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Interview mit Helmut Tolsdorf Neue Bippener Turnhalle soll in drei Jahren stehen

Von Peter Selter, Peter Selter | 02.02.2017, 19:53 Uhr

Die Politiker aus Bippen, die in den Räten der Gemeinde und der Samtgemeinde vertreten sind, haben in den vergangenen Jahren die Turnhallenbauten in Fürstenau und Berge konstruktiv mitgetragen. Jetzt ist es an der Zeit, eine neue Turnhalle für die Gemeinde Bippen zu planen und innerhalb der nächsten drei Jahre zu realisieren, sagt Bürgermeister Helmut Tolsdorf.

 Herr Tolsdorf, ist für Bippen der Bau einer neuen Turnhalle realistisch? 

Es geht um Verantwortung und politische Glaubwürdigkeit. Beide großen politischen Gruppen haben sich im Wahlkampf für den Bau einer neuen Halle ausgesprochen. Das gilt es einzuhalten und alsbald umzusetzen. Wir beschäftigen uns schon sehr lange mit dem Thema. Daher halte ich es angesichts der Gesamtsituation jetzt für realistisch, dass die Turnhalle in den nächsten drei Jahren gebaut wird.

 Wie weit steht die Finanzierung des Projektes? 

Die Gemeinde Bippen hat in die Finanzplanung des Haushaltsplanes für 2017 für die nächsten Jahre bereits insgesamt 600000 Euro eingeplant. Mit der Samtgemeinde Fürstenau ist jetzt abzustimmen, wie die Finanzierung „rund“ gemacht wird. Die Investition ist für die Gemeinde Bippen aufgrund der soliden Haushaltssituation definitiv darstellbar.

 Passt eine solche Investition zum massiven Schuldenabbau, zu dem die Samtgemeinde und die Mitgliedsgemeinden verpflichtet sind? 

Die Gemeinde hat derzeit Schulden von rund 300000 Euro. Dieses Geld wurde ausgegeben, um die Flächen für das neue Baugebiet Bippen Nordwest zu sichern. Den Schulden stehen klare Werte entgegen; sie sind rentierlich.

 Warum ist eine neue Sporthalle für die Gemeinde so wichtig? 

Es ist Aufgabe der politischen Verantwortungsträger, sich dafür einzusetzen, dass Bippen als Lebensort im ländlichen Raum attraktiv bleibt. Ausreichender Raum für sportliche Aktivitäten gehört zur Lebensqualität. Eine Kommune im ländlichen Raum mit ihren vielen Vorzügen braucht neben einer funktionierenden Nahversorgung vor allem auch gute Schul- und Freizeitangebote. Eine neue Sporthalle würde den Charakter Bippens als lebens- und liebenswerter Erholungsort weiter aufwerten. Da es zum Glück gelungen ist, wieder einen Lebensmitteleinzelhändler für Bippen zu gewinnen, die Banken vor Ort sind, die Ärztin erfolgreich praktiziert, es die Apotheke gibt und weitere Geschäfte zur Nahversorgung das Angebot abrunden, ist Bippen dann gut aufgestellt und ein in vielfacher Hinsicht „interessanter Lebensort“.

 Wie wird denn heute Sport gemacht? 

Für den Vereinssport werden heute wegen der fehlenden Hallenkapazitäten auch die Sporthallen in Berge und Grafeld genutzt. Für die Lebensqualität der Menschen vor Ort ist wichtig, dass Sport künftig stärker vor Ort stattfinden kann.

 Nach welchen Standards soll die neue Halle geplant werden? 

Ziel ist es, eine klassische Einfeldhalle mit Normmaßen zu bauen, die auch für den Hallenfußball geeignet ist. Primär sollen die Anforderungen an eine Ballsporthalle zugrunde gelegt werden. Damit soll sich die Halle für den Schulsport ebenso wie für den Vereins- und Freizeitsport eignen.

 Wie soll das Bauprojekt realisiert werden? 

Es wird dazu quer in alle Richtungen gedacht. Wir werden uns ansehen, was für die Gemeinde das beste Modell ist. Das gilt vor allem auch für die Finanzierung. Dabei kann es ein kompletter Eigenbau sein, oder externe Partner werden einbezogen. So viel steht für mich fest: Es wird kein ideologisches Modell.

 Wie geht es konkret weiter? 

Dieses Jahr werden wir dazu nutzen, ein Realisierungsmodell zu entwickeln, das umsetzbar ist. Das ist dann eine gute Grundlage für weitere Gespräche mit der Samtgemeinde, um die Planung festzulegen, denn dieses ist ein anzustrebendes Gemeinschaftswerk. Dazu ist ein bilateraler Austausch wichtig.