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Nach 15 Jahren Oberstufenkoordinatorin der IGS Fürstenau geht in Ruhestand

Von Christoph Schillingmann | 09.06.2016, 19:03 Uhr

Mit Sigrid Leinert-Pankratz geht die Oberstufenkoordinatorin der Integrierten Gesamtschule (IGS) Fürstenau am 31. Juli 2016 offiziell in den Ruhestand. Die Lehrerin wird nach 15 Jahren Dienstzeit in Fürstenau vor allem eins vermissen – ihre Schüler.

„Ich werde sie sehr vermissen“, sagt Sigrid Leinert-Pankratz wehmütig. „Schüler halten jung. Ich hoffe, sie haben viel von mir gelernt. Aber ich habe auch sehr viel von ihnen gelernt.“

Vor neun Jahren hat die Lehrerin eine fünfte Klasse übernommen. Eigentlich behält sie eine Klasse immer bis zur zehnten Klasse und startet dann wieder mit einem fünften Jahrgang. „Aber dieses Mal habe ich das nicht gemacht. Ich bin bewusst bei meinen Schüler geblieben und habe sie bis zum Abitur begleitet, weil ich wusste, dass es mein letzter Jahrgang wird“ Von den 23 Schülern, die 2007 in der fünften Klassen waren, seien neben weiteren Schülerinnen und Schülern jetzt noch elf in der Tutorengruppe Leinert-Pankratz.

„Ich habe intensiv Schule gelebt“

„Ich werde aber auch manche Kollegen sehr vermissen, vor allem die netten und manchmal auch spaßigen Gespräche mit Schulleiter Jürgen Sander“, sagt Sigrid Leinert-Pankratz. „Ich habe intensiv Schule gelebt, war immer voll berufstätig und habe keine Teilzeit genommen. Und das fast 40 Jahre lang. Als Lehrerin zu arbeiten und gearbeitet zu haben, sei immer ihr Traumberuf gewesen und geblieben. Das habe sie voll ausgeschöpft.

In Hessen aufgewachsen

Sigrid Leinert-Pankratz stammt aus dem hessischen Heubach. Die Gemeinde liegt im Vorderen Odenwald in der Nähe von Darmstadt. Ihr Abitur hat die heute 63 Jahre alte Lehrerin 1972 an einem Gymnasium in Groß-Umstadt gemacht. Anschließend ging sie zur Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, um dort Chemie sowie Politik und Wirtschaft zu studieren. 1976 schloss sie das erste Staatsexamen ab.

Richtung Norden

Zeitgleich schloss ihr damaliger Freund Wolfgang Pankratz, den sie 1977 heiratete, sein zweites Staatsexamen in Mathematik und Politik ab. Ende 1976 hatte er eine feste Stelle in Osnabrück bekommen. „Die Stellen waren damals sehr knapp. Deshalb haben wir gesagt, dass wir dort hingehen, wo einer von uns beiden zuerst eine feste Stelle bekommt“, sagt Sigrid Leinert-Pankratz. Sie habe sich damals um ein Referendariat beworben und zum 1. Mai 1977 einen Platz am Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasium in Celle bekommen.

1978 nach Osnabrück

Nachdem Sigrid Leinert-Pankratz ihr Referendariat Ende 1978 beendet hatte, bekam sie zum 1. Februar 1979 eine Stelle an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Osnabrück-Schinkel. „Dort war ich 22,5 Jahre, bis zum Sommer 2001.“ Zunächst hätten ihr Mann und sie in Osnabrück gewohnt und 1981 in Wallenhorst gebaut, wo sie heute immer noch zu Hause sind.

In Fürstenau beworben

2001 folgte der Wechsel nach Fürstenau. „An der IGS war eine Stelle als Oberstufenkoordinatorin ausgeschrieben“, sagt Sigrid Leinert-Pankratz. „Ich habe mich darauf beworben und sie auch bekommen.“ Es sei die schönste Stelle, die eine Schule habe. Zu ihrem Aufgabenbereich gehöre unter anderem die Beratung der Schüler bei der Kurswahl oder auch bei der Berufsorientierung. „Es ist ein großer organisatorischer Aufgabenbereich.“ Daneben unterrichte sie Naturwissenschaften (Biologie, Physik und Chemie) sowie Gesellschaftslehre (Erdkunde, Geschichte und Politik).

Noch kein Nachfolger

Ihr letzter Schultag ist der 22. Juni 2016. „Ich habe dann noch einmal Sommerferien“, freut sie sich. Am 31. Juli 2016 geht sie dann offiziell in den Ruhestand. Einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin gibt es für ihre Stelle noch nicht. „Ich glaube auch nicht, dass sie bis zum Sommer noch besetzt werden kann“, sagt die scheidende Oberstufenkoordinatorin. Auf die Frage, an welcher Schule sie lieber gearbeitet hat, sagte Sigrid Leinert-Pankratz: „Zwischen Osnabrück und Fürstenau würde ich keinen Unterschied machen. Ich habe mich sowohl an der KGS als auch an der IGS sehr wohl gefühlt.“

Noch viel vor

Wenn Sigrid Leinert-Pankratz nicht mehr Lehrerin ist, hat sie noch viele Pläne. „Ich möchte für meine Familie da sein.“ Aber sie wolle auch viel reisen. „Wir wollen noch einmal nach Amerika, zur Ostsee und mit dem Wohnwagen in Frankreich über die Dörfer tingeln.“