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Experte plaudert aus Nähkästchen Mitgliederversammlung des Bezirksverbandes Osnabrück-Emsland im Hannoveraner Verband

Von Siegfried Wistuba | 13.03.2015, 10:00 Uhr

Einen hochkarätigen Pferde- und Züchterfachmann hatte der Vorstand des Bezirksverbandes Osnabrück-Emsland im Hannoveraner Verband als Referenten zu seiner Mitgliederversammlung aus den benachbarten Niederlanden eingeladen. Daan Nanning erläuterte anhand eindrucksvoller Beispielen und mit viel Erfahrung den anwesenden Züchtern, wie in den Niederlanden die Zucht und Vermarktung hochwertiger Pferde organisiert sind.

Dabei legte er allerdings Wert darauf, dass wie meistens im Leben eine Medaille bekanntlich zwei Seiten hat. In Deutschland ist die Pferdezucht relativ breit gefächert. Rassen und Abstammungen, aber auch regionale Besonderheiten haben hohen Stellenwert, große Traditionen und sind entsprechend breit organisiert. Im Gegensatz dazu, und das ist ein Vorteil eines relativ kleinen Landes, ist die Pferdezucht in den Niederlanden straff organisiert in der KWPN (Koninklijk Warmbloed Paardenstamboek Nederland) zusammengefasst. Die Auswahlverfahren der gekörten Hengste, aber auch der Zuchtstuten stellt sich aus deutscher Sicht als streng und eindeutig auf Leistung geprägt dar. Einkreuzungen ausländischen Blutes sind unter diesen Gesichtspunkten aber keine Seltenheit, um die Zuchtziele zu erreichen. Erwähnenswert auch die völlig unabhängige Körkommission, in der Mitglieder nur für limitierte Zeiträume tätig werden können. Vor diesem Hintergrund arbeitete Daan Nanning, der viele Jahre Vorsitzender der Körungskommission KWPM war, sich aber auch als Coach der Junioren und jungen Reiter der Niederlande und verschiedener ausländischer Seniorenteams betätigte, die Unterschiede der beiden Systeme heraus. Verständlich, dass er natürlich von seiner niederländischen KWPN-Zucht- und VSN-Vermarktungsorganisation sehr angetan war.

Nicht umsonst sind KWPN-Pferde weltweit unter dem Sattel wie auch vor der Kutsche im Spitzensport gefragt. Die zwischendurch und im Anschluss an den Vortrag gestellten Fragen bestätigten die Aktualität des Themas. Aber auch die Diskussionen im Anschluss der Versammlung hielten das Thema in kleinen Kreisen lebendig.

Aus dem Jahresbericht des Verbandes, vorgetragen von Geschäftsführerin Wiebke Petersen, waren durchaus wieder positive Tendenzen ersichtlich. Diese Tatsache drückte sich einerseits bei der Entwicklung der Stutenbestände, den Teilnahmen an Stutenschauen, bei den ausgezeichneten Stuten und Hengsten sowie bei den traditionellen Züchterehrungen aus.

Die klassischen Programmpunkte der Mitgliederversammlung wurden einvernehmlich abgehandelt.

Vorstandswahlen werden erst im kommenden Jahr anstehen. Die Kasse stimmt. Eine ansehnliche Summe wird an die Pferdezuchtvereine ausgeschüttet, um damit das ehrenamtliche Engagement zu belohnen. Katrin Hölscher wurde zur Kassenprüferin gewählt, und Christian Brand vom PSV Melle wird den Bezirksverband als Delegierter bei der Mitgliederversammlung des Hannoveraner Verbandes vertreten.

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