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Zwischen Camp und Konzerten Team Berge trifft in Wacken viele Bekannte

Von Hermann Brands | 02.08.2019, 19:00 Uhr

Wenn Wacken ruft, ist das „Team Berge“ startbereit. Alljährlich macht sich die eingeschworene Truppe auf den Weg nach Schleswig-Holstein, um ihrem Hobby zu frönen. Ob der Metal auch beim 30. Festival noch so richtig schön dröhnt, davon berichtet der Berger Arzt Hermann Brands. Hier sein zweiter Beitrag vom Open-Air-Festival.

2. Tag Wacken, noch halten sich alle ganz gut, einige haben zwar das Frühstück verpasst, aber wen wundert es. Am Ende der Nacht wären ein oder zwei Stunden mehr durchaus hilfreich.

Rührei war heute ohne Krabben, dafür hat Meisterkoch Ingo nicht mit Schinken gespart. Ein paar Tropfen Regen haben wir gehabt, jetzt brennt die Sonne aber schon wieder ganz schön auf der Haut. Wieder mal sitzen wir auf dem Trockenen, zumindest, was unseren Campingplatz betrifft. Das Duschcamp gegenüber wird dafür umso mehr frequentiert. Überhaupt sind lange Schlangen in diesem Jahr das prägende Bild. Ob das in vergangenen Jahren anders war, darüber sind wir uns noch nicht einig.

Gerade ist Besuch eingetroffen, Hannes ist zwar mit eigenem Team angereist, aber unter Renslagern besucht man sich halt. Doch offenbar gibt es nichts Neues südlich von Wacken. Auch gestern gab es wieder diese Art von Begegnungen, die typisch sind auf Wacken. Ein Trupp Wandergesellen feierte das Ende der Walz für einen Kollegen. Unter ihnen Simon Pöppe aus Berge, der mittlerweile das zweite Jahr unterwegs ist. Er geht gerne auf Festivals, dort ist Gelegenheit, Leute aus der Heimat zu treffen. Für die Dauer seiner Walz gilt für ihn eine Bannmeile um den Landkreis Osnabrück. Ein Handy ist auch tabu. Eigentlich gar keine schlechte Erfahrung, meint Simon.

Uli, der Fotograf unseres Presseteams, ist gestern selbst von einer Berliner Medienanstalt interviewt worden. Was ihn an Wacken reizt, sollte er vor laufender Kamera beantworten. Souverän und authentisch beantwortet, fand ich. Leider haben wir vergessen, wann das Interview gesendet wird.

Auch Christian scheint Gefallen zu finden an Wacken, seitdem er nicht mehr obdachlos ist. Ist ja gar nicht so schlimm hier, meint er. Ein trockenes Bett und ein gutes Frühstück können mitunter Wunder wirken. Allein unser Sachse Rocco ist schweigsam geworden. Anja vermutet, dass ihm die „Ö’s“ augegangen sind. Vielleicht gibt es aber ja auch andere Gründe.

Pflichtprogramm ist wie jedes Jahr auch ein Besuch bei Sonja, die wir vor Jahren hier kennengelernt haben. Mit Freunden betreibt sie jedes Jahr ein privates Wackencamp. Mittlerweile kenne ich dort nicht nur Sonja, ich werde sogar zum Essen eingeladen. Schade, das ich das Grillen im Camp verpasse, satt werde ich trotzdem.

Neben den richtig wichtigen Dingen konnte man natürlich auch gestern wieder Musik hören. Wer zufällig gegen 17 Uhr den Biergarten besuchte und neugierig auf die „Beschissenen Sechs“ war, sah sich durch die Hanoveraner Brüder Wingenfelder von Fury in The Slaughterhose überrascht, die unter diesem Namen auftraten. Boss Hoss waren wieder mit von der Partie, vom Stil her eigentlich nicht gerade die klassische Metalband, für einen Auftritt auf Wacken aber scheint das kein Hindernis zu sein. Auf jeden Fall machen Alex Völkel und Sascha Vollmer eine gute Live-Perfomance.

Stimmung verbreiten immer noch Extrabreit, wenn sie die Schule brennen lassen, den Flieger zur Sonne schicken oder die Polizei auf Streife schicken. Viel mehr ist allerdings neben Joachim Witt, der ebenfalls in diesem Jahr hier auftritt, von der Neuen Deutschen Welle nicht übergeblieben.

Donnerstagnacht war natürlich die schwedische Band Sabaton Pflicht. Die markante Baritonstimme von Joakim Broden ist, live immer ein Erlebnis, das einem klar macht, weshalb man diesen Musikunterstil Power-Metal nennt. Sabaton bespielt in diesem Jahr zwei Bühnen und feiert 20-jähriges Bandjubiläum.

Aus dem Landkreis Osnabrück vertreten sind dieses Jahr wieder einmal Mr. Hurley und die Pulveraffen, die sich mittlerweile eine treue Fangemeinde erspielt haben. Leider spielte Sabaton parallel dazu.

Aktuell spielt im Hintergrund, wärend diese Zeilen entstehen, Eluveitie aus der Schweiz, die eine besondere Mischung aus Melodic Death Metal und Pagan Folk performen. Klingt gut, finde ich, nicht nur die Band, sondern auch dieser Satz, den ich allerdings, ehrlich gesagt, der Wacken-App entnommen habe. Einmal wollte ich genauso klug wie unser Musikspezialist Olaf klingen.

Heute Abend gehen wir mal zu Slayer. Die Trash-Metal Legenden um Tommy Araya und Kerry King liefern dort ihre finale Abschiedsshow ab, obwohl man das in diesem Genre mit etwas Vorsicht zur Kenntnis nehmen muss, auch die Skorpions haben sich schon einmal auf Wacken verabschiedet.

Mein Magen meldet mittlerweile. Er ist an feste Grillzeiten gewohnt. Mal sehen, ob Team Berge sich schon wieder im Camp versammelt hat. Allmählich könnte ich mir sogar vorstellen, etwas gegen die Unterhopfung zu tun, die auf einem Festival immer eine sehr ernste Sache ist und die niemand unterschätzen sollte.

Weiteres folgt in Kürze aus Wacken...