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Heiligabend als Herausforderung Donata Gerullis: 20 Jahre Küsterin in Fürstenau

Von Jürgen Schwietert | 24.12.2015, 13:04 Uhr

Die Küsterin an St. Katharina Fürstenau, Donata Gerullis, hat in diesen Tagen ihr zwanzigjähriges Dienstjubiläum gefeiert. Jetzt ist es an der Zeit, einmal auf ihr engagiertes Wirken zurückzublicken. Sie ist die gute Seele von St. Katharina. Aber das will sie nicht hören. Noch immer hat sie viel Freude bei dieser mit Liebe im christlichen Glauben ausgeübten Tätigkeit.

Mit einem ganz dicken Dankeschön an ihre Familie begann sie unser Gespräch. „Diese Arbeit kann ich gar nicht ohne meine Familie machen. Ich habe immer große Hilfe von ihr erhalten“, dankte sie besonders ihrem vor wenigen Jahren verstorbenen Ehemann Udo sowie den drei Töchtern Simone, Sandra und Meike und deren Ehemännern, ihren Schwiegersöhnen.

„Ich habe damals nie daran gedacht, Küsterin zu werden“, blickte Donata Gerullis auf die Mitte des Jahrzehnts im vergangenen Jahrhundert zurück. Es kam dann aber anders. Seinerzeit bereitete sie als Katechetin die Kommunionkinder auf ihre Erstkommunion vor. Als kleines Dankeschön gab es ein gemeinsames Essen mit Pfarrer Georg Löffler.

Pfarrer eine Absage erteilt

Dabei kam zur Sprache, dass für Küsterin Klara Jansen eine Nachfolge gesucht werde. „Wollen Sie das nicht machen, Frau Gerullis“, lautete Frage des Pfarrers.. Und spontan die Antwort: „Nein, das kann ich nicht.“ Lange hielt ihre Einstellung aber nicht durch, denn am Abendbrottisch hieß es von Ehemann Udo und den Töchtern: „Das kannst du sehr wohl. Das mach man.“ Und Donata Gerullis rief den Pfarrer an und sagte zu.

Sie wurde von Klara Jansen in ihr neues Amt eingeführt. Damals waren die Aufgaben noch nicht so umfangreich wie heute. Ein gutes Jahr nach ihrer Einführung starb Pfarrer Georg Löffler. Die Stelle blieb mehrere Monate vakant. Kaplan Thomas Burke sowie Geistliche aus dem Ausland übernahmen seelsorgerische Aufgaben in der Kirchengemeinde. Für die noch junge Küsterin änderten sich die Arbeitsabläufe. Dabei unterstützte sie Kaplan Burke.

Die Abläufe modifiziert

Im Februar 1998 wurde Pfarrer Hubert Schütte in sein neues Amt eingeführt. Und wieder änderte sich vieles in der Arbeit der Küsterin. Die liturgisch nicht festgelegten Abläufe in den Gottesdiensten wurden modifiziert. Die Antependien und Paramente wurden dem Ablauf des Kirchenjahres angepasst. Diese Neuerungen wurden nach einer Eingewöhnungsphase gut angenommen.

Sie verdeutlichen auch, dass der Christ mit allen Sinnen glauben soll. Und Donata erinnert sich: „Die Umsetzung hat mir viel Freude gemacht.“ Weiterhin wurde die breite Vielfalt der Arbeit einer Küsterin deutlich. Hierzu gehört die Pflege der Tischwäsche ebenso wie die der liturgischen Sakralgefäße, darunter die Schale (Patene) für die Hostien und der Kelch für den Messwein, für die Priester- und Messdienergewänder und die jeweilige Stola. Sie verwaltet Hostien, Messwein und Kerzen und ist auch für die Glocken zuständig. Aber keine Angst. Mittels Glockenseil braucht sie nicht mehr zu läuten. Die Arbeit hat ihr zum größten Teil eine Automatik abgenommen. Die Totenglocke, die nach dem Angelus von 12.03 bis 12.15 Uhr ertönt, muss per Hand eingeschaltet werden.

An Silvester die Glocken läuten

In den ersten Jahren ging es auch an Silvester pünktlich um Mitternacht in die Kirche, um die Glocken läuten zu lassen. Sie öffnet und schließt die Kirche und übernimmt auch schon mal eine Kirchenführung. Donata Gerullis sorgt passend zu den Jahreszeiten und zu den hohen Feiertagen im Kirchenjahr für den richtigen Blumenschmuck, steht Brautpaaren beratend zur Seite ebenso Trauernden und hält engen Kontakt zu den Bestattern. Sie hat immer ein offenes Ohr für ihre Ansprechpartner.

Die Küsterin engagiert sich auch bei der Ausbildung der Messdiener und erzählt in diesem Zusammenhang eine amüsante Geschichte. Dabei stellte sie den Probanden auch die Gewänder und die dazu gehörenden Farben vor. „Was glaubt ihr wohl, wann grün getragen wird“, fragte sie. Ganz verzagt kam die Antwort: „Wenn Werder Bremen gewonnen hat?“ Grün ist die Alltagsfarbe. Besondere Freude bereiteten ihr immer die Vorbereitungen der besonderen Messe an Heiligabend um 23 Uhr und in der Osternacht um 5.30 Uhr. Dann ist sie ganz vertieft in ihrer Aufgabe, in Vorfreunde auf den schönen Gottesdienst.

Donata Gerullis liebt die Herausforderung und schreckt vor keiner neuen Aufgabe zurück. Dazu gehörte dieser Tage der Aufbau der Weihnachtskrippe mit Unterstützung weitere Gemeindemitglieder. Dabei helfen auch ihr Organisationstalent und ihr großer Idealismus. „Ich möchte, dass sich durch meine Arbeit die Leute in der Kirche wohlfühlen“, betonte sie zum Abschluss. Und dieses gelingt ihr auch.