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„Liebe, Wein und Schokolade“ Musikalisch-liebevolle Weltreise in Freren

Von Meike Blunk | 02.12.2015, 21:21 Uhr

Drei Musiker, vier Leidenschaften und ein wunderbares und abendfüllendes Programm; das sind Elisabeth Tondera, Rainer Rohe und Bernd Gortheil. Im Kulturkreis Impulse „Alter Molkerei“ in Freren zeigten die drei versierten und perfekt aufeinander eingestimmten Musiker ihr neues Programm „Liebe, Wein und Schokolade“ mit viel Gefühl und einer guten Portion Humor im gemütlich hergerichteten Veranstaltungssaal.

Das Publikum saß an kleinen runden Tischen bei Kerzenschein in einem Ambiente, das für dieses Programm nicht besser hätte sein können. Der Titel ließ vor Beginn des Programms schon erahnen, dass etwas geboten werden würde, das – mehr oder weniger – doch uns alle betrifft. Denn was wäre ein Leben ohne die Liebe? Und was wäre das Leben ohne kulinarische Genüsse? Kleine leckere Verführungen, in Form einer Praline, die die Zuschauer am Eingang bekommen hatten, wurden ohne Reue gegessen.

Man fühlte sich schließlich im Einklang mit dem Programm. Und dieses begann auf sehr stimmungsvolle, theatrale Weise noch vor der Bühne. Rohe (Klavier), Tondera (Gesang) und Gortheil (Klarinette und Saxofon) zelebrierten eine unternehmungslustige Aufbruchstimmung. Sie schlüpften in die Rollen dreier Menschen, die der zentralen Frage „Was wollen wir eigentlich?“ nachgingen. Die große Sinnfrage , die die Frau nachdenklich in den Raum warf, wurde auf beeindruckend einfache wie vieldeutige Weise mit den Worten „Liebe“ vom Mann am Klavier sowie „Wein“ vom Mann hinter dem Saxofon und „Schokolade“ von der stimmgewaltigen und sinnlich wirkenden Frau beantwortet.

Vom Rhein nach Paris

Der begehrte Wein führte die drei zum Rhein. Und der wiederum veranlasste sie, sich auf musikalischem Wege der Romantik mit der Volksweise „O du wunderschöner deutscher Rhein“ zuzuwenden. Mit gekonnt eingeleiteten Brüchen ging die musikalisch literarische Reise mit einem Rhein-Medley weiter. Schunkelnd ließ sich das Publikum mit „Trink Brüderlein, trink“ über gut gemeinte Lebensweisheiten aufklären, die dem Shakespeare- Zitat : Wer Wein trinkt, schläft gut und wer gut schläft, sündigt nicht und wer nicht sündigt, wird selig, humorvoll abgerundet wurde. Shakespeares Weisheiten wurden kurzerhand von den drei Sinnsuchenden zur perfekten Voraussetzung für einen verträumten Parisaufenthalt genutzt.

Publikum gerührt und begeistert.

Eine schwungvolle Koalition gingen mit „Ganz Paris träumt von der Liebe“ Klarinette und Klavier ein, die Tonderas wandlungsreicher und warmherzigen Stimme einen wunderbar melodiösen Boden bereiteten. Die leidenschaftlichen Musiker bescherten dem Publikum bekannte, aber teilweise umgeschriebene Lieder wie „Pigalle“ oder „La vie en Rose“ in neu arrangierten Gewändern.

La Dolce Vita auf den Spuren Goethes, vollmundiger Chianti und neapolitanische Antipasti hatte die drei weiter nach Italien gelockt, um wenig später dem „Griechischen Wein“ und dem Sirtaki zu erliegen. Die drei Künstler schenkten dem Publikum einen sehr viel- schichtigen musikalisch literarischen Abend, an dem der Humor nicht zu kurz kam. Das Publikum war gerührt und begeistert.