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„Aber keine Leistungskürzungen“ Krankenhaus in Thuine schließt die Station B2

Von Carsten van Bevern | 23.05.2017, 19:56 Uhr

Aus Kostengründen ist am Elisabeth-Krankenhaus in Thuine die bislang für chirurgische Patienten genutzte Station B2 geschlossen worden. Deren 18 Betten sind auf drei andere Stationen verteilt worden. Auch am Leistungsspektrum des 1912 eingerichteten Hauses hat sich laut der Krankenhausleitung nichts geändert.

Für Unruhe in der Region hatte in den vergangenen Tagen und Wochen die Nachricht gesorgt, dass die bislang für chirurgische Patienten genutzte Station B2 am Elisabeth-Krankenhaus geschlossen worden ist. „Das haben wir auch wahrgenommen. Auch unter den Mitarbeitern gab es gewisse Sorgen“, erklärte Mario Richter, der Ärztliche Leiter der Klinik der Grund- und Regelversorgung in Trägerschaft der Thuiner Franziskanerinnen in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Schließung aus Kostengründen

Die 18-Betten-Station B2 ist dabei nach Angaben der Verwaltungsleiterin Maria Elisabeth Straten-Barlag aus Kostengründen geschlossen worden: „Am Spektrum der in unserem Haus angebotenen medizinischen Leistungen hat sich durch die Umstrukturierung nichts geändert.“ Auch im Bereich der Palliativstation (acht Betten), der Intensivstation (ebenfalls acht Betten) und der Station St. Raphael (18 Betten) für Patienten mit der Nebendiagnose Demenz habe sich nichts geändert.

Betten auf andere Stationen verteilt

Und die bisherigen B2-Betten sind laut der Verwaltungsleiterin auf die nun jeweils 30 Betten umfassenden Stationen B3 (internistisch), C2 (chirurgisch) sowie die chirurgisch, internistisch und gynäkologisch genutzte interdisziplinäre Station B4 verteilt worden. „Die einzelnen Stationen sind damit größer geworden, bei heutigen Krankenhausneubauten gibt es oft Stationen mit 40 und bis zu 50 Betten“, erklärte die Pflegemanagerin Sonja Hus.

Patientenzahl steigt

„Durch die Auflösung einer Station und die Verteilung der Betten können wir aber vor allem im pflegerischen Bereich Personalstunden einsparen und an anderen Stellen im Haus einsetzen“, erklärte Straten-Barlag. So wird jede Station im Dreischichtbetrieb versorgt, und es muss zu jeder Zeit eine examinierte Kraft vor Ort sein. Die Umstrukturierung hat aber laut Straten-Barlag auch nicht zu einer generellen Reduzierung der Mitarbeiter geführt: So ist im Elisabeth-Krankenhaus die Zahl der Ärzte von 2015 auf 2016 von 23 auf 26 und die Anzahl des Pflegepersonals in dieser Zeit von 90 auf 92 gestiegen.

Verweildauer der Patienten sinkt

Über Strukturveränderungen und Anpassungsprozesse nachzudenken sei laut dem Träger des EKT und der Krankenhausleitung für alle deutschen Kliniker eine stete Aufgabe, „da die grundlegenden Probleme der Krankenhäuser mit dem Krankenhausstrukturgesetz nicht gelöst werden. Nur durch stete Anpassungen sind die Krankenhäuser wirtschaftlich in der Lage, sich auf ihre Hauptaufgabe zu konzentrieren. Und das ist die bestmögliche Versorgung und Zufriedenheit der Patienten.“

So verzeichnet das Elisabeth-Krankenhaus auch eine weiter steigende Patientenzahl (4704 in 2016, Vorjahr 4642) – aber auch eine weiter gesunkene durchschnittliche Verweildauer (7,16 Tage, Vorjahr 7,64) und eine Zunahme im ambulanten Bereich (8768, Vorjahr 8629). „Daher mussten wir die Bettenbelegung neu überdenken und umstrukturieren“, erklärte die Oberin Schwester Maria Manuela Höwelhans.

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