Ein Artikel der Redaktion

40 Jahre IGS 40 Jahre IGS Fürstenau: Für die Oberstufe auf die Straße gegangen

Von Simone Knocke | 19.09.2011, 06:45 Uhr

Wer könnte wissen, wie alles begann vor 40 Jahren mit der Integrierten Gesamtschule (IGS) Fürstenau? Denn 40 Jahre sind eine lange Zeit. Da liegt es nahe, Menschen zu fragen, die am Nerv der Schule arbeiten, nämlich in der Verwaltung.

Ulla Schulte, seit mehr als 40 Jahren Schulsekretärin der IGS, ist die Frau der ersten Stunde. Als Mitglied des Planungsteams erlebte sie den Start der Schule von der Konzeption bis in den Alltag. „Mit Schwung ging es los“, berichtet sie. In einer einzigartigen Aufbruchstimmung startete das zunächst noch kleine Kollegium hoch motiviert in die Anfangsphase der IGS. Schließlich handelte es sich dabei um einen Schulversuch. In Fürstenau richtete das Kultusministerium die erste Integrierte Gesamtschule im ländlichen Raum ein. Die meisten Kollegen kamen frisch von der Uni. Und tatsächlich gab es nur einen fünften Jahrgang.

Die Schule wuchs organisatorisch und baulich sozusagen mit den Schülern und den Jahren. Ende der 1970er- Jahre bahnte sich infolgedessen ein Konflikt an. Für die inzwischen herangewachsenen Schüler stellte sich die Frage nach der weiteren schulischen Laufbahn. Eine Oberstufe sollte es nach dem Willen der Landesregierung nicht geben. Erst nach massiven Protesten aus den Reihen des Kollegiums, der Schulelternschaft und der Bürger erhielt die Schule eine Oberstufe. Jetzt konnten die Schüler das Abitur an der Fürstenauer IGS absolvieren. Ein großer Erfolg. Die Schulsekretärin erklärt die unruhige Zeit mit wenigen Worten: „Es gab Streik.“

Und wie war die Stimmung ganz zu Beginn der neuen Schule? Mit nostalgischem Blick schaut Ulla Schulte zurück. „Wir hatten zwar viel Arbeit, aber es war auch eine schöne Zeit. Insgesamt ging es nicht so hektisch zu wie heutzutage“, erzählt sie. „Die Schule befand sich technisch auf topaktuellem Stand.“

Und das meint sie nicht in Bezug auf Schreibmaschine und Telefon, sondern auch im Hinblick auf moderne Bühnentechnik und das Sprachlabor. Gleichwohl berichtet sie von dem mühseligen Abziehen von Matrizen – im Zeitalter des Kopierers kaum noch vorstellbar. Heute schaut Ulla Schulte auf mehr als 40 Jahre im IGS-Schulsekretariat zurück. Übrigens verfügt sie nun über eine nagelneue Büroeinrichtung mit modernster Technik.