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Jürgen Sander in Amt eingeführt Ehemaliger wird Gesamtschulleiter an IGS Fürstenau

Von Jürgen Ackmann | 03.02.2014, 19:55 Uhr

Es gibt wohl nur eine Möglichkeit, am 3. Februar einen Artikel über Jürgen Sander anzufangen, um das Besondere dieses Tages herauszuarbeiten: Es war 1986, als Jürgen Sander für seinen Abiturjahrgang an der Integrierten Gesamtschule Fürstenau die Abschlussrede hielt. 28 Jahre später, eben am 3. Februar 2014, 15.45 Uhr, hält er wieder eine Rede in der IGS – dieses Mal als Schulleiter. Der erste Satz wird vielleicht noch länger nachklingen: „Ich bin stolz, sagen zu können: Ich bin ein Gesamtschüler.“ Mehr als nur die Abwandlung eines Zitats.

An diesem 3. Februar beginnt sich um 13.30 Uhr das Forum der IGS zu füllen. Leiter der benachbarten Schulen trudeln ein, Elternvertreter, Leute aus der Wirtschaft, Kirche und Politik und natürlich Schüler. Es sind so viele Personen, dass Josef Thale – ein halbes Jahr lang kommissarischer Schulleiter – wohlweislich darauf verzichtet, alle namentlich zu begrüßen.

Eigentlich ist Jürgen Sander bereits seit dem 3. Dezember Schulleiter der IGS. Da sei die „Dienstpostenübertragung“ allerdings nur im kleinen Kreis erfolgt, erzählt Klaus Seifert, Dezernent der Landesschulbehörde und einer von vielen Rednern an diesem 3. Februar. Gut gewählt sei dieser Tag, um diese „Dienstpostenübertragung“ (was für ein verwaltungstechnisch interessantes Wort) nun auch höchst offiziell zu vollziehen. Ein Drittel der Probezeit habe Jürgen Sander bereits hinter sich, alles laufe gut an der IGS. Dieser Erkenntnis lässt der Dezernent gerne lobende Worte folgen – über die Sozialkompetenz des neuen Schulleiters, sein nicht minder ausgeprägtes Kommunikationstalent und sein Bekenntnis zur Teamarbeit.

Dieser Gedanke des Miteinanders an der IGS zwischen Lehrern, Schülern und Eltern war dann auch der rote Faden, der sich durch viele Reden zog – ob ihn nun die kollegiale Schulleitung mit Josef Thale, Hildegard Jubt, Sabine Schmieter und Stephan-Heinrich Flor aufgriff oder ob ihn später Samtgemeindebürgermeister Peter Selter, Kreisrat Matthias Selle, Gerd Beckmann für die Schulleiter der Region oder der Elternvertreter Thorsten Grützmacher aufnahmen. Es gibt kein oben, es gibt kein unten, so die Botschaft. Nur gemeinsam geht es.

Dass diese Botschaft keine Phrase war, ließ sich daran ablesen, dass mit Katharina Holt und Lucas König zwei Oberstufenschüler durch das Programm führten und die Schülerbeiträge erkennbar das Produkt besonders guter Zusammenarbeit waren. Das ließ sich aber auch an zwei Anmerkungen der Schülervertreter Zehra Cinar, Luisa Frantzen, Lukas Hölscher und Matthes Röckener festmachen. Nach der offiziellen „Dienstpostenübertragung“ habe Jürgen Sander als eine der ersten Amtshandlungen das Gespräch mit den Schülern gesucht. Und auch eine Mikrowelle habe er der Schülervertretung übergeben. „Damit hat er einige von uns vor dem Hungertod bewahrt“, grinsten die Schüler.

Auch Klaus Großheide ergriff das Wort – für das Kollegium und als früherer Biologielehrer von Jürgen Sander. Seinen Vortrag über das Fliegen eines Jumbojets in Analogie zur Leitung einer großen Schule wie die IGS krönte er mit einem Filmschnipsel von 1986. Dort war Jürgen Sander als Entertainer zu sehen – singend und parodierend. Durchaus erhellend.

Blieb noch die Rede von Jürgen Sander, die mit einer abgewandelten Version des berühmtesten Satzes von John F. Kennedy begann. Er, der unter anderem als freier Mitarbeiter für den NDR gearbeitet hatte und Lehrer an der Ursulaschule in Osnabrück war, er also betonte, dass gute Schulen Systeme seien, die sich entwickelten und sich stetig veränderten. „Für gute Schulen gilt: Fertig? Gibt es nicht“, betonte er. Die IGS stelle sich seit mehr als 40 Jahren diesem Prozess der Veränderung. Inzwischen hätten sich Formen des kooperativen und sozialen Lernens als Merkmale des guten Unterrichts durchgesetzt. Dies sei ein Verdienst der Schulform Gesamtschule, glaube er. Das individuelle Fördern sei seit der Gründung Konzept der IGS. Nach einem Abstecher durch die Schullandschaft im Nordkreis – verbunden mit der Bitte, doch ein einheitliches Konzept mit rational definierten Kriterien zu entwickeln – folgte der logische Schlusssatz des 3. Februar. „Ich bin stolz, nun sagen zu können: Ich bin ein Gesamtschulleiter.“ Punkt. Ende.

Was oder wer bedarf sonst noch der Erwähnung? Natürlich. Josef Thale. Er habe die IGS im vergangenen halben Jahr professionell, mit großem Einsatz und umsichtig geleitet, hieß es immer wieder anerkennend. Auch das war ein roter Faden, der sich durch die Reden zog. Teamarbeit eben.