Ein Artikel der Redaktion

Kurdische Familie fasst Fuß Ein gelungenes Kapitel Integration aus Fürstenau

Von Jürgen Schwietert, Jürgen Schwietert | 15.06.2018, 17:03 Uhr

Beim jüngsten Café der Begegnung, das am zweiten Dienstag im Monat im evangelischen Gemeindehaus stattfindet, war der Archäologischen Arbeitsreis der Gastgeber. Mit dabei sind die Familie Sido und Integrationshelferin Renate Mertens.

Zu den regelmäßigen Gästen des Begegnungscafés gehört die Familie Sido mit Machmoud und Fidan Mustafa sowie die achtjährige Solin, der sechsjährige Rachid und der einjährige Mirwan sowie ihre Betreuerin Renate Mertens, die zusammen mit ihrem Mann mehr als 40 Jahre lang Kinder und Jugendliche ehrenamtlich begleitet hat. „Es war uns immer wichtig, ein Ehrenamt zu haben und zu helfen“, sagte sie. Bis zu seinem Tod im vergangenen Jahr pflegte Arnold Mertens enge Kontakte zu den ehrenamtlich begleiteten Jugendlichen.

Die verfolgte kurdische Familie musste 2015 Syrien verlassen, hielt sich für mehrere Monate in der Türkei in Istanbul auf und erreichte schließlich Deutschland. Über Osnabrück kamen sie zunächst nach Bippen und später nach Fürstenau, wo sie jetzt wohnen. Seit Beginn ihres Aufenthalts in der Samtgemeinde Fürstenau wurden sie durch ehrenamtliche Integrationshelfer betreut, zunächst durch Heike Runze und Sabine Dinnus. Als sie nach Fürstenau zogen, konnte Renate Mertens aus Bippen als Betreuerin gewonnen werden. Sie kümmert sich mit viel Engagement um die Familie und hilft, wo sie kann.

Helfer sind da, wenn sie gebraucht werden

An erster Stelle stand dabei zunächst der Sprachunterricht. Gemeinsam lernten Eltern und Kinder ihre ersten deutschen Worte sprechen und auch schreiben. Renate Mertens übte mit den Kindern. Und nach und nach entstanden die ersten Worte in deutscher Schrift. Schulhefte wurden besorgt, Behördenpapiere ausgefüllt und Behördengänge begleitet, der Kindergartenbesuch erleichtert. Renate Mertens war da, wenn sie gebraucht wurde. Ihre Arbeit hat sich ausgezahlt. Die Kinder sprechen inzwischen gut deutsch. Machmoud Sido hat in Fürstenau Arbeit gefunden. „ Es ist ein Glücksfall, diesen Mitarbeiter zu haben “, freut sich sein Chef. In Syrien musste er mit neun Jahren die Schule verlassen und als Arbeiter in einer Lederfabrik die Familie ernähren.

Dank der engagierten Arbeit der Integrationshelfer wie Renate Mertens und der Integrationsbeauftragten der Samtgemeinde Fürstenau, Antigone Mally ist diese sympathische Familie voll integriert und eine Bereicherung für das gemeinsame kulturelle Leben.