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Süskind stellt Buch vor Stolpersteine in Fürstenau: Alles vorbereitet

08.07.2014, 17:15 Uhr

ja/jesc Fürstenau/Berge. Es ist eine weite Reise. Fürstenaus Ehrenbürger Bernhard Süskind wird Montag, 14. Juli, aus New York anreisen. Zum einen möchte er am 17. Juli sein Buch über sein Leben als jüdischer Mitbürger in Fürstenau vorstellen. Zum anderen möchte der 92-Jährige dabei sein, wenn der Kölner Künstler Gunter Demnig am Dienstag, 15. Juli, ab 15 Uhr in der Stadt 24 Stolpersteine zum Gedenken an ermordete jüdische Mitbürger setzt. Bereits um 13 Uhr werden drei weitere Stolpersteine an der Antener Straße in Berge verlegt, um an die Ermordung von Berta und Adolf Neublum sowie dessen Sohn Paul zu erinnern.

Wie berichtet, handelt es sich bei den Stolpersteinen um kleine Blöcke mit einer Messingtafel mit den Lebensdaten von ermordeten jüdischen Mitbürgern. Sie werden in der Regel auf den Gehwegen vor den Wohnungen eingesetzt, in denen die Opfer zuletzt gelebt haben.

In Fürstenau wird das Stolperstein-Projekt von einem Arbeitskreis unterstützt und begleitet. Mitwirkende sind Vertreter der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden, der Integrierten Gesamtschule, der Marienschule Schwagstorf, der Spielvereinigung und des Heimatvereins Fürstenau sowie der Stadt Fürstenau und vom Initiativkreis Stadtgang und Gedenken 9./10. November . Sie haben sich auch um die Orte gekümmert, wo Gunter Demnig die Stolpersteine einsetzen kann. Es sind Orte an der St.-Georg-Straße, an der Schwedenstraße und am Schwarzen Weg. Dort wird an die Ermordeten Isidor und Adele Weinberg (St.-Georg-Straße), Alfred, Jettchen und Herbert Hamburger (Schwedenstraße 24), an Julius, Berta, Moritz, Frida, Oskar und Rosa Frank (Schwarzer Weg) sowie an Hermann, Elise und Renate Hamburger (Schwarzer Weg) erinnert. Überdies werden die überlebenden Angehörigen gewürdigt. In einem nächsten Schritt werden im kommenden Jahr die Stolpersteine für Friederike und Willi Wolff, Johanna Stern und Elisabeth Hamburger und ihre Familien gesetzt, so der Plan.

Die Aktion beginnt am Parkplatz der Kreissparkasse in der St.-Georg-Straße, begleitet von Schülern der Marienschule und einer Musikerin. Weiter führt der Weg zur Schwedenstraße (Einmündung Kleine Straße). Dort übernehmen Musiker der Big Band der Integrierten Gesamtschule die Begleitung. Die beiden letzten Verlegeorte sind am Beginn des Schwarzen Weges. Dort werden Schüler der Grundschule Fürstenau sowie der Kirchenchor der katholischen Kirchengemeinde St. Katharina dabei sein.

Bei Regenwetter sorgen die Organisatoren für Unterstellmöglichkeiten. Für Menschen mit Behinderungen wird ein Fahrdienst angeboten. Der Rückweg führt durch den Bürgerpark zum Schloss.

Zum Besuch von Bernhard Süskind: Neben dem Stolperstein-Projekt hat der Ehrenbürger Fürstenaus einen weiteren guten Grund für seinen Besuch in der Stadt: Er wird am 17. Juli, 19.30 Uhr, im Alten Rathaus am Markt sein Buch „Wir waren doch alle Freiwild“ vorstellen. Es ist den ermordeten jüdischen Bürgern der Stadt Fürstenau gewidmet. Der 92-Jährige hat in seinen Lebenserinnerungen einen Schwerpunkt auf seine Zeit in Deutschland mit Verhaftung, Aufenthalt im Konzentrationslager Buchenwald und seine Immigration gelegt. Er geht aber auch auf die Zeit nach dem Krieg ein. Trotz aller schrecklichen Erinnerungen ist Bernhard Süskind seiner Heimatstadt stets verbunden. Das zeigt sich auch daran, dass der aufmerksame Leser des „Bersenbrücker Kreisblattes“ bereits zahlreiche Einladungen in Fürstenau bekommen hat. Er nimmt sie gerne an.