Ein Artikel der Redaktion

Freren Biogasanlagen für 500 Millionen Euro

17.11.2009, 20:00 Uhr

„Mit über 250 Biogasanlagen ist Weser-Ems eine der weltweit führenden Regionen in der Anwendung dieser Technologie. Rechnet man beantragte und geplante Anlagen hinzu, ergibt sich ein Investitionsvolumen von etwa 500 Millionen Euro, von dem zum Großteil die regionale Wirtschaft profitiert“. Das sagte Dipl.-Ing. Mathias Kirchhoff, Deula-Freren-Geschäftsführer, in einem Fachforum vor rund 120 Betreibern aus der Landwirtschaft, Bauwilligen, kommunalen Entscheidungsträgern und Verantwortlichen aus verschiedenen Einrichtungen.

Dipl.-Ing. Michael Kralemann, Bioenergieberater vom 3N Kompetenzzentrum Nachwachsende Rohstoffe, gab einen Überblick über den Stand der Biogaserzeugung in Niedersachsen, die Möglichkeiten von Wärme- und Gasnutzung und die Auswirkungen der Novelle des Gesetzes für den Vorrang Erneuerbare Energien (EEG). Kralemann zeigte die Potenziale neuer Generationen von Energiepflanzen und die vermehrte Gülleverwertung beispielhaft auf.

„Eine Biogasanlage lässt sich nicht nebenbei betreiben“, betonte Dipl.-Ing. Jan Wulkotte, Fachgruppenleiter für Baurecht und Energie der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Wulkotte hob hervor, dass eine Biogasanlage die volle Aufmerksamkeit des Betreibers rund um die Uhr benötige und die Effizienzsteigerung ganz wesentlich von diesem Faktor abhänge.

Im Mittelpunkt des Forums stand die Gesprächsrunde mit vier Anlagen-Betreibern, die über ihre Erfahrungen berichteten und sich u. a. den Fragen zur Effizienzsteigerung und Sicherheit stellten. Jens Geveke aus Westerstede-Ihausen, Franz Lührmann aus Recke, Eberhard Schulte-Siering aus Bad Bentheim und Bernhard Wilken aus Haren diskutierten wichtige Kennzahlen, Störungsschwerpunkte in der Anlagentechnik, Bedeutung der Biologie und Maßnahmen zur Arbeitssicherheit.

Besondere Beachtung fanden auch die Ausführungen zur Sicherheit von Dipl.-Ing. Jürgen Hesselbrock von der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Niedersachsen-Bremen. Er betonte, dass beim Betrieb von Biogasanlagen im Vergleich zum übrigen landwirtschaftlichen Betrieb keine besondere Unfallhäufigkeit festgestellt werden könne. Dipl.-Ing. agr. Christoph Gers-Grapperhaus ließ die Betreiber an seinem reichen Erfahrungsschatz bei der Silagelagerung bis zum Blockheizkraftwerk teilhaben.

Zum Kern einer jeden Biogasanlage, dem Inneren des Fermenters, kam Dr. Manfred Bischoff von der landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA Nord-West) in Oldenburg. Bischoff wusste den eigentlich komplexen und trockenen Stoff der Biochemie den Zuhörern nahezubringen. „Eine überaus gelungene Veranstaltung“, zog Frerens Samtgemeindebürgermeister Godehard Ritz ein abschließendes Fazit und griff damit die einhellig positive Meinung aller am Forum Beteiligten auf. Grund genug für Kirchhoff zu betonen, dass die Deula Freren die Anlagenbetreiber durch ein Aus- und Weiterbildungsangebot unterstützen werde.