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Debatte im Ausschuss Mit welchem Sanierungsprojekt in Fürstenau starten?

Von Jürgen Ackmann | 07.06.2018, 16:05 Uhr

Mit welchem Projekt soll die Sanierung der Innenstadt in Fürstenau beginnen? Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, zunächst mit der optischen Aufwertung des Pferdemarktes sowie der Schaffung zusätzlicher Parkplätze dort zu beginnen. Das stieß auf wenig Gegenliebe bei den Fraktionen.

Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, vor der Sanierung der Großen Straße den 350 Meter entfernt gelegenen Pferdemarkt vor den Toren der Stadt auszubauen. Dort könnten dann insgesamt 50 Parkplätze vorgehalten werden, die während der Sanierung der Großen Straße, die bis zu einem Jahr andauern werde, genutzt werden könnten. Zudem wies die Verwaltung darauf hin, dass das derzeitige Erscheinungsbild des Pferdemarktes nicht einladend sei und zudem der Bedeutung als historische Zufahrt zum Schloss nicht gerecht werde. Ebenso wie die anderen historischen Eingangsbereiche – Reginenstift und Höner Tor – solle auch dieser Zugang aufgewertet werden. Das sähen die Pläne zur Innenstadtsanierung ausdrücklich vor. Insgesamt rechnet die Verwaltung für den Pferdemarkt mit Gesamtkosten von etwa 480.000 Euro brutto. Möglicherweise lasse sich das Vorhaben auch noch günstiger realisieren, hieß es in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Digitales. Überdies könne es unter Umständen zusätzliche Fördergelder für den Ausbau geben.

Erst das Einzelhandelsgutachten abwarten?

Um mit den Bauarbeiten für den Pferdemarkt 2019 beginnen zu können, hatte die Verwaltung vorgeschlagen, die Planungsleistungen nun öffentlich auszuschreiben – ebenso wie die für die Große Straße, deren Sanierung dann 2020 in Angriff genommen werden solle. Weder SPD/Grüne noch CDU/FDP und auch die Werbegemeinschaft konnten sich mit diesen Vorschlägen anfreunden. Sei es nicht besser, zunächst das Einzelhandelsgutachten abzuwarten, das auf Wunsch der Werbegemeinschaft erstellt werden solle? Die Auftragsvergabe ist am 12. Juni im Verwaltungsausschuss geplant. Die Fertigstellung wird wahrscheinlich etwa ein halbes Jahr in Anspruch nehmen. Weiterhin monierte beispielsweise Gregor Wagemester von der Werbegemeinschaft, dass nach den bisherigen Planungen in der Großen Straße 42 Parkplätze wegfielen, wenn unter anderem die Fläche am Hohen Tor bebaut und die Parkplätze am Alten Rathaus anders genutzt würden. Der Parkplatz am Pferdemarkt sei 350 Meter entfernt vom Zentrum und komme deshalb nicht als Ersatz infrage. Für Kunden, die kurz in der Innenstadt einkaufen wollten oder Gäste mit Gepäck, sei das zu weit entfernt. Sie nähmen so weite Wege nicht in Kauf.

Große Straße in mehreren Bauabschnitten sanieren

In diesem Zusammenhang regte Gregor Wagemester an, auf dem Gelände der ehemaligen Apotheke zentral in der Innenstadt Parkplätze zu schaffen. Weiterhin forderte er im Namen der Werbegemeinschaft, die Sanierung der Großen Straße in mindestens zwei bis vier Bauabschnitten vorzunehmen, damit die Kunden weiterhin die Große Straße beispielsweise über die Kleine Straße befahren könnten. Schließlich regte Gregor Wagemester an, in der parallel verlaufenden St.-Georg-Straße künftig zu erlauben, Geschäftshäuser in Wohnhäuser umzuwandeln. Bedarf an Ladenlokalen gebe es nicht, Bedarf an Wohnraum schon. Bevor die Gebäude verfielen, sei es besser, sie als Wohnraum zu nutzen. Auch an der Großen Straße sollten im Einzelfall im Erdgeschoss Wohnungen möglich sein.

Nach einer ausführlichen Debatte beschlossen die Ausschussmitglieder schließlich, die Entscheidungen zu vertagen.