebensbedingungen haben sich stark verändert.“ Genau hier möchte die Ausstellung ansetzen. Zum einen werden aktuelle Wolfsbilder des renommierten Naturfotografen Jürgen Borris gezeigt, zum anderen bietet die Ausstellung auch einen historischen Rückblick in eine Zeit, als es Wolfsjagden gab und Wolfsmythen kursierten. Am Eröffnungstag wagt zudem der Historiker Gerd van den Heuvel einen historischen Rückblick. „Wie der Wolf aus Niedersachsen verschwand“, lautet das Thema seines Vortrags.

Kunst im Moor

Die zweite Ausstellung wird am Sonntag, 27. Mai, ebenfalls um 11 Uhr eröffnet und befasst sich mit der Kunst im Moor. „Das hohe Venn“, so lautet der Titel dieser Ausstellung. Zu sehen sind Werke des Naturfotografen Michel Lucas. Der Niederländer ist meist mit seiner Kamera im belgischen Teil der Eifel unterwegs und „überrascht Besucher seiner Ausstellungen mit einer Landschaftsfotografie, die fast schon einen Gemäldecharakter hat“, wie Haverkamp betont.

Blick zurück

Einen Blick zurück wirft die dritte Ausstellung, die den Titel trägt „Onder de Zwarte Doek“, oder auf Deutsch „Unter dem schwarzen Tuch“. Die Eröffnung findet am Sonntag, 19. August, 11 Uhr statt. Gezeigt werden zum einen Fotografien von Hermann Reichling. Der ehemalige Direktor des Naturkundemuseums Münster befasste sich in den 1920er- und 1930er-Jahren im Emsland mit der Naturfotografie. Zum anderen zeigt die Ausstellung Fotos von Jan Oostings. Er war etwa zur gleichen Zeit auf der niederländischen Seite im Raum Drenthe mit einer Plattenkamera unterwegs und belichtete Glasnegative. „Es ist eine Gegenüberstellung, die wir in dieser Ausstellung zeigen“, berichtet Haverkamp. Sämtliche Aufnahmen wären noch nie im Emsland zu sehen gewesen.

Mehrere Vorträge

Im Zusammenhang mit den Ausstellungen werden auch mehrere Vorträge konzipiert. „Beispielsweise über die Industrialisierung des Torfabbaus sowie über neueste Forschungsergebnisse in diesem Zusammenhang“, wie Haverkamp darlegt. Weitere Vorträge würden sich „mit den Moorwelten der 1920er-Jahre befassen oder mit dem Umgang mit der Natur zu dieser Zeit“, zeigt Haverkamp weitere Themen auf. Schließlich bietet das Moormuseum erstmalig Vorträge mit einem Praxisteil an. Darin geht es beispielsweise darum, wie man Hühner oder Schafe hält.

Sonderschau

Alle Sonderausstellung sind in der Halle 2 des Museums zu sehen, während über das gesamte Jahr in der Halle 1 die Ausstellung über die Frühindustrialisierung in der Torfindustrie gezeigt wird. „Somit könnte man sagen, dass wir sogar vier Ausstellungen präsentieren“, erläutert Haverkamp. Die Ausstellung in der Halle 1 korrespondiert im Übrigen mit dem Projekt „Sharing Heritage“ (geteiltes Erbe). Haverkamp erklärt: „Das Emsland Moormuseum ist mit mehreren Veranstaltungen Projektpartner des Europäischen Kulturerbejahres 2018“, und fügt hinzu, „auf dieses Renommee sind wir sehr stolz.“

Weiterhin bietet das Museum ein umfangreiches Programm zur Natur- und Volkskunde sowie zur Regionalgeschichte. Nach wie vor sehr aktiv ist die Junior Ranger Gruppe, die vor wenigen Jahren initiiert wurde. „Das Zeltlager führt dieses Jahr ins Weltnaturerbe Wattenmeer“, wie Haverkamp erläutert.

Frühschoppen mit viel Livemusik

Die offizielle Eröffnung der aktuellen Saison findet am Sonntag, 25. Februar, 11 Uhr mit einem Frühschoppen mit viel Livemusik statt. Während der gesamten Saison finden jeden Sonntag kostenfreie Museumsführungen statt. Allerdings sei der Museumseintritt zu entrichten. Freien Eintritt gibt es hingegen am Sonntag, 13. Mai aus Anlass des Internationalen Museumstages. Auch weist Haverkamp auf das Programm für Kinder und Jugendliche hin, das während der Ferien stattfindet.