Hilfe bei der Berufswahl Schule und Betrieb in Geeste arbeiten zusammen

Von Manfred Fickers


Geeste. Die Geschwister-Scholl-Schule und die WKT-Group in Geeste-Dalum haben einen Vertrag über eine Zusammenarbeit bei der beruflichen Orientierung von Schülern unterzeichnet.

Kontakte zwischen der Oberschule der Gemeinde Geeste und dem kunststoffverarbeitenden Betrieb mit 100 Mitarbeitern gibt es schon seit einigen Jahren. Durch einen Artikel in einer Zeitschrift der Industrie- und Handelskammer (IHK) wurde Firmenchef Thomas Wernemann darauf aufmerksam, dass durch eine Kooperationsvereinbarung die Bemühungen um Hilfe für Jugendliche bei der Berufswahl besser strukturiert werden können. Die IHK unterstützt die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben, sagte Katja Amaral, IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim. Schulleiter Hermann-Josef Schulten, Konrektorin Angelika Viol und das Team Berufsorientierung griffen die Idee gern auf.

Bei Ausbildungsplatzbörsen in der Schule, Praxistagen und Praktika sollen sich die Jugendlichen selbst ein Bild von der Arbeitswelt machen. Für die Lehrer sei es wichtig, über neue Entwicklungen in der Wirtschaft informiert zu sein, erklärte Schulten. Viol ergänzte, dass auch der Erfahrungsaustausch zwischen den Schülern für die Entscheidung über die Berufswahl Bedeutung hat.

Thomas Wernemann beschrieb, wie aus der von seinen Eltern 1994 gegründeten Firma WKT-Wernemann Kunststofftechnik die heutige Unternehmensgruppe wurde. Die WKT Plastic Technologies verarbeitet Kunststoffe zu Bauteilen für die Elektroindustrie. Diese kommen bei der Energieerzeugung und Verteilung zum Einsatz, in Kraftwerken, Schaltanlagen und Transformatoren. Weil große Stromstärken auch in der Eisenbahntechnik nötig sind, sorgen Bauteile aus Geeste für den sicheren Betrieb und hohe Zuverlässigkeit von Fahrzeugen und Anlagen.

Bis zu 150.000 Volt Stromspannung, Temperaturen von bis zu 1000 Grad Celsius, Druck- und Zugbelastung von mehreren Tonnen Gewicht verlangen Material höchster Güte. Weil dies am Markt nicht stetig in der nötigen Menge und Qualität zu erhalten ist, wurde die WKT Press Technologies gegründet, sagte Wernemann. Hier werden faserverstärkte Kunststoffplatten in der benötigten Güte gepresst.

Neuer Betriebsteil

Neu ist die WKT Maschinenbau- und Automatisierungstechnik. Sie ist aus dem Bedürfnis entstanden, Anlagen an den eigenen Bedarf anzupassen, erklärte der Firmenchef. Hier wird mit Kunststoff und Metall gearbeitet. Für Auszubildende biete dies die Chance, Erfahrung mit beiden Materialgruppen zu sammeln. Im Kontakt mit Hochschulen soll die Automatisierung und Digitalisierung der Produktion vorangetrieben werden.

Produktionsleiter Andreas Jestrabek stellte den Gästen die Lehrlingswerkstatt vor. Zehn bis zwölf Auszubildende können hier Grundlagen lernen und sogar an eigenen Projekten und Prüfungsaufgaben arbeiten. Dienstags wird Theorie für den betrieblichen Alltag und die Berufsschule gelehrt. „Das gibt Schub in den Vorbereitungen auf Prüfungen.“