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Projekt startet im Mai Stadt Fürstenau rüstet sich für Klimawandel

Von Jürgen Ackmann | 11.04.2017, 13:14 Uhr

„Mit kühlem Kopf in heiße Zeiten.“ So ist ein Klimaprojekt überschrieben, für das Fürstenau vom Bundesministerium und Forschung ausgesucht worden ist. Zum Auftakt wird es am 12. und 13. Mai eine Zukunftswerkstatt geben, für die per Zufallsverfahren Bürger ausgewählt worden sind.

„Mit kühlem Kopf in heiße Zeiten“ sei ein Projekt, in dem eine Strategie für die Entwicklung Fürstenaus vor dem Hintergrund des Klimawandels erarbeitet werden solle, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Der Ansatz: Weder der demografische noch der Klimawandel mache an Stadtgrenzen halt. Die Menschen würden älter und es werde im Sommer inzwischen zeitweilig extrem heiß. Darauf müssten sich die Kommune vorbereiten. Die Fürstenauer hätten nun im Rahmen des Förderprogrammes „Leitinitiative Zukunftsstadt“ des Bundesministeriums dazu die Gelegenheit. In der Startphase werde die Stadt ein Jahr lang von der Freien Universität Berlin und der Kommunikationsberatung „(r)evolutionäre ideen“ unterstützt – unter anderem, um Zukunftsbilder für unsere Stadt zu entwickeln. Funktioniere alles gut, werde die Stadt drei weitere Jahre unterstützt, um das Erarbeitete umzusetzen. Das Bundesministerium würde dafür eine neue Stelle für die Stadtentwicklung finanzieren, wie die Kommune weiter mitteilt.

Als 2015 die Straßen schmolzen

Bereits in den vergangenen Jahren hätten die Fürstenauer Wetterereignisse erlebt, die Probleme bereitet hätten. So habe im Sommer 2015 die Großveranstaltung „Strong Viking“ wegen zu hoher Temperaturen verschoben werden müssen. In der Schorfteichstraße sei unterdessen der Asphalt geschmolzen. Mit solchen und ähnlichen Folgen von Wetterereignissen müsse sich Fürstenau stärker auseinandersetzen: Die durchschnittliche Temperatur sei seit 1961 in Niedersachsen um knapp ein Grad gestiegen. Bis 2050 werd ein weiterer Anstieg der Jahresmitteltemperatur um etwa ein Grad erwartet, zum Jahr 2100 könnten die Temperaturen sogar um etwa 2,5 Grad ansteigen. Damit verbunden seien Extremwetterereignisse.

Auswirkungen auf das Leben in Fürstenau ermitteln

Mithin werde sich der Klimawandel auch auf das Leben in Fürstenau auswirken. Könnten Kirmes und Burgfest unverändert stattfinden? Seien künftig Wasserspender an Bushaltestellen und im Park notwendig? Sei eine gezielte Grünplanung für das Stadtklima notwendig? Müsse ein Hitzetelefondienst für besonders gefährdete Menschen eingerichtet werden? Kurzum: Die veränderten Klimabedingungen müssten künftig bei allen Planungen mitgedacht werden.

Begleitet wird die Zukunftswerkstatt von Dominik Zahrnt von „(r)evolutionäre ideen“, der die Veranstaltungen moderiert. Als Fachleute dabei sind zudem Nicole Mahlkow und Klaus Jacob, vom Forschungszentrum für Umweltfragen der Freien Universität Berlin.

Konzept in drei Schritten

Die Zukunftswerkstatt wird in drei Abschnitte eingeteilt. Zunächst werden Zukunftsbilder entwickelt. Wie könnte Fürstenau beispielsweise im Jahr 2050 aussehen? Weiterhin werden die Herausforderungen für die Stadt erarbeitet. Welche Schwierigkeiten gibt es, die bewältigt werden müssen? Schließlich geht es um die Umsetzung. Was muss sich bis zum Jahr 2035 getan haben, um auf das Jahr 2050 gut vorbereitet zu sein? Die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt werden bei einer Bürgerversammlung sowie über das „Bersenbrücker Kreisblatt“ im Herbst vorgestellt.

Entstanden ist der Kontakt zur Berliner Uni und zum Bundesministerium übrigens über das Projekt „Kleinstadtpioniere“ des Bauministeriums, wie Stadtdirektor Benno Trütken berichtete. Hier engagiert sich die Stadt Fürstenau als assoziiertes Mitglied in städtebaulichen Fragen.