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Sexuelle Handlungen vorgenommen Emsländer gesteht: Stieftochter geschlagen und missbraucht

Von Horst Troiza | 03.06.2016, 20:20 Uhr

Osnabrück Ein 32-jähriger Mann aus dem südlichen Emsland hat zu Prozessbeginn vor dem Landgericht Osnabrück zugegeben, seine zum Tatzeitpunkt 14-jährige Stieftochter im Haus der Familie sexuell missbraucht zu haben.

Dem Angeklagten werden zwei Taten sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener und körperliche Misshandlung vorgeworfen. Zum Prozessauftakt hat er nach Verlesung der Anklageschrift alle Vorwürfe eingeräumt. Er gab zu, seine Stieftochter gegen halb drei Uhr in der Nacht des 1. August vergangenen Jahres geweckt zu haben und mit ihr in den Keller des von ihm, seiner Frau und den insgesamt fünf Kindern bewohnten Einfamilienhauses gegangen zu sein. Nachdem er die Kellertür abgeschlossen hatte, habe er das Mädchen gezwungen, den Unterkörper zu entkleiden. Als sie das zuerst ablehnte, hatte er sie geschlagen. Danach nahm er sexuelle Handlungen an der Heranwachsenden vor. Im Dezember des gleichen Jahres war es noch einmal zu einem solchen Vorfall gekommen.

Häufiger Streit mit der Ehefrau

Dass es überhaupt dazu kommen konnte, könne er heute nicht mehr verstehen. „Es war wie bei einem Drogensüchtigen der Wunsch nach der Spritze, es kam wie ein Dämon über mich“, beschrieb er. Er sei zur Tatzeit arbeitslos gewesen, zwischen ihm und seiner Frau sei es deswegen wie auch wegen der Erziehung der Kinder häufiger zu Streit gekommen. Vor seiner Ehe habe er häufiger unter Depressionen gelitten, auch habe er Suizidgedanken gehabt.

Ärger angedroht

Die Stieftochter habe er als sein Opfer ausgewählt, weil sie die Älteste gewesen sei. Angst vor Entdeckung der Tat oder dass sie ihn verraten werde, will er nicht gehabt haben. „Man weiß, mit welchen Menschen man so etwas tun kann“, kommentierte er das. Seine Frau und die Kinder gehören einer freichristlichen Religionsgemeinschaft an, die Kinder würden ihn „als Vater empfinden und respektieren“. Da habe es gereicht, seiner Stieftochter „Ärger anzudrohen“, damit sie nichts über das Geschehen sagte.

„Ich bereue es, ich habe meine Stellung als Vater ausgenutzt. Wenn ich darüber nachdenke, was ich einem jungen Mädchen angetan habe, bin ich zutiefst erschreckt“, lautete seine späte Einsicht. Dass er sich nun zu den Taten bekenne, geschehe aus dem Grund, seiner Stieftochter die Aussage vor Gericht zu ersparen.

Das Mädchen hatte sich nach der zweiten Tat an seine Mutter und an ihre Oma gewandt und geschildert, was ihr widerfahren war. Beide Frauen hatten dann Anzeige erstattet. Bei der darauf folgenden polizeilichen Vernehmung hatte der Angeklagte noch alles abgestritten. Das Verfahren wird fortgesetzt.

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