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Zentrum für Hernienchirurgie Weitere Spezialisierung im Thuiner Krankenhaus

Von Carsten van Bevern | 02.01.2017, 09:47 Uhr

Die Behebung von Leisten-, Schenkel-, Narben- und Zwerchfellbrüchen gehört zu den bekanntesten Aufgaben der sogenannten Hernienchirurgie. Diese Operationen gehören zu den Spezialgebieten des Elisabeth-Krankenhauses in Thuine (EKT): Ausdruck dieser Spezialisierung und der inzwischen erlangten Erfahrung auf diesem Gebiet ist jetzt die Zertifizierung als Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie.

Voraussetzung für eine solche Auszeichnung sind unter anderem bestimmte Patientenzahlen, Qualifizierungs- und Fortbildungsnachweise der in diesem Bereich eingesetzten Chirurgen sowie das Vorhandensein des Gütesiegels der Deutschen Herniengesellschaft. Dieses Gütesiegel für qualitätsgesicherte Hernienchirurgie besitzt die Fachabteilung Allgemeine Chirurgie des EKT in Trägerschaft der Thuiner Franziskanerinnen seit 2015. Seit 2010 werden Operationen in diesem Bereich im Rahmen einer Qualitätssicherungsstudie auch bereits zentral im Herniamedregister erfasst und ausgewertet. So waren im Jahr 2015 an dem 126-Betten-Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung insgesamt 160 Hernienoperationen durchgeführt worden.

Kompetenzzentrum für chirurgische Koloproktologie

Zuvor war die Chirurgie des Elisabeth-Krankenhauses in Thuine im Juli 2008 bereits als Kompetenzzentrum für chirurgische Koloproktologie zertifiziert worden. Behandlungsschwerpunkte sind dabei operative Eingriffe bei gut- und bösartigen Erkrankungen des Dick- und Enddarms – 2015 waren in diesem Bereich am EKT 376 Leistungen erbracht worden. Im Juli 2014 war diese Zertifizierung zum dritten Mal in Folge um weitere drei Jahre verlängert worden.

4500 stationäre Patienten pro Jahr

Jährlich werden im Elisabeth-Krankenhaus rund 4500 stationäre und 8500 ambulante Patienten versorgt. Dafür stehen aktuell gemäß dem Krankenhausplan des Landes Niedersachsen insgesamt 126 Betten in den Hauptabteilungen Innere Medizin, Chirurgie und in der Belegabteilung für Gynäkologie zur Verfügung. Ein weiterer wichtiger Bereich für die Klinik ist die Hüft- und Knieendprothetik, mehr als 330 Leistungen sind 2016 im Bereich der Gelenkersatzoperationen erbracht worden. „Seit Januar 2015 nehmen wir auch am Endoprothesenregister Deutschland teil. Diese bundesweite Datenbank sammelt Informationen zu implantierten Knie- und Hüftgelenk-Endoprothesen sowie zur Art und Weise der Operationen, um Patienten in Hinblick auf Haltbarkeit und Qualität von künstlichen Knie- und Hüftgelenken bestmöglich zu versorgen“, erklärte der Chefarzt und bisherige Ärztliche Leiter des EKT, Dr. Konrad Grambach, in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Mario Richter ist neuer Ärztlicher Leiter

Sein Nachfolger als Ärztlicher Leiter ist sein Chefarztkollege Dr. Mario Richter. In dieser Funktion gehört Richter künftig der Krankenhausleitung an und vertritt den ärztlichen Bereich des Krankenhauses. Ihm obliegt die Aufsicht über die ärztliche und medizinisch-technische Versorgung, und er hat dabei die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der medizinischen Versorgung im Krankenhaus zu berücksichtigen. Zuständig ist er zudem für die Sicherstellung der Fort- und Weiterbildung der Fach- und Assistenzärzte.

Ingo Rühlmann leitet Haus St. Katharina

Eine weitere Änderung betrifft die benachbarte und ebenfalls in Trägerschaft der Franziskanerinnen befindliche Pflegeeinrichtung für schwer an Demenz Erkrankte, das Haus St. Katharina: Dort hat zum Jahresanfang Ingo Rühlmann von der langjährigen Leiterin Sr. Debora die Verantwortung für das Haus übernommen.

Rühlmann hatte nach seiner Ausbildung zum Krankenpfleger (1994 bis 1997 im EKT) eine Fachweiterbildung „Leitungsaufgaben in der Pflege“, ein Pflegemanagementstudium sowie das Studium zum Master of Health Administration absolviert und war seit 2015 in der Pflegedienstleitung des Krankenhauses tätig.

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